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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Steintal-Biotit-Hornblende-Gneis-Einheit
ID: 8000100
Hierarischer Rang: nicht klassifiziert
Erstbeschreibung: MOESTA & DATHE, 1884
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Kyffhäuser-Gruppe
Chronostratigraphie: Ordovizium (Paläozoikum)
Synonyme: Schiefriger Syenit (GIRARD 1847);
Dioritgneis (STRENG 1867; SCHÜLLER 1952);
Diorit (LUEDECKE 1903);
Hornblendegneis (BEYRICH 1865; MOESTA & DATHE 1884; SCHRIEL & v. BÜLOW 1926; HESEMANN 1930; NEUMANN 1965, 1968, 1974; SEIM 1967);
Biotit-Hornblende-Plagioklas-Gneiszone (ZEH 1992a, b);
Biotit-Hornblende-Gneiszone (KATZUNG & ZEH 1994);
Amphibol-Biotitgneiszone (WUNDERLICH 1995).
Lithologie: variables, in der Regel dunkles, feinkörniges Biotit-Hornblende-Plagioklas-Gestein, je nach Plagioklasgehalt als Gneis oder Schiefer anzusprechen
Entwicklung geregelter Gefüge von schiefriger Normalausbildung bis zu metamorphogen-migmatitischer Stoffsonderung mit regellos verteilten Leukosomwolken oder leuko- und melanokratem Lagenbau (Steintal-Bergkuppe)
Amphibolitische Partien mit regellos-intersertalen, z. T. dichten Gefügen (oberes Tannenbergstal, W-Hang Goldener Mann) deuten auf ursprünglichen Metadiabas-Anteil (NEUMANN 1965).
am N-Rand hornblendearme Biotit-Plagioklas-Gneislagen
Gesteine sind bereichsweise durch eine intensive Kataklase gekennzeichnet
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: nicht identifizierbar
Südgrenze: nicht aufgeschlossen. Das Vorkommen metablastisch veränderter Varietäten der Steintal - Biotit-Hornblende-Gneise im Borntal-Komplex lässt eine weitere Verbreitung unter dem auflagernden sedimentären Oberkarbon nach S vermuten.
Hangendgrenze: nicht identifizierbar
Nordgrenze: fließend. Einschaltungen von Biotit-Plagioklas-Gneislagen nehmen zu und die Hornblendegehalte nehmen ab
Mittlere Mächtigkeit: 500 - 700 m
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: W-E bis WSW-ENE streichenden Gesteinsverband, der vom Tannenbergstal zum mittleren Kahntal verläuft und dort an einer NNE-SSW-Kataklasitzone vom Borntal-Intrusivkomplex überschoben wird (ZEH 1992b; KATZUNG & ZEH 1994)
Typusaufschlüsse liegen im mittleren und oberen Steintal
Gesteine dieser Formation kommen auch im Wolwedatal S-lich Tilleda vor.
Relikte der Steintal- Biotit-Hornblende-Gneise finden sich im Dachbereich des Borntal-Komplexes (östliches Kahntal, Borntal, N-lich Sittendorfer Köpfe)
Verbreitung (Bundesländer): Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Thüringer Becken
Verbreitung (Ergänzung): Kyffhäuser-Gebirge
Zeitgleiche Einheiten: Äquivalente im Lithotypenbestand des Brotterode-Komplexes des Ruhlaer Kristallins (Ruhlaer Kristallin) zu vermuten
Vergleichbare Gesteinsassoziationen finden sich in den Abfolgen aus Biotit-Gneisen, Quarz-Glimmerschiefern, Biotit-Amphiboliten und Biotit-Hornblende-Gneisen des Kristallins von Hohnsdorf (Regionaleinheit 25: Mitteldeutsche Kristallinzone im Abschnitt Halle - Guben, GOTTESMANN & STEINIKE 1962; RÖLLIG et al. 1995; KAMPE & RÖLLIG 1997; BANKWITZ & BANKWITZ 1998)
Alterseinstufung: nicht gesichert, altpaläozoisches bis unterkarbones Alter möglich
Kommentar: Die Einheit besteht überwiegend aus Orthogesteinen.
Versch./Sonstiges: temperaturbetonte Niederdruckmetamorphose
Literatur: MOESTA, F. & DATHE, E. (1884): Erläuterungen zur geologischen Specialkarte von Preußen und den Thüringischen Staaten. Gradabtheilung 56, No. 35, Blatt Kelbra.– Preuß. Geol. L.-Anst.: 1-57; Berlin.

Wunderlich, J., Zeh, A. (2001): 4.24.4 Kambrium im Kyffhäuser. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion: K. Hoth & D. Leonhardt) (2001a): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum - Teil II: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordthüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 234: 1–236, 22 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 173-183.
Autor des Datenblattes: Wunderlich, J., Zeh, A.
Erstellt am: 31.08.2009
Zuständige Subkommission: Subkommission Proterozoikum-Silur
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 02.11.2009
Änderung Datensatz: 10.11.2009


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Litholex Recherche vom 20.11.2017, 14:18:26.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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