litholex_logo

Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



verlauf_blau

Name der Einheit: Zwethau-Formation
ID: 8000284
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Standard Stratigraphie Kambrium TGL 25 234/ 17 (1977/1978).
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Falkenberg-Gruppe
Chronostratigraphie: Kambrium (Paläozoikum)
Synonyme: Nordwestsachsen:
Lissaer Folge (KAMPE, A. et al. 1990).
Lithologie: Lausitzer Masse:
Im tieferen Teil mehrfach massig-dolomitische Einheiten; darüber Kalkstein-Tonstein-Wechsellagerungen und Tonstein.
Für das Kartenbild der GK 200 000 (M-33-IT, o.KZ) sind im Gebiet östlich Torgau Magnetanomalien als synsedimentäre Vulkanite deutbar.

Nordwestsachsen:
Die Zwethau-Formation besteht aus einer vorwiegend karbonatischen Wechsellagerung mit stark schwankenden Anteilen von Silt- und Sandsteinen. Charakteristisch für diese Abfolge sind intermediäre und basische Vulkanite und Pyroklastite. Im Unterschied zur Erstdefinition der Lissaer Folge werden die feinkonglomeratischen Sandsteine, die örtlich im hiesigen Grenzbereich zur Rothstein-Formation auftreten, an die Basis der Zwethau-Einheit gestellt. Die Karbonatgesteine sind Dolomit-und Calcitmarmore, fein- bis kleinkörnig, in Abhängigkeit vom Silikatanteil (Kalk- und Magesiasilikatfelse, Skarne) verschieden gefärbt, meist jedoch weiß bis hellgrau; die Hornfelse (Metapelite und -sandsteine) sind dicht bis feinkörnig, dunkelgrau bis grüngrau; die Metavulkanite und -pyroklastite zeigen dunkelgraue bis schwarzgrüne Färbung und sind z.T. stark metasomatisch überprägt und verschiedenartig gefärbt. Allein aus der Bohrung Wis BAW 11 2/76 sind Kalksteine in Wechsellagerung mit nicht kontaktmetarnorphen feinklastischen Sedimenten mit seltenen Einschaltungen von spilitisierten Basalten erhalten.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Lausitzer Masse: Unsicher, Schichtlücke ?

Nordwestsachsen: Im allgemeinen deutlich durch das Einsetzen der Karbonatsedimentation, teilweise auch durch das Einsetzen feinkonglomeratischer Sandsteinhorizonte.
Hangendgrenze: Lausitzer Masse: Unsicher, wahrscheinlich erosiv, bisher kein Beleg für das höhere Unterkambrium.

Nordwestsachsen: Im allgemeinen deutlich durch das Aussetzen der Karbonatsedimentation der Zwethau-Formation und das Einsetzen quarzitischer Sandsteine des Mittelkambriums.
Mittlere Mächtigkeit: Lausitzer Masse: In der Synklinalzone von Torgau-Doberlug-Göllnitz bis über 600 m (eventuell bis ca. 800/1000 m).

Nordwestsachsen: 1000 bis max. 1200 m
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Lausitzer Masse: In der Synklinalzone von Torgau-Doberlug-Göllnitz

Nordwestsachsen: Im Raum Zwochau - Zernitz - Delitzsch - Sausedlitz in der nördlichen Umrahmung des Delitzscher Plutonitmassivs; stets unter ca. 100 m mächtigen känozoischen Lockergesteinen.
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge
Verbreitung (Ergänzung): Lausitzer Masse, Nordwestsachsen
Zeitgleiche Einheiten: --
Alterseinstufung: Fossilien:
Lausitzer Masse: Trilobiten, Archaeocyathen, ?Hyolithen, Bradoriida u.a.

Nordwestsachsen: Trilobitenschill und Grabgänge

Radiometrische Daten (Nordwestsachsen):
Pb/Pb-Modellalter von stratiformen Galenitmineralisationen (Wis BAW 407/74 bei 198,2 m und W De 100/86h bei 224,2 m) 532 bzw. 546 Mio a.
Kommentar: Serie 2, Stufe 3
Versch./Sonstiges: Lausitzer Masse: anchimetamorph

Nordwestsachsen: Außerhalb des Kontakthofes (Wis BAW 112176) anchimetamorph, nicht geschiefert
Literatur: Standard Stratigraphie Kambrium TGL 25 234/ 17 (1977/1978).

Brause, H., Elicki, O. (1997): 4.9.3 Kambrium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 317-318.

Ehling, B. (1997): 4.11.3 Kambrium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 346-347.

Elicki, O. & Geyer, G. (2010): Cambrian biostratigraphy (The faunal province of the southern margin of the Rheic Ocean: 99-170). In: Linnemann, U. & Romer, R.L. (eds.), Pre-Mesozoic Geology of Saxo-Thuringia – From the Cadomian Active Margin to the Variscan Orogen: 103-114. Schweizerbart.
Elicki, O., Berger, H.-J., Brause, H. & Leonhardt, D. (2008): Kambrium. In: W. Pälchen & H. Walter (Hrsg.), Geologie von Sachsen - Geologischer Bau und Entwicklungsgeschichte. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, 537 S. (56-79).
Geyer, G., Elicki, O., Fatka, O. & Zylinska, A. (2008): Cambrian. - In: The Geology of Central Europe, vol. 1: 155-202. Geological Society of London.
Autor des Datenblattes: Brause, H., Ehling, B., Elicki, O.
Erstellt am: 16.02.2010
Zuständige Subkommission: Subkommission Proterozoikum-Silur
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 04.01.2012
Änderung Datensatz: 04.01.2012


Zurück zum Such - Ergebnis        Zurück zur einfachen Suche        Zurück zur erweiterten Suche        Diese Seite drucken

Logo Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Logo Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart Logo Geologischer Dienst NRW Logo Deutsche Statigraphische Kommission

© Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Litholex Recherche vom 26.07.2017, 00:45:58.

Die BGR und die DSK gestatten die Übernahme von Datensätzen in Datenbestände, die ausschließlich für den privaten Gebrauch eines Nutzers bestimmt sind. Die Übernahme und Nutzung der Daten zu anderen Zwecken bedarf der schriftlichen Zustimmung der BGR.

Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

1) Autor des Datenblattes
2) Name der Einheit
3) Änderung Datensatz
4) Datum der Recherche
5) ID