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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Frauenbach-Gruppe
ID: 8000177
Hierarischer Rang: Gruppe
Erstbeschreibung: v. Gaertner, 1934
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Ordovizium (Paläozoikum)
Kambrium (Paläozoikum)
Synonyme: Frauenbachquarzit (STETTNER, 1962);
Frauenbachschichten (EMMERT 1958),
Frauenbach-Quarzit,
Kohlwald-Quarzit,
Frauenbach-Serie (v. GAERTNER 1944),
Frauenbach-Folge (RICHTER & STETTNER 1993)
Teilsynonym Schwarzburger Serie WIEFEL, H.
(1977 5ff.).
Lithologie: Schwarzburger Antiklinorium:
Dreigeteilte, insgesamt psammitisch betonte Wechselfolge aus dunklen Tonschiefern und hellen Quarziten. Die Tonschiefer dominieren im mittleren Teil (= Frauenbach-Wechsellagerung), die Quarzite bilden relativ geschlossene Einheiten an der Basis und im Top der etwa 600 m mächtigen Abfolge.

Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald:
Plattige bis bankige quarzitische Sandsteine bis Quarzite, feinglimmerig, meist gebändert, örtlich flaserig. Im Raum Berneck gelegentlich cm-mächtige Geröllquarzit- Lagen. Die Quarzite sind frisch meist hell- bis mittelgrau, seltener rötlich, unter Verwitterungseinfluss oft rotbraun oder gelblichbraun. Bei höheren Magnetit- und Biotitgehalten sind dunklere Farben wahrnehmbar, die bei Verwitterung in rostfarbene Töne umschlagen. Z.T. wechselt der Frauenbachquarzit mit gebänderten Quarzphylliten, quarzitischen Phylliten bzw. untergeordnet sandstreifigen phyllitischen Tonschiefern.
Im südwestlichen Fichtelgebirge (z.B. Raum Wülfersreuth- Rehschlag) und NW Waldsassen sind Epigneise mit der Frauenbach-Gruppe verknüpft.
Untergeordnete Einheit: Oberer Frauenbachquarzit-Formation
Frauenbach-Wechsellagerung-Formation
Unterer Frauenbachquarzit-Formation

Frauenbach-Formation 2
Frauenbach-Formation 1
Liegendgrenze: Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald (Waldsassener Schiefergebirge, Steinwald):
Relativ scharf durch Einsetzen der Frauenbachquarzit-Äquivalente über Bischofsgrün- Formation/Neualbenreuth-Formation.
Hangendgrenze: Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald:
Relativ scharfe Überlagerung durch Phycoden-Gruppe.
Mittlere Mächtigkeit: Schwarzburger Antiklinorium ca. 600m; Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald
200-300 m; Mächtigkeit nimmt allgemein nach SW zu.
Maximale Mächtigkeit: Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald: 800 m (nahe der Fränkischen Linie).
Typusprofile, etc.: Schwarzburger Antiklinorium:
Typusgebiet ist die SE-Flanke des Schwarzburger Antiklinoriums. Hier ist die Frauenbach-Gruppe vom NE- bis zum SW-Rand durchgehend vorhanden. Ausstrichbreite im NE und in der Mitte relativ schmal (0,5 - 3 km), im SW (Mbl. Steinach) sehr breit (bis> 8 km).
An der NW-Flanke des Schwarzburger Antiklinoriums nur lückenhaft vorhanden.

Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald:
Waldsassener Schiefergebirge: Kohlwald-Höhenzug, Raum Hardeck-Sybillenbad, Palic-Salajna;
südwestl. Fichtelgebirge: Glasberg NW Waldsassen, Hohenhard, Haselbrunn, Scheiben-Berg, Platte, Hohberg;
nördliches Fichtelgebirge: Wülfersreuth, Rehschlag, Buchhaus, Dörflas, Kleppermühle.
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Sachsen
Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Äquivalente: Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge, Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald, Vogtland, Erzgebirge, Mittelsachsen/ Granulithgebirge, Elbezone, Lausitz, Nordsächsisches Schiefergebirge, Synklinale von Vesser?
Alterseinstufung: Ordovizium, Tremadocium.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald: Regionalmetamorphose erreicht neben der Sericit- Chlorit- auch die Muskowit-Biotit-Fazies.
Literatur: Falk, F. (1997): 4.1.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 35-41.

Leonhardt, D., Hoth, K., Berger, H.-J. (1997): 4.6.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 184.

Stettner, G. (1997): 4.4.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 122-123.

Wiefel, H. (1997): 4.2.2.1 Ordovizium der Thüringischen Faziesreihe. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 73.
Autor des Datenblattes: Berger, H.-J., Falk, F., Hoth, K., Leonhardt, D., Stettner, G., Wiefel, H.
Erstellt am: 11.02.2010
Zuständige Subkommission: Subkommission Proterozoikum-Silur
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 18.01.2012
Änderung Datensatz: 23.01.2012


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Litholex Recherche vom 26.07.2017, 00:48:07.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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