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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Pritzier-Schichten
ID: 9
Hierarischer Rang: nicht klassifiziert
Erstbeschreibung: LOTSCH 1981
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Langenfeldium (Nord- u. Mitteldeutschland) (Miozän, Neogen, Känozoikum)
Gramium (Nord- u. Mitteldeutschland) (Obermiozän, Miozän, Neogen, Känozoikum)
Reinbekium (Nord- u. Mitteldeutschland) (Mittelmiozän, Miozän, Neogen, Känozoikum)
Synonyme: Alaunton (KOCH 1853)
Glimmerton (KOCH 1856)
Helle Zwischenlage (v. BÜLOW 1970)
Marine Laupiner Schichten (PIPPING et al. 1983)
Lithologie: Die Pritzier-Schichten sind schwarze bis dunkelbraune, meist ungeschichtete tonige Schluffe, die nach oben in dunkle, wechselnd schluffige Feinsande übergehen. Sie sind glimmerhaltig, vorwiegend schwach kalkhaltig, schwach glaukonitisch und fossilhaltig. Markasit ist fein verteilt. Der Feinsand ist stellenweise in Nestern zusammen mit Fossildetritus angereichert. Im unteren Schluff kommen fossil- und kalkfreie Bereiche vor. Die Pritzier-Schichten sind Bildungen einer flachmarinen Schwarzwasserfazies.
Die hellockerfarbene kalkfreie Bank „Heller Horizont“ mit Bioturbationen teilt den Glimmerschluff in untere und obere Pritzier-Schichten. Letztere beginnen mit einem transgressiven Glaukonit-Anreicherungshorizont.
Untergeordnete Einheit: obere Pritzier-Schichten (Member)
Heller Horizont
untere Prizier-Schichten (Member)
Liegendgrenze: Die Pritzier-Schichten beginnen mit einem positiven Gamma-Log-Ausschlag oberhalb der Bockup- bzw. Malliß-Schichten.
Hangendgrenze: Die Obergrenze wird dort gezogen, wo Kalk- und Fossilgehalt enden.
Mittlere Mächtigkeit: 80 m
Maximale Mächtigkeit: In der Lübtheener Randsenke erreichen sie 580 m Mächtigkeit.
Typusprofile, etc.: Typisch sind die Bohrlochmessungen der Bohrungen Kb NSWM 15/65 Alt Jabel (TK 25: 2733 Tewswoos, R: 44 44685, H: 59 02854), Brk Lübtheen 22/82 (TK 25: 2633 Redefin, R: 44 49721, H: 59 10248) und Brk Lübtheen 4A/81 (TK 25: 2633 Redefin, R: 44 47101, H: 59 08837).
Verbreitung (Bundesländer): Mecklenburg-Vorpommern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland, Nördlicher Landrücken
Verbreitung (Ergänzung): Von der Nordsee ausgehend sind die Pritzier-Schichten nur noch in Resten bis zur Müritz erhalten. Die primäre Verbreitung reichte höchstens bis zu einer Linie Lübeck - Neubrandenburg - Nordbrandenburg.
Zeitgleiche Einheiten: Zeitgleiche Ablagerungen sind der Obere Glimmerton Norddeutschlands und die Meuro-Formation Brandenburgs
Alterseinstufung: In den Pritzier-Schichten sind mit Hilfe der Molluskenfauna die regionalen Stufen Reinbekium, Gülitzium/Levensauium, Lüneburgium, Langenfeldium und Gramium nachgewiesen (HINSCH in v. BÜLOW 2000).
Es wird vorgeschlagen, die Stufengliderung des Mittelmiozäns von HINSCH ( in v. BÜLOW 2000) zu übernehmen. Das "Langenfeldium" unterteilt er in:
Langenfeldium s.s. (obere Pritzier-Schichten)
Lüneburgium Levensanium (= Gülitzium) (untere Pritzier-Schichten).
Nach KÖTHE (in v. BÜLOW 2000) sind die:
oberen Pritzier-Schichten: DN 8 u. 9 = Tortonium = Obermiozän
untere Pritzier-Schichten : DN 5-7 = Serravallium = Mittelmiozän
Kommentar: Die Bolboformen ermöglichen eine Einstufung in das Mittel-Miozän und das beginnende Ober-Miozän (Gramium) (GÜRS & SPIEGLER in v. BÜLOW 2000).
Versch./Sonstiges: Die Obergrenze kann durch postsedimentäre Entkalkung verschoben worden sein.
Literatur: BÜLOW, W. v. [Hrsg.] (2000): Geologische Entwicklung Südwest-Mecklenburgs seit dem Ober-Oligozän. – Schriftenr. f. Geowiss., H. 11, Berlin.
Autor des Datenblattes: v. Bülow
Erstellt am: 24.07.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Tertiär
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 30.08.2006
Änderung Datensatz: 01.09.2006


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Litholex Recherche vom 20.07.2017, 20:42:27.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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