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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Stätteberg-Formation
ID: 6002002
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: HEGGEMANN, H., KAUFMANN, H., KELLER, TH & EILRICH, B. (2004)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Zechstein
Chronostratigraphie: Oberperm (Lopingium) (Perm, Paläozoikum)
Synonyme: Stäteberg-Flöz, Flöz des Stäteberges (Zs2, ZsFl) (DENCKMANN 1891, 1902)
Stätteberg-Schichten (Ca1-A1Ca?, Ca1St, z1ST, Ca1ST) (KULICK 1991, KULICK & PAUL 1987)
Stätteberg-Schichten (CaST, Ca1ST) (HORN et al. 1993)
Lithologie: Die Sedimente der Stätteberg-Formation (zSb) setzten sich aus einer Wechselfolge von grauen mergeligen Tonsteinen bis tonigen Mergelsteinen sowie grauen bituminösen Kalksteinen mit mariner Fauna und gelben karbonatischen Sandsteinen und Schluffsteinen mit großen Pflanzenresten bzw. Pflanzenhäckseln auf den Schichtflächen zusammen. Die Sandsteine weisen eine Vielzahl von Sedimentstrukturen auf. Dazu gehören Schrägschichtung, Rippelmarken, "hummocky cross-stratification", Schleifspuren und Belastungsmarken. Im Nordwesten des Verbreitungsgebietes treten in einem schmalen Band dolomitisch zementierte oolithische Sandsteine auf. In allen Profilen ist eine grobe Zweiteilung der Schichtenfolge in einen liegenden sandig-mergeligen bis tonigen Abschnitt und einen hangenden feinsandigen Abschnitt zu beobachten. Eine feinstratigraphische Korrelation einzelner Schichten im Verbreitungsgebiet ist bisher auf Grund der schlechten Aufschlussverhältnisse nicht möglich. Borgehalt-Analysen wurden von Sauer (1964) an den grauen bituminösen Kalksteinen der Stätteberg-Formation durchgeführt. Die Proben hatten Borgehalte zwischen 0,035 und 0,060 %. Diese Werte sprechen für einen marin geprägten Ablagerungsraum dieser Gesteine. Die Sedimentgesteine sind in einem stark terrestrisch beeinflussten marinen (lagunären) Randbereich am südwestlichen Ende der Korbacher Bucht entstanden und sind als fazielle Vertretung mit der Werra-Karbonat-Formation ("Zechsteinkalk", z1CA) korrelierbar.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die karbonatischen Sedimente der Stätteberg-Formation überlagern mit sedimentärer Diskordanz vor allem die grobklastischen Gesteine der Battenberg-Formation (rzBt). In Schürfen und Sondierungen wurde eine Verzahnung mit den Sedimenten der Battenberg-Formation beobachtet (SAUER, 1964). Lokal liegt die Schichtenfolge der Stätteberg-Formation direkt gefaltetem Paläozoikum auf.
Hangendgrenze: Im Bereich der Typlokalität werden die Sedimente der Stätteberg-Formation von den feinklastischen Sandsteinen und Schluffsteinen der Geismar-Formation (zGs) überlagert. Im Nordwesten des Verbreitungsgebietes zwischen Viermünden und Sachsenberg (GK 4818 Medebach) verzahnen sich die Schichten mit den grauen Kalken der Werra-Karbonat-Formation ("Zechsteinkalk"-Fazies z1CA) der Korbacher Bucht und werden in diesem Verbreitungsraum lokal von diesen über- und unterlagert.
Mittlere Mächtigkeit: Die Mächtigkeiten der Stätteberg-Formation schwanken und betragen im Bereich der Typlokalität etwa 12 m (HOLZAPFEL 1980, 1991, KULICK 1991), dies ist die maximale bisher beobachtete Mächtigkeit der Abfolge. Im Norden und Nordosten verzahnen sich die terrestrisch geprägten Sedimente mit den grauen marinen Kalksteinen und Mergelsteinen der Werra-Karbonat-Formation ("Zechsteinkalk") und keilen aus. Südlich der Eder werden sie nur noch am nordöstlichen Hang des „Auf dem Kaln“ (südwestlicher Ortsausgang Frankenberg) beschrieben (DENCKMANN 1902) und haben dort eine Mächtigkeit von ca. 3 m.
Maximale Mächtigkeit: Die Mächtigkeiten der Stätteberg-Formation schwanken und betragen im Bereich der Typlokalität etwa 12 m (HOLZAPFEL 1980, 1991, KULICK 1991), dies ist die maximale bisher beobachtete Mächtigkeit der Abfolge.
Typusprofile, etc.: Ehemaliger Steinbruch ca. 1 km südöstlich von Rodenbach (nordwestlich Frankenberg) (HOLZAPFEL1980, 1991, KULICK & PAUL 1987, KULICK 1991, HORN et al. 1993), TK25 4918 Frankenberg R: 34 83 785, H: 56 59 370
Verbreitung (Bundesländer): Hessen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): Die Gesteine der Stätteberg-Formation sind auf den schmalen Streifen zwischen Haine und Viermünden nördlich der Eder sowie auf ein kleines Vorkommen südwestlich von Frankenberg am Nordostrand des „Auf dem Kall“ beschränkt (Geologische Karte von Hessen Blatt 4818 Medebach (Heggemann 2003) und Blatt 4918 Frankenberg (Heggemann et al. 2007). Ein von SAUER (1964) beschriebenes Vorkommen am Talberg südlich von Röddenau konnte während der geologischen Kartierung des Kartenblattes 4918 Frankenberg nicht bestätigt werden. Die flächenhafte Verbreitung ist auf schmale Ausbisse und kleine Erosionsreste beschränkt. Bei Viermünden im Nordosten des Verbreitungsgebietes verzahnen sich die Sedimente der Stätteberg-Formation mit grauen Kalk- und Mergelsteinen der Werra-Karbonat-Formation (Geologische Karte von Hessen Blatt 4818 Medebach (HEGGEMANN 2003))
Zeitgleiche Einheiten: Die Sedimente der Stätteberg-Formation wurden am südwestlichen Rand der Korbacher Bucht, einer bis zu 40 km langen Meeresbucht zur Zeit der unteren Werra-Folge abgelagert. Sie sind die randfaziellen Vertretungen der Werra-Karbonat-Formation (z1CA). Nach Nordosten auf das Zentrum der Korbacher Bucht zu verzahnen sich die Sedimente der Stätteberg-Formation mit den grauen marinen Kalksteinen der Werra-Karbonat-Formation ("Zechsteinkalk"). An der Basis der Formation konnten Verzahnungen mit den jüngsten Schichten der terrestrischen Fazies der Battenberg-Formation (rzBt) beobachtet werden.
Alterseinstufung: Die Alterseinstufung erfolgte bisher nur aufgrund von lithofaziellen Merkmalen bzw. auf Grund der Kartierbefunde, dass eine Verzahnung der Sedimente mit Schichten der Werra-Karbonat-Formation im Hangenden und der Battenberg-Formation im Liegenden zu beobachten ist. Anhand der Fossilfunde konnte keine genaue Alterseinstufung erfolgen (SAUER 1964).
Kommentar: Die randfazielle Lage zwischen terrestrischem und marinem Ablagerungsraum bedingt, dass eine genaue Alterseinstufung schwierig ist. Die Formation hat nur eine geringe lokale Verbreitung. Die Aufschlussverhältnisse sind schlecht. Die Befunde der Kartierung sprechen für eine Alterseinstufung in die Werra-Folge.
Versch./Sonstiges: --
Literatur: DENCKMANN, A. (1893): Die Frankenberger Permbildungen.- Jb. d. geol. Landesanstalt für 1891, S. 234-267, Taf. XIX; Berlin.
DENCKMANN, A. (1902): Bericht über die Kellerwald-Excursion und die Frankenberger Excursion der Deutschen geologischen Gesellschaft im August 1902, II.: Excursionen im Zechstein bei Frankenberg.- S. 169-174; Zeitschr. Dt. geol. Ges., 54. Bd., Verhandl.; (Cotta’sche Buchhandlung).
KULICK, J. (1991): Die Randfazies des Zechsteins in der Korbacher und in der Frankenberger Bucht (Exkursion E am 4. April 1991).- Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N. F. 73, S. 85-113, 9 Abb., 1 Tab.; Stuttgart.
SAUERr, E. (1964): Das Perm am Schiefergebirgsrand zwischen Gilserberg und Lollar.- 115 S., 59 Abb., 9 Taf., 8 Tab.; Marburg.
STILLE, H. (1902): Ueber Schürfungen im Gebiete des Frankenberger Perm und dessen Vertretung weiter nördlich.- In Denckmann, A.: Bericht über die Kellerwald-Excursion und die Frankenberger Excursion der Deutschen geologischen Gesellschaft im August 1902.- S. 174-182; Zeitschr. Dt. geol. Ges., 54. Bd., Verhandl.; (Cotta’sche Buchhandlung).
KULICK, J. & KOWALCZYK, G. (1987): Exkursion E1, Die Randfazies des Zechsteins in der Korbacher Bucht und im Frankenberger Raum, Stopp 1–7. – In: J. Kulick & J. Paul, Hg.: Zechsteinaufschlüsse in der Hessischen Senke und am westlichen Harzrand, Int. Symp. Zechstein 87, Exkursionsführer II: 141–169; Wiesbaden.
HORN, M., KULICK, J. & TIETZE, K.-W. (1993).- Kontinentale klastische Sedimente aus Oberperm und Untertrias am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges.- Exkursionsführer A3 und B3 der Sediment 93: 356 - 377, Geologica et Palaeontologica; Marburg.
HEGGEMANN, H. (2003): Geologische Karte von Hessen, Blatt 4818 Medebach, 1:25.000.- (ohne Erläuterungen) Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie; Wiesbaden.
HEGGEMANN, H., KAUFMANN, H., KELLERr, T., & EILRICH, B. (2004): Die Geologie des Steinbruchs Rodenbach bei Frankenberg - Unterschutzstellung von drei Steinbruchsarealen.— Geologisches Jahrbuch Hessen, 131:105-118, Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Wiesbaden.
HEGGEMANN, H., HUG, N. & HOSELMANN, C. (2007): Geologische Karte von Hessen, Blatt 4819 Frankenberg, 1:25.000.- (ohne Erläuterungen) Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie; Wiesbaden.
Autor des Datenblattes: Heggemann, H.
Erstellt am: 21.09.2005
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 23.04.2008
Änderung Datensatz: 29.04.2008
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Litholex Recherche vom 25.09.2017, 20:54:09.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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