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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Blankensteiner Formation
ID: 8006004
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: KURZE, M. et al.(1989: 12), KURZE, M. et al.(1992)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Mülbach-Nossener Gruppe
Chronostratigraphie: Devon (Paläozoikum)
Synonyme: --
Lithologie: Graugrüne und graue phyllitische Gesteinsfolge mit mächtigem Chloritgneis im unteren Teil. Auf dem Chloritgneis liegen Calcitmarmore (oberes Lager), die bei Blankenstein und Mühlbach früher abgebaut wurden. Diese sind im Hangenden mit schwarzgrauen Phylliten verbunden. Bei Blankenstein treten auch im Liegenden des Chloritgneises Calcitmarmore (unteres Lager nach KUPETZ 1987) und dunkle phyllitische Gesteine auf. Letztere sind jedoch auffällig weniger metamorph als die übrigen Phyllite dieser Formation, so daß es sich auch um eingeschupptes Material aus höheren Einheiten handeln kann.
Untergeordnete Einheit: Chloritgneis
Calcitmarmor - oberes Lager (weit verbreitet)
Calcitmarmor - unteres Lager (nur bei Blankenstein)
Liegendgrenze: Bei Einstufung der gesamten Blankensteiner Formation und der darüber liegenden Einheiten der Mühlbach-Nossener Gruppe in das Devon muß man mit einer größeren Störung an der Basis der Blankensteiner Formation rechnen ( Blankensteiner Überschiebung nach KUPETZ 2000). Dabei würden zwischen Lanngenbrückenberg-Formation und Blankensteiner Formation große Teile des Ordoviziums und das Silur ausfallen. Insgesamt gesehen bleibt aber eine Abfolge vom Älteren zum Jüngeren gewahrt. Dabei ist die Langenbrückenberg-Formation höher metamorph als die Blankensteiner Formation.
Hangendgrenze: Relativ scharf durch das Einsetzen von Quarzit oder Quarzitlagen führendem Phyllit der hangenden Mühlbacher Formation.
Mittlere Mächtigkeit: 250 m
Maximale Mächtigkeit: 500 m im Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirge; Mächtigkeiten von Einzelgliedern: Oberes Calcitmarmor-Lager 0 bis 4 m , max. 10 m; Chloritgneis-Komplex 100 bis 160 m; Unteres Calcitmarmor-Lager maximal 10 m
Typusprofile, etc.: Namengebung nach der Ortschaft Blankenstein im Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirge.Ein weiteres Profil, das einen sehr guten Überblick über die gesamte Abfolge bietet, befindet sich bei Mühlbach im Elbtalschiefergebirge.
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Erzgebirge
Verbreitung (Ergänzung): Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirge, Elbtalschiefergebirge
Zeitgleiche Einheiten: --
Alterseinstufung: Altersdatierungen am Chloritgneis: Mühlbach, Pb/Pb 377 +/- 7 Ma , Altbestand bis 1916 Ma (GEHMLICH 2003); Blankenstein, Pb/Pb 369 +/- 5 Ma (GEHMLICH 2003); Grumbach Pb/Pb 397 +/- 9 Ma (TICHOMIROWA 2000), U/Pb 375 +/- 2,7 Ma (ARMSTRONG 2001). Phyllitische Tonschiefer im Liegenden des Chloritgneises am Schlossberg von Blankenstein sind nach Conodontenresten ins Devon einzustufen (ZEIDLER et.al. 2004). Problematische Foraminiferen und schlecht erhaltene Mikrobiota. die ebenfalls in dieser Einheit gefunden wurden, gestatten keine sicheren stratigraphischen Aussagen.
Kommentar: Es fällt auf, dass die am Chloritgneis ermittelten Altersdaten zwar insgesamt ins Devon fallen, jedoch für die einzelnen Vorkommen stark voneinander abweichen, obwohl es sich nach dem Kartierungsbefund um einen Horizont handelt.
Versch./Sonstiges: Der Chloritgneis ist ein Mylonit-Augengneis von rhyodazitischem Chemismus. Während WIEDEMANN (1958 ) ihn als einen in subvulkanisches Niveau intrudierten Magmatit interpretierte, wird er in jüngeren Arbeiten als effusiv gedeutet.
Literatur: ARMSTRONG, R.A.(2001).- In:Geologische Karte des Freistaates Sachsen 1:25000, Erläuterungen zu Blatt 4947 Wilsdruff, S. 16, Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Freiberg (2005).

GEHMLICH, M.(2003): Die Cadomiden und Varisziden des Saxothuringischen Terranes - Geochronologie magmatischer Ereignisse,- Freiberger Forschungshefte C 500,TU Bergakademie Freiberg.

KUPETZ, M.(1987): Stratigraphische und regionale Stellung des variszisch gefalteten Paläozoikums im Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirge.- Freiberger Forschungshefte C 415, 5-40, Leipzig.

KUPETZ, M.(2000): Stratigraphie und Deckentektonik im variszischen Paläozoikum des Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirges.- Z.geol.Wiss. 28 (1/2), 247-272, Berlin.

KURZE, M.; LINNEMANN, U. & TRÖGER, K.-A.(1989): Gliederung und einige Aspekte der sedimentologischen Entwicklung der Schiefergebirge der Elbtalzone unter besonderer Berücksichtigung der sogenannten "Phyllitischen Gesteinsgruppe".- In: Kurzreferate und Exkursionsführer der Tagung "Lithologie" der Gesellschaft für Geologische Wissenschaften der DDR vom 8.-10.11.1989.- Ges.geol.Wiss.DDR, S.12, Berlin.

KURZE, M.; LINNEMAMM, U. & TRÖGER, K.-A.(1992): Weesensteiner Gruppe und Altpaläozoikum in der Elbtalzone (Sachsen).- Geotekton. Forsch. 77, 101-167, Stuttgart.

TICHOMIROWA, M.(2000).- In: Geologische Karte des Freistaates Sachsen 1:25000, Erläuterungen zu Blatt 4947 Wilsdruff, S. 15, Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Freiberg (2005).

WERNER, C.-D.(1997): Paläovulkanismus in der Elbe-Zone.- Hallesches Jahrb.Geowiss., B 19, 71-82, Halle (Saale).

ZEIDLER, M.; ELICKI, O.: WALTER, H.; KURZE, M.; TRÖGER, K.-A. & KUPETZ, M.(2004): Neue Daten zur Biostratigraphie der "Phyllitischen Einheit" des Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirges (Sachsen).- Freiberger Forschungshefte C 502, 119-130, Freiberg.
Autor des Datenblattes: Kurze, M.
Erstellt am: 29.09.2009
Zuständige Subkommission: Subkommission Proterozoikum-Silur
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 10.11.2009
Änderung Datensatz: 22.01.2010


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Litholex Recherche vom 19.11.2017, 22:26:57.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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