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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Ober-Röhre-Subformation
ID: 6004020
Hierarischer Rang: Subformation (Member)
Erstbeschreibung: KORN, 2003b
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Hellefeld-Formation
Chronostratigraphie: Tournaisium (Unterkarbon, Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: Ober-Röhre Member (KORN 2003b)
Oberröhre Member (KORN 2010)
Lithologie: Einheit 4 (12,7 m), plattige, feinkörnige kieselige Kalksteine in Abwechslung mit hellgrauen Kieselschiefer-Paketen (“Kieselkalk”-Fazies). Die Carbonat-Bänke stellen ungefähr 70% des Profils.
Einheit 5 (14,5 m) wie Einheit 2 der Stemmberg-Subformation, aber mit viel häufigeren Kieselschiefern. Die Carbonat-Bänke setzen ungefähr 65% des Profils zusammen; sie sind in Gruppen angeordnet und ihr Abstand zueinander nimmt nach oben zu.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die Ober-Röhre-Subformation beginnt mit den Einschaltungen von kieseligen Tonsteinen in die detritische Kalkstein-Abfolge. Weitere gute Anhaltspunkte sind die häufigen Zwischenlagen von Metabentoniten, von welchen mindestens 50 in der Subformation gezählt werden können.
Hangendgrenze: Die Obergrenze der Subformation ist markiert durch die Basis des Grimmeri-Horizontes, welche am Farbwechsel der Pelite von grau nach schwarz liegt.
Mittlere Mächtigkeit: 25 – 30 Meter im Gebiet zwischen Hellefeld und Sundern
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Aufgegebener Steinbruch von Ober-Röhre westlich der Röhr bei Sundern, Messtischblatt 4614 Arnsberg, r 3431 250, h 5686 850 (Lüdenscheider Mulde). Detaillierte Beschreibungen des Profils und seines biostratigraphischen und lithologischen Inhaltes wurden von NICOLAUS (1963), HELMKAMPF (1969), MERSMANN (1993) sowie MEISCHNER & NEMYROWSKA (1999) publiziert.
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Holzen-Subformation
Alterseinstufung: Im Profil am Stemmberg bei Hellefeld konnte NICOLAUS (1963: 50 und 21) E. nasutus in sechs Horizonten innerhalb einer Gesteinseinheit 4,50 Metern Mächtigkeit nachweisen. Das unterste Auftreten von E. grimmeri liegt 6,50 Meter über dem höchsten Horizont mit E. nasutus. Zur Zeit von NICOLAUS' Untersuchungen war der höchste Anteil der Hellefeld-Formation noch nicht in diesem Steinbruch aufgeschlossen; daher konnte NICOLAUS nichts über den Abstand zum Grimmeri-Horizont sagen. Die besseren Aufschluss-Verhältnisse erlauben nun aber die Aussage, dass die Horizonte mit E. nasutus 19.5 bis 15 Meter unter dem Grimmeri-Horizont liegen. Besonders der Aufschluss in der Ober-Röhre bei Sundern lieferte E. grimmeri in mehreren Lagen in einem Profilintervall von 4,20 Metern.
MEISCHNER & NEMYROVSKA (1999) unterzogen das Profil im aufgegebenen Steinbruch von Ober-Röhre einer Neu-Untersuchung und dokumentierten die Conodonten-Abfolge. Sie konnten demonstrieren, dass die Abfolge von Gnathodus praebilineatus BELKA, 1985 zu Gn. bilineatus (ROUNDY, 1926) innerhalb der obersten 15 Meter der Hellefeld-Formation zu erkennen ist. Die erste Unterart von Gn. bilineatus ist Gn. bil. romulus MEISCHNER & NEMYROVSKA, 1999, welche fast gleichzeitig mit Entogonites grimmeri einsetzt. Gn. bil. remus MEISCHNER & NEMYROVSKA, 1999 beginnt 0,50 Meter unter dem Grimmeri-Horizont.
Untersuchungen von Foraminiferen erwiesen sich nicht als besonders erfolgreich. CONIL & PAPROTH (1968: 71) fanden unterhalb des Grimmeri-Horizontes ziemlich uniforme Vergesellschaftungen von Arten, welche in Belgien aus den Zonen V2a bis V3b bekannt sind. Diese Faunen sind nicht charakteristisch genug, um sie einer bestimmten stratigraphischen Position zuzuschreiben.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: CONIL, Raphael & PAPROTH, Eva (1968): Mit Foraminiferen gegliederte Profile aus dem nordwest-deutschen Kohlenkalk und Kulm. Mit einem paläontologischen Anhang von Raphael CONIL, Louvain und Maurice LYS, Rueil-Malmaison. – Decheniana, 119 (1/2): 51-94, Abb. 1-3, Tab. 1-4, Taf. 1-6; Bonn.
GAUGLITZ, Renate (1967): Der Hellefelder Kalk (sogenannter “Kohlenkalk”) am Südrand der Nuttlarer und Lüdenscheider Mulde im Zusammenhang mit einem altersgleichen Konglomerat-Horizont am Nordostrand der Elsper Kulm-Mulde. – Dissertation der Georg-August-Universität zu Göttingen: 1-67, Abb. 1-12; Göttingen.
HELMKAMPF, Klaus (1969): Zur Sedimentpetrographie und Stratinomie des Westenfelder Kohlenkalkes (Sauerland). – Fortschritte in der Geologie von Rheinland und Westfalen, 16: 473-528, Abb. 1-14, Tab. 1-6, Taf. 1-7; Krefeld.
KORN, Dieter (2003b): Die Formationen der Kulm-Fazies im Rheinischen Schiefergebirge. – Senckenbergiana lethaea, 83 (1/2): 236-242; Frankfurt a. M.
KORN, Dieter (2006): Lithostratigraphische Neugliederung der Kulm-Sedimentgesteine im Rheinischen Schiefergebirge. – Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 41: 379-383, Abb. 1; Hannover.
KORN, Dieter (2010): Lithostratigraphy and biostratigraphy of the Kulm succession in the Rhenish Mountains. – Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 161 (4):431-453, Abb. 1-9; Stuttgart.MEISCHNER, Dieter & NEMYROVSKA, Tamara (1999): Origin of Gnathodus bilineatus (ROUNDY, 1926) related to goniatite zonation in Rheinisches Schiefergebirge, Germany. – Bollettino della Società Paleontologica Italiana, 37 (2-3) (für 1998): 427-442, Abb. 1-3, Taf. 1-4; Modena.
MERSMANN, Hildegard (1993): Litho- und biostratigraphische Dokumentation des Aufschlusses “Sundern Oberröhre” südlich Sundern, Hochsauerlandkreis. – Geologie und Paläontologie in Westfalen, 22: 11-40, Abb. 1-3; Münster.
NICOLAUS, Hans-Joachim (1963): Zur Stratigraphie und Fauna der crenistria-Zone im Kulm des Rheinischen Schiefergebirges. – Beihefte zum Geologischen Jahrbuch, 53: 1-246, Abb. 1-32, Tab. 1-15, Taf. 1-22; Hannover.
Autor des Datenblattes: Korn, D.
Erstellt am: 19.07.2005
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 04.03.2015
Änderung Datensatz: 08.04.2015


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Litholex Recherche vom 26.07.2017, 00:38:53.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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