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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Arnsberg-Formation
ID: 6004042
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: GRUPE & PAECKELMANN, 1936
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Möhne-Gruppe
Chronostratigraphie: Namurium (Oberkarbon (Silesium), Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: Flötzleerer Sundstein (VON DECHEN 1823)
Grauwackensandstein (DENCKMANN 1905a)
Flözleeres (BÄRTLING 1911)
Rauhe Bänderschiefer mit untergeordneten Grauwacken (PAECKELMANN 1930)
Grauwacken und Grauwackenschiefer des Unteren und Mittleren Namur (KÜHNE in KÜHNE & PAECKELMANN 1929)
Arnsberger Grauwacken (H. SCHMIDT 1934)
Kulmgrauwackenschiefer (GRUPE & PAECKELMANN 1936)
Arnsberger Schichten (GRUPE & PAECKELMANN 1936)
Ungegliedertes Namur (STASCHEN 1968)
Untere Arnsberger Schichten (PATTEISKY 1959)
Obere Arnsberger Schichten (PATTEISKY 1959)
Lüsenberg Formation (KORN 2003b)
Lüsenberg Grauwacken Formation (KORN 2010)
Lithologie: Die Arnsberg-Formation ist eine Abfolge von fast ausschließlich siliziklastischen Gesteinen, von denen ein weites Spektrum beginnend mit feinkörnigen Tonsteinen über Siltsteine, Grauwackenschiefer und Grauwacken bis hin zu konglomeratischen Bildungen vertreten sind.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die Basis der Formation kann an den Beginn der Grauwacken-Sedimentation gelegt werden. An einigen Stellen, etwa im Gebiet von Arnsberg und Hemer, ist diese Grenze recht scharf und von der Einschaltung der “Ersten Grauwacke” gekennzeichnet. Im Gebiet von Brilon und Sundern ist diese Grenze weniger deutlich, hier beginnt die Formation mit mächtigen siltigen Einschaltungen. Besonders im Raum Marsberg-Bredelar beginnt die Lüsenberg-Formation mit Grauwackenschiefern (Bredelar-Formation).
Hangendgrenze: Die Obergrenze der Formation, also die Grenze gegen die “Hagener Schichten”, ist schwer zu ziehen. Nach den Erfahrungen von KÜHNE (1938b, 1938c) und WACHENDORF (1965) kann sie am besten durch den höheren Glimmergehalt in den Grauwacken der “Hagener Schichten” definiert werden.
Mittlere Mächtigkeit: Die Mächtigkeit ist wegen der intensiven Verfaltung der Schichten schwer abzuschätzen. CLAUSEN (1984: 46) schätzt die Mächtigkeit der Formation im Blattgebiet Hirschberg auf 550 bis 600 Meter. Meist wird eine Mächtigkeit der Formation auf etwa 400 m angegeben
Maximale Mächtigkeit: Nach WACHENDORF (1965: 712) liegt die größte Mächtigkeit der Arnsberg-Formation in der Lüdenscheider Mulde vor; sie beträgt hier maximal 750 Meter.
Typusprofile, etc.: “Ruhruferweg”, 1 km ostnordöstlich der Stadtmitte von Arnsberg, Messtischblatt 4514 Arnsberg, r 3436 000, h 5696 750 (Südflanke des Remscheid-Altenaer Sattels). / Nordrand des Rheinischen Schiefergebirges zwischen Wuppertal und Marsberg
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: --
Alterseinstufung: Die Fossilführung der Arnsberg-Formation ist über weite Strecken recht gering; nur wenige Aufschlüsse lieferten brauchbare Leitfossilien, die in den Arbeiten von H. SCHMIDT (1934) und PATTEISKY (1959) bearbeitet worden sind. Allein im mittlerweile zugeschütteten Aufschluss der Ziegeleigrube Bröffel bei Hemer konnte die Untergrenze biostratigraphisch eingeordnet werden. HORN (1960a: 306) fand unter der ersten, wulstigen und ungeschichteten Grauwacke der Arnsberg-Formation die Goniatiten-Arten Tumulites pseudobilinguis 3 (HORN, 1960), Eumorphoceras aff. bisulcatum (GIRTY, 1909) und Cravenoceras malhamense (BISAT, 1924). Unmittelbar über der Grauwacke liegt der “bisulcatum-Kieselschiefer” (H. SCHMIDT 1934; HORN 1960a), ein schwarzer kieseliger Tonstein mit zahlreichen Exemplaren der Goniatiten-Art Eumorphoceras grassingtonense DUNHAM & STUBBLEFIED, 1942. Das bedeutet, dass die Grenze Pendleium/Arnsbergium im Bereich der ersten Grauwacke liegt. Dieser Horizont besitzt Leitwert am Nordrand des Rheinischen Schiefergebirge und wurde bei Hemer, Arnsberg und Rüthen nachgewiesen (H. SCHMIDT 1934; HORN 1960a; STASCHEN 1968).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: CLAUSEN, Claus-Dieter (1984), mit Beiträgen von Frank-Dietrich ERKWOH, Heinz GRÜNHAGE, Heinrich VON KAMP, Hans-Wolfgang REHAGEN und Monika WOLF: Erläuterungen zu Blatt 4515 Hirschberg. – Geologische Karte von Nordrhrein-Westfalen 1:25 000, Erläuterungen, 4515 Hirschberg: 1-115, Abb. 1-11, Tab. 1-7, 1 map; Krefeld.
HORN, Manfred (1960a): Die Zone des Eumorphoceras pseudobilingue im Sauerland. – Fortschritte in der Geologie von Rheinland und Westfalen, 3,1: 303-342, Abb. 1-6, Tab. 1, Taf. 1-5; Krefeld.
KORN, Dieter (2003b): Die Formationen der Kulm-Fazies im Rheinischen Schiefergebirge. – Senckenbergiana lethaea, 83 (1/2): 236-242; Frankfurt a. M.
KORN, Dieter (2006): Lithostratigraphische Neugliederung der Kulm-Sedimentgesteine im Rheinischen Schiefergebirge. – Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 41: 379-383, Abb. 1; Hannover.
KORN, Dieter (2010): Lithostratigraphy and biostratigraphy of the Kulm succession in the Rhenish Mountains. – Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 161 (4):431-453, Abb. 1-9; Stuttgart.KÜHNE, Friedrich (1938b), mit einem Beitrag von P. PFEFFER: Erläuterungen zu Blatt Arnsberg-Nord Nr. 2582 (Neue Nr. 4514). – Geologische Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern, Lieferung 349: 1-36, Tab. 1-7, 1 Taf.; Berlin.
KÜHNE, Friedrich (1938c), mit einem Beitrag von P. PFEFFER: Erläuterungen zu Blatt Neheim Nr. 2581 (Neue Nr. 4513). – Geologische Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern, Lieferung 349: 1-40, Tab. 1-7, 1 Taf.; Berlin.
PATTEISKY, Karl (1959): Die Goniatiten im Namur des Niederrheinisch-Westfälischen Karbongebietes. – Mitteilungen der Westfälischen Berggewerkschaftskasse, 14: 1-66, Abb. 1-18, Taf. 1-14; Herne (Kartenberg).
SCHMIDT, Hermann (1925): Die carbonischen Goniatiten Deutschlands. – Jahrbuch der Preußischen Geologischen Landesanstalt, 45 (für 1924): 489-609, Abb. 1-3, Taf. 19-26; Berlin.
SCHMIDT, Hermann (1934): Cephalopodenfaunen des älteren Namur aus der Umgegend von Arnsberg in Westfalen. – Jahrbuch der Preußischen Geologischen Landesanstalt, 54 (für 1933): 440-461, Abb.1-86; Berlin.
WACHENDORF, Horst (1965): Wesen und Herkunft der Sedimente des westfälischen Flözleeren. – Geologisches Jahrbuch, 82: 705-754, Abb. 1-12, Tab. 1-2, Taf. 49-52; Hannover.
Autor des Datenblattes: Korn, D.
Erstellt am: 20.07.2005
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 04.03.2015
Änderung Datensatz: 08.04.2015


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Litholex Recherche vom 26.07.2017, 00:34:12.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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