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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Müglitz-Formation
ID: 8006006
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: KURZE et al. (1997)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Mühlbach-Nossener Gruppe
Chronostratigraphie: Devon (Paläozoikum)
Ordovizium (Paläozoikum)
Synonyme: --
Lithologie: Zusammenfassung von Müglitz-Herzogswalder(oben) und Seidewitz-Mohorner Schichten (unten).
Graugrüne phyllitische Einheit mit Einschaltung vieler basischer Tuffe und auch Metabasalte im unteren Teil. Nach oben verringert sich der basische Vulkanismus zugunsten der Ausbildung tuffitischer Phyllite, die z.T. Dachschiefercharakter tragen.
Untergeordnete Einheit: Müglitz-Herzogswalder Schichten
Seidewitz-Mohorner Schichten
Liegendgrenze: Gesteinseinheit über dem Spitzberg-Quarzit der Mühlbacher Formation
Hangendgrenze: Durch Graptolithen belegte silurische Kiesel- und Alaunschiefer. Diese treten als langgestreckte linsenförmige Körper auf, so dass eine Störung dieses Grenzbereiches angenommen werden muß.
Mittlere Mächtigkeit: 400 m
Maximale Mächtigkeit: 600 m im Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirge
Typusprofile, etc.: Profil am nördlichen Müglitztalhang zwischen Mühlbach und dem Wehr der ehemaligem Böschel-Mühle
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Erzgebirge
Verbreitung (Ergänzung): Mittelsächsischer Zug der Elbezone: Elbtalschiefergebirge, Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirge
Zeitgleiche Einheiten: --
Alterseinstufung: Auf Grund der Lage unter fossilführendem Silur wurde die Abfolge ursprünglich ins Ordovizium eingestuft (KURZE et al. 1992). Eine vordevonische (? hochordovizische) syngenetische Bildung der basischen Tuffe in der phyllitischen Einheit des Elbtalschiefergebirges postulierte bereits FANDRICH (1965). Nach den Altersdatierungen am Chloritgneis der Blankensteiner Formation ist aber ein devonisches Alter nicht auszuschließen. Gesicherte Belege gibt es dafür bisher jedoch ebensowenig, wie für eine Einstufung ins Ordovizium. In dachschieferartigen Phylliten der Müglitz-Herzogswalder Schichten bei Mühlbach nachgewiesene Mikrobiota (Acritarchen ?) sind auf Grund des sehr schlechten Erhaltungszustandes unbestimmbar.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Nach WERNER (1997) handelt es sich bei den Metabasiten der Mühlbach-Nossener Gruppe um kontinentale Intraplattenbasalte. Ihre geochemische Charakteristik stimmt weitgehend mit derjenigen der ordovizischen Metabasite der Wippraer Zone im Unterharz überein.

Die Müglitz Formation wird an vielen Stellen von Diabasgängen durchsetzt. Sehr gut ist das an den Hängen im Seidewitztal zu beobachten. Wahrscheilich handelt es sich dabei um Zufuhrkanäle für die devonischen Diabase des Profiltyps I in der Elbezone.
Literatur: FANDRICH, K. (1965): Über voroberdevonische (hochordovizische ?) basische Tuffe im Mittelsächsischen Zug der Elbtalzone.- Geologie ,14, 10, 1201-1214, Berlin.

KURZE, M.; LINNEMANN, U. & TRÖGER, K.-A.(1992): Weesensteiner Gruppe und Altpaläozoikum in der Elbtalzone (Sachsen).- Geotekton. Forsch. 77, 101-167, Stuttgart.

KURZE,M.; LINNEMANN, U. & TRÖGER, K.-A. (1997): Müglitz-Folge.- In: CFS 200, S. 273-274, Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft Frankfurt a.M..

WERNER, C-.D.(1997): Paläovulkanismus in der Elbe-Zone.- Hallesches Jahrb. Geowiss. B 19, 71-82, Halle (Saale).
Autor des Datenblattes: Kurze, M.
Erstellt am: 02.10.2009
Zuständige Subkommission: Subkommission Proterozoikum-Silur
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 10.11.2009
Änderung Datensatz: 22.01.2010


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Litholex Recherche vom 17.10.2017, 11:35:46.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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