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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Rhena-Subformation
ID: 6004037
Hierarischer Rang: Subformation (Member)
Erstbeschreibung: MEISCHNER, 1962
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Lelbach-Formation
Chronostratigraphie: Viséum (Unterkarbon, Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: flinzartige Kalkbänke (PAECKELMANN 1936b)
Rhenaer Kalk (H. SCHMIDT 1942)
Rhena-Kalkstein (MEISCHNER 1971)
Rhenaerkalk (HEGGEMANN & KULICK 1997)
Rhena Member (KORN 2003b, 2010)
Lithologie: MEISCHNER (1962) beschrieb die durch grobkörnige Kalk-Turbidite charakterisierte Subformation; diese Turbidite ähneln den Carbonat-Bänken der stratigraphisch älteren Hesseberg-Subformation. Kalkstein-Bänke wechsellagern mit Tonstein- und Mergel-Horizonten. Die Bankmächtigkeit reicht von wenigen Zentimetern bis ungefähr 1,20 Metern; diese Bänke werden fast ausschließlich von Fossildetritus (Crinoiden, Bryozoen, Brachiopoden, Foraminiferen, Ostracoden) und Ooiden aufgebaut. Gut erhaltene Makrofossilien treten hingegen nur selten auf. Die Bänke besitzen eine scharfe Basis und sind deutlich gradiert. Nach oben zeigen die Kalkstein-Bänke eine Zunahme von mergeligem Material und ein graduelle Transformation in die überlagernden Tonsteine. In den höchsten Bänken der Rhena-Subformation kommen Quarz- und Feldspat-Detritus sowie Glimmerschüppchen mit zunehmender Tendenz vor.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die Rhena-Subformation überlagert die Scharfenberg- oder die Hesseberg-Subformation.
Hangendgrenze: Die Obergrenze der Subformation, also die Grenze zur Dainrode-Formation (“Kulmgrauwacken”), ist ein rascher, aber gradueller Übergang durch die Zunahme von Grauwacken-Material innerhalb der Carbonat-Bänke.
Mittlere Mächtigkeit: 16 Meter an der Typus-Lokalität von Rhena
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Südlicher Teil des aufgegebenen Steinbruches am Nordrand der Ortschaft Rhena, Messtischblatt 4718 Goddelsheim, r 3485 550, h 5684 025. / Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges (Waldecker Mulde) zwischen Adorf und Hillershausen
Verbreitung (Bundesländer): Hessen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Wicheln-Subformation
Alterseinstufung: Die genaue biostratigraphische Ausdehnung der Subformation ist nicht bekannt; nach den von H. SCHMIDT (1942) und MEISCHNER (1962) bereitgestellten Daten ist die Reichweite der Subformation von der Neoglyphioceras spirale-Zone bis in die Lusitanoceras poststriatum-Zone. Im Aufschluss von Rhena wurde Sulcogirtyoceras burhennei (BRÜNING, 1923) in der Rhena-Subformation gefunden und zeigt, dass zumindest Teile dieser Einheit bereits in die Paraglyphioceras rotundum-Zone gehören. In einigen Profilen konnte der Actinopterien-Horizont (welcher in die Neoglyphioceras suerlandense-Zone gehört) von MEISCHNER (1962: 14) in der Mitte der Abfolge nachgewiesen werden; damit liegen weitere biostratigraphische Information vor.
Die Rhena-Subformation lieferte gut erhaltene Conodonten, welche in die Lochriea nodosa-Zone zu stellen sind (MEISCHNER 1970: 1174).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: HAUBOLD, Werner (1933): Ueber das Unterkarbon auf Blatt Goddelsheim am Ostrande des Rheinischen Schiefergebirges. – Jahrbuch der Preußischen Geologischen Landesanstalt, 53 (für 1932): 208-246, Abb. 1-4, Tab. 1-3, Taf. 18; Berlin.
KORN, Dieter (2003b): Die Formationen der Kulm-Fazies im Rheinischen Schiefergebirge. – Senckenbergiana lethaea, 83 (1/2): 236-242; Frankfurt a. M.
KORN, Dieter (2006): Lithostratigraphische Neugliederung der Kulm-Sedimentgesteine im Rheinischen Schiefergebirge. – Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 41: 379-383, Abb. 1; Hannover.
KORN, Dieter (2010): Lithostratigraphy and biostratigraphy of the Kulm succession in the Rhenish Mountains. – Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 161 (4):431-453, Abb. 1-9; Stuttgart.MEISCHNER, Klaus-Dieter (1962): Rhenaer Kalk und Posidonienkalk im Kulm des nordöstlichen Rheinischen Schiefergebirges und der Kohlenkalk von Schreufa (Eder). – Abhandlungen des Hessischen Landesamtes für Bodenfürschung, 39: 1-47, Abb. 1-15, Tab. 1-2, Taf. 1-7; Wiesbaden.
MEISCHNER, Klaus-Dieter (1964): Allodapische Kalke, Turbidite in Riff-nahen Sedimentations-Becken. – In: BOUMA, A. H. & BROUWER, A. (Eds.): Turbidites, Developments in Sedimentology, 3: 156-191, Abb. 1-5, Taf. 1-3; Amsterdam (Elsevier).
MEISCHNER, Dieter (1970): Conodonten-Chronologie des deutschen Karbons. – Compte Rendue Sixième Congrès International de Stratigraphie et de Géologie du Carbonifère, Sheffield 11th to 16th September 1967, 3: 1169-1180, Abb. 1-3; Maastricht.
PAECKELMANN, Werner (1936b), mit einem Beitrag von P. PFEFFER: Erläuterungen zu Blatt Adorf Nr. 2660. – Geologische Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern, Lieferung 341: 1-66, Abb. 1, 1 map; Berlin.
Autor des Datenblattes: Korn, D.
Erstellt am: 20.07.2005
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 04.03.2015
Änderung Datensatz: 08.04.2015


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Litholex Recherche vom 26.07.2017, 00:39:44.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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