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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Lederschiefer-Formation
ID: 8000167
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: LORETZ, 1885
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Gräfenthal-Gruppe
Chronostratigraphie: Oberordovizium (Ordovizium, Paläozoikum)
Synonyme: Lederschiefer (GÜMBEL 1879 und folgende Autoren);
höhere Untersilurschiefer,
Oberer Schiefer (WURM 1925b).
Oberer Tonschiefer
Lithologie: Schwarzburger Antiklinorium:
Dunkelgraue bis schwarze, glimmerreiche, siltreiche bis sandkörnige Tonschiefer (undeutliche ebene Lamination erst in präparierten Anschnitten sichtbar);
Geröllführung (Sandkorngröße bis Gerölldurchmesser von 30 cm), Maximum im oberen Drittel erreicht; Riesengerölle stellen slumping-Gefüge dar.

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
Stark Muskovit führende Tonsiltsteine, häufig grobsandig, meist ohne erkennbare Schichtung, seltener mit toniger Flaserung, mit meist unebenplattiger, rauher Absonderung;
Typische sandige Tonsiltsteine sind dunkel-(blau)-grau bis schwarzgrau, verwittert gelbbraun ("ledergelb"), häufig auch rostfleckig;
Neben Muskovit und Sericit viel Biotit und Chlorit vorhanden. Glimmer und Quarze bewegen sich zwischen 0,001 und 0,3 mm Größe (meist aber 0,02 - 0,06 mm).
Kohliges Pigment vorzugsweise auf den Schichtflächen angereichert.
Bezeichnend sind meist kleine Gerölle verschiedener Lithologien (können lokal fehlen);
Pyritkonkretionen.

Vogtland:
Gesteinsverband aus dunkelgrauem bis schwarzgrauem, dunkelbläulichgrauem, grünlichgrau bis lederbraun verwitterndem, meist sandigem, geröllchenführendem Silt- bis Tonschiefer.
Häufig klastischen Glimmer führend.
Lokal im obersten Teil max. dm mächtige Bänke von hellgrauem fein- bis mittelkörnigem Sandstein, z. T. mit Kalkooid-Linsen.

Erzgebirge:
Gesteinsverband dunkelgrauer Siltphyllite bzw. phyllitischer Schiefer mit schwacher Geröllführung und Auftreten klastischer Glimmerschüppchen.
Im unteren Teil charakteristische Bänderung von dunkel- bis schwarzgrauen und mittelgrauen Siltschiefern bis Siltphylliten;
Geröllführung auf die höheren Teile beschränkt, auch cm-mächtige quarzitische Sandsteinlagen möglich.

Elbezone:
Dunkler, siltiger Tonschiefer mit vereinzelten Geröllen

Nordsächsisches Schiefergebirge:
Gesteinsverband aus dunkelgrauem bis bläulichgrauem, sandigem geröllchenführendem Silt- bis Tonschiefer.
Häufig stark klastischen Glimmer führend.
Lokal im obersten Teil geringmächtige Siltstein- und z.T. kalkige Sandsteinbänke.
Häufig fein verteilte Pyritführung.
Untergeordnete Einheit: Lederschiefer i.e.S.
gebänderter Lederschiefer
Liegendgrenze: Schwarzburger Antiklinorium: Scharfer Wechsel der Schmiedefeld-Formation zum (z.T. gebänderten) Lederschiefer.

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
Dachfläche der bankigen quarzitischen Sandsteine der Hauptquarzit-Formation
In Ostthüringen kontinuierlicher Übergang aus Hauptquarzit über gebändertem Lederschiefer in typischen Lederschiefer.

Vogtland:
fließender Übergang aus der Hauptquarzit-Formation über gebänderten Lederschiefer zur Normalausbildung des Lederschiefers.
Lokal Ausbildung von max. 1 m mächtigen brekziösem Tonschieferkonglomerat (transgressive Aufarbeitung?).

Erzgebirge: nicht aufgeschlossen

Elbezone: unbekannt

Nordsächsisches Schiefergebirge:
Fließender Übergang aus der Hauptquarzit-Formation über den gebänderten Lederschiefer zur Normalausbildung des Lederschiefers.
Hangendgrenze: Schwarzburger Antiklinorium: relativ unscharf

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
In Ostthüringen kontinuierlicher Übergang zum Graptolithenschiefer.
Im Frankenwald nicht belegt: Vermutlich kontinuierlicher Übergang zu den Unteren Graptolithenschiefern.

Vogtland:
Relativ scharf durch das Einsetzen silurischer Kieselschiefer und Alaunschiefer.

Erzgebirge:
Relativ scharf durch das Einsetzen fossilführend belegter silurischer Kieselschiefer. Nahe der Obergrenze mehrfach dm-mächtige Einzellagen von hellgrauem schiefrigem Sandstein (Äquivalent des Döbra- bzw. Eichberg-Sandsteins).

Elbezone:
Tektonisch gestört: Angrenzend Unterer Graptolithenschiefer.

Nordsächsisches Schiefergebirge:
Relativ scharf durch das Einsetzen silurischer Kieselschiefer.
Mittlere Mächtigkeit: Schwarzburger Antiklinorium: ca. 250 m

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
Frankenwald: 100 bis 300 m (Raum Naila)
30 bis 80 m (Raum Hof)
120 m (Raum Nordhalben).
Ost-Thüringen: Zunahme der Mächtigkeit nach NE auf etwa 250 m im Raum Ronneburg.

Vogtland: 100 m
Vogtländische Synklinale 100m -max. 200 m
SW –Vogtland 0-50 m

Erzgebirge: 50 - 80 m

Elbezone: < 10 m

Nordsächsisches Schiefergebirge: 0 - max. 200 m
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: SE-Flanke des Schwarzburger Antiklinoriums, vom NE- bis SW-Rand durchgehend vorhanden.

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
In Ostthüringen und dem Frankenwald weit verbreitet, auch im Bergaer Antiklinorium, im Lobensteiner Horst und in der Hirschberg-Gefeller Antiklinale.
Markanteste Verbreitung im Frankenwald: schmaler Streifen zwischen Münchberger Gneismasse und Fichtelgebirge (Bl. Bad Berneck bis Bobenneukirchen).
Weitere sichere Vorkommen der Lederschiefer-Formation in der Zone Berg- Joditz- Mödlareuth und der Zone Hirschberg-Rudolphstein (Blätter Naila, Hof, Gefell und Hirschberg), am Bergaer Sattel (Bl. Nordhalben und Naila) und am Gräfenthaler Horst (Bl. Leutenberg und Lehesten).

Vogtland: Vogtländisches Synklinorium

Erzgebirge: Innerhalb der Lößnitz-Zwönitzer Synklinale bei Oberaffalter.

Elbezone: Geröllführend in einem Seitental der Triebisch südlich von Helbigsdorf (Kleinaufschluss in Bachriss).

Nordsächsisches Schiefergebirge: Nordsächsisches Schiefergebirge bis NE- Rand der thüringischen Fazies bei Grimma (Bereich der transgressiven Auflagerung von höherem Ordovizium in thüringischer Fazies auf tiefordovizische Grauwackenfazies Nordsachsens). Vermutlich transgressiv im Raum Pegau auf Leipziger Grauwacke in Nordwestsachsen.
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Sachsen
Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: --
Alterseinstufung: Fossilien:
Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
Thüringen: aus Geröllen Cystoideen, Trilobiten, Brachiopoden, Ostrakoden und Graptolithen.

Im Frankenwald nur einzelne Cystoidee sowie Echinodermenstiele. Keine Leitformen bekannt.

Vogtland:
Plauen: Orthis sp.
Jößnitz: Illaenus cf. sarkaensis
Thiergartner Höhe: Bryozoenfauna
Schurf am Engelspöhl bei Oelsnitz/Vogtl.: Sandsteingerölle mit Crinoidenstielgliedern, Brachiopoden- und Bryozoenfragmenten.

Nordsächsisches Schiefergebirge: Acritarchen
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Schwarzburger Antiklinorium: anchimetamorph

Erzgebirge: Grünschieferfaziell regionalmetamorph, i. w. Albit-Muskowit-Chlorit-Subfazies (LP/LT).
Literatur: LORETZ, H. (1885): Erläuterungen zur geologischen Specialkarte von Preußen und den Thüringer Staaten 1 :25.000. Blatt Steinheid, 30. Lfg., Nr. 35.- 49 S., Berlin.

Berger, H.-J. (1997): 4.10.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 336-337.

Berger, H.-J., Hoth, K. (1997): 4.5.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 148-149.

Leonhardt, D., Hoth, K., Berger, H.-J. (1997): 4.6.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 178.

Mann, M. (1997): 4.1.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 21-27.

Tröger, K.-A., Kurze, M. (1997): 4.8.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 269.

Wiefel, H. (1997): 4.2.2.1 Ordovizium der Thüringischen Faziesreihe. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 58-59.
Autor des Datenblattes: Berger, H.-J., Hoth, K., Kurze, M., Leonhardt, D., Mann, M., Tröger, K.-A., Wiefel, H.
Erstellt am: 10.02.2010
Zuständige Subkommission: Subkommission Proterozoikum-Silur
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.01.2012
Änderung Datensatz: 19.01.2012


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Litholex Recherche vom 19.11.2017, 22:12:42.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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