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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Ems-Quarzit
ID: 7016014
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: HOLZAPFEL (1893)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Oberemsium (Emsium (Euro.), Unterdevon (Euro.), Devon, Paläozoikum)
Synonyme: Koblenz-Quarzit (KOCH 1881)
Quarzit von Berlé (GOSSELET 1885)
Schneifel-Quarzit (LEPSIUS 1887)
Coblenzquarzit (VIETOR 1918)
Oberkoblenz, quarzitisch (KUCKELKORN & VORSTER 1926)
Quarzit von Sistig (W. E. SCHMIDT 1944)
Ems-Quarzit (SCHMIDT & SCHRÖDER 1962)
Lithologie: Am Westrand der Sötenicher, Blankenheimer und Dollendorfer Mulde: Graue bis weiße, fein- bis mittelkörnige, quarzitische Sandsteine (kornverzahnte Quarzite, auch „Glaswacken“) wechsellagern mit grünlichgrauen, z.T. auch roten Tonsteinen, die Zahl der Quarzitbänken nimmt ober hin zu.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Das erste Auftreten von hellen Quarziten; geringmächtige Übergangszone mit Auftreten von tonigen Klerf-Sandsteinen und Quarziten.
Hangendgrenze: Aussetzen der Quarzite, in der Nordeifel scharfe Grenze zu karbonathaltigen Gesteinen.
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: 150 m, nach Osten bis auf eine einzige Bank zurückgehend oder fehlend
Typusprofile, etc.: In der Nordeifel nur zahlreiche Kleinaufschlüsse
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): In den südwestlichen Umrandungen der Eifeler Kalkmulden, Daleidener Muldengruppe; Mittelrheingebiet und Hintertaunus.
Zeitgleiche Einheiten: --
Alterseinstufung: Biostratigrafisch: Das Oberems-Alter kann in der Nordeifel nur an wenigen Stellen mittels Makrofauna belegt werden; die umfangreichsten Faunen beschreibt MENTZEL (1966) aus der Schneifel-Mulde; eine vergleichbare Faunula nennt DICKFELD (1969) vom Südwestende der Sötenicher Mulde. Hinweise auf das Oberemsium-Alter geben Treveropyge rotundifrons, Schizophoria vulvaria, Arduspirifer arduennensis. In der Nordeifel, außerhalb des Gebiets des „gut gegliederten Ober-Ems“ ist die Stellung des Ems-Quarzit innerhalb der Oberen Ems-Stufe unbestimmt; er kann (noch) keiner bestimmten Unterstufe zugeordnet werden.
Kommentar: Es bestehen vielleicht fazielle Verzahnungen mit den Schichten der „gut gegliederten Ober-Ems“ (KRÖMMELBEIN 1952), wie es HEIBEL (1969) aus dem Bereich der Gerolsteiner Mulde andeutet (Forschungsbedarf).
Versch./Sonstiges: Der Begriff Ems-Quarzit wird aus historischen Gründen beibehalten und nicht durch eine binäre Bezeichnung ersetzt. Es wird auch nicht vorausgesetzt, dass der Ems-Quarzit zwangsläufig ein Gesteinskörper an der Basis der Oberen Ems-Stufe sein muss; er ist vielmehr augeprägt diachron und auch in der Nordeifel charakteristisch für eine beginnende Transgression.Auf Grund seiner weiten Verbreitung sind Ober- und Untergrenze regional unterschiedlich definiert.
Literatur: DICKFELD, L. (1969): Stratigraphie und Fazies im Westteil der Sötenicher Mulde (Devon/Eifel). – Diss. Univ. Frankfurt: VIII + 205 S., 25 Abb., 44 Taf., 3 Anl.; Frankfurt am Main. – [Unveröff.]

GOSSELET, J. M. (1885): Aperçu géologique sur le terrain dévonien du Grand-Duché de Luxembourg. – Ann. Soc. géol. Nord, 12: 260-300, 1 Kt.; Lille.

KRÖMMELBEIN, K. (1955): Stratigraphie und Tektonik der Salmerwald-Mulde (Devon, Eifel). – In: K. KRÖMMELBEIN, E.-E. HOTZ, W. KRÄUSEL & W. STRUVE: Zur Geologie der Eifelkalkmulden. – Beih. geol. Jb., 17: 3-4, 7-44, 8 Abb., 1 Tab., 4 Taf., , 1 Anl.; Hannover.

MENTZEL, R. (1966): Das Unter-Devon des Schneifel-Gebietes (Rheinisches Schiefergebirge, Eifel). – Diss. Univ. Frankfurt: XIII + 125 S., 14 Abb., 1 Anl.; Frankfurt am Main. – [Unveröff.]

RIBBERT, K.-H. (1993), mit Beitr. von REINHARDT, M., SCHALICH, J. & VIETH-REDEMANN, A.: Erläuterungen zu Blatt 5504 Hellenthal. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 5504: 91 S., 14 Abb., 5 Tab., 1 Taf.; Krefeld.

VIETOR, W. (1918): Der Koblenzquarzit, seine Fauna, Stellung und linksrheinische Verbreitung. – Jb. kgl. preuß. geol. L.-Anst., 37: 317-476, 2 Abb., 3 Taf.; Berlin.
Autor des Datenblattes: Ribbert, Karl-Heinz
Erstellt am: 18.01.2007
Zuständige Subkommission: Subkommission Devon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 30.05.2007
Änderung Datensatz: 06.06.2007


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Litholex Recherche vom 22.09.2017, 13:49:51.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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