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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Flandersbach-Formation
ID: 53
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Ribbert (erstmalig für LithoLex definiert)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Givetium (Mitteldevon, Devon, Paläozoikum)
Synonyme: Flinzschiefer (PAECKELMANN 1913)
Flinzschiefer (PAECKELMANN 1928)
Flinzschiefer (BÄRTLING & PAECKELMANN 1928)
Flinzschiefer (PAECKELMANN & ZIMMERMANN 1930)
Obere Honseler Schichten (PAECKELMANN & ZIMMERMANN 1930)
Flinzschiefer (WUNSTORF 1931)
Flinzschiefer (BREDDIN 1931)
Liegende Flinzschiefer (PAECKELMANN 1942)
Flinzschiefer (ROTHAUSEN 1959)
Rauhklastische Schichten (ROTHAUSEN 1959)
Rauhklastische Schichten (SCHRÖDER & TAUPITZ 1965)
Tonsteinfolge in Honseler Fazies (RIBBERT 1998a)
Lithologie: Tonsteindominierte Schichtenfolge mit Lagen und Bändern von Schluff- und Feinsandstein; im Übergang zum Massenkalk auch tonige Kalksteine; die Tonsteine sind dunkelblaugrau, schwach kalkhaltig, fossilführend und meist stark geschiefert.
Mächtigere Einschaltungen: Einzelne, wenige Meter mächtige Sandsteinhorizonte, unregelmäßig in der gesamten Schichtenfolge verteilt; Biostrome in Form von linsenförmigen Gesteinskörpern, die größten dieser kartierfähigen Einschaltungen liegen bei Heuhaus und zwischen Tüg und Grünenthal (Blatt 4707 Mettmann).
Untergeordnete Einheit: keine
Liegendgrenze: Das Liegende sind Phyllit-Quarzit-Konglomerate und Rotschiefer (Hauptkonglomerat des Schwarzbachtals).
Hangendgrenze: Am Nord- und Nordost-Rand des Velberter Sattels Einsetzen des Massenkalks; im Süden des Sattels im Kothenhovener Tal (s.u.) Übergang in Flinzschiefer mit einzelnen Flinzplattenkalken.
Mittlere Mächtigkeit: mindestens 200 - 300 m
Maximale Mächtigkeit: wegen des undurchsichtigen tektonischen Baus nicht bekannt
Typusprofile, etc.: Profile im Angertal: Bahneinschnitt östl. ehem. Bahnhof Hofermühle (R 25 66; H 56 86, Blatt 4607 Heiligenhaus); Gemarkung Flandersbach (R 25 69, H 56 86, Blätter 4607 Heiligenhaus u. 4608 Velbert).
Ehem. Schiefergrube der Firma Rheinkalk (R 27 70,
H 56 84, Blatt 4708 Wuppertal-Elberfeld). Aufschlüsse im Tal des Hubbelrather Baches zwischen Mydlinghoven und Kothenhoven nördlich Erkrath (Blatt 4707 Mettmann).
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): Kernschichten des Velberter Sattels
Zeitgleiche Einheiten: Forschungsbohrung Viersen 1001,Teufenabschnitt 1124 - 1463 m (RIBBERT 1998b); Forschungsbohrung Lanzerath (RIBBERT 1998b); Massenkalk im Raum Wuppertal – Hagen-Hohenlimburg – Iserlohn (vgl. Korrelationsschema Abb. 6 in RIBBERT 1998a)
Alterseinstufung: Oberkante: Älter als Unter asymmetricus-Zone (Basis des Massenkalks am Wülfrather Sattel, HOENEN 1972); älter als Späte falsiovalis-Zone (Basis des Massenkalks im Stbr. Hofermühle-Süd). Conodonten aus Kalksteinen im obersten Teil der Flandersbach-Schichten beim Stbr. Hofermühle-Süd weisen auf die varcus-Zone hin.
Unterkante: nicht datiert, vermutlich jünger als Frühes „Obergivetium“ (RIBBERT 1998a nach Struve 1982)
Kommentar: Die Flandersbach-Formation führt eine umfangreiche Brachiopodenfauna: Fauna von Voismühle, STRUVE (1982); Typregion Flandersbach, det. STRUVE (unveröff.); Forschungsbohrungen Lanzerath 1 und Viersen 1001 (STRUVE 1998);
Daneben Lagen von Crinoiden und Bryozoen, Tentakuliten, einzelne tabulate Korallen und Stromatoporen
Versch./Sonstiges: Die Flandersbach-Formation ist faziell vergleichbar mit den Oberen Honsel-Schichten von Wuppertal (SCHMIDT 1909, PAECKELMANN 1928) und von Hagen-Hohenlimburg (Oege- und Saat-Schichten, v. KAMP 1972). Sie ist ebenfalls zu vergleichen mit den Schichten der Bohrung Lanzerath 1001. Deren litho- und biofazielle Merkmale zeigt die Darstellung in Abb. 5 aus RIBBERT (1998a) (s. Anlage).
Literatur: BÄRTLING, R. & PAECKELMANN, W. (1928): Erläuterungen zur geologischen Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern, Blatt Velbert. – 109 S.; Berlin.
BREDDIN, H. (1931): Mittel- und Oberdevon im Gebiet des Velberter Sattels. – N. Jb. Min. etc. B71: 202-218; Stuttgart.
HOENEN, K. (1972): Fazielle, stratigraphische , tektonische und paläogeographische Untersuchungen im nordöstlichen Wülfrather Sattel. – Dipl-Arb. Techn. Univ. Braunschweig; [unveröff.]
KAMP, H. VON (1972); unter Mitarb. von KÜHN-VELTEN, H.; SCHERP, A.; WIRTH, W.; WOLF, M.: Erläuterungen zu Blatt 4611 Hohenlimburg, 2. Aufl. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 4611: 182 S., 18 Abb., 16 Tab., 5 Taf.; Krefeld.
KARRENBERG, H. (1965): Das Alter der Massenkalke im Bergischen Land und ihre fazielle Vertretung. – Fortschr. Geol. Rheinld. u. Westf., 9: 695 – 722, 8 Abb.; Krefeld.
PAECKELMANN, W. (1913): Das Oberdevon des Bergischen Landes. – Abh. preuß. geol. L.-A., N.F., 70: 365 S., 4 Abb., 7 Taf.; Berlin.
PAECKELMANN, W. (1928): Erläuterungen zur geologischen Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern, Blatt Elberfeld. – 91 S. 5 Abb., 1 Taf.; Berlin.
PAECKELMANN, W. & ZIMMERMAN, E. (1930): Erläuterungen zur geologischen Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern, Blatt Mettmann. – 84 S.; Berlin.
PAECKELMANN, W. (1942): Die Flinzschiefer des Bergischen Landes und ihre Beziehung zum Massenkalk. – Decheniana, 101 AB: 108 - 116, 2 Abb., 1 Taf.; Bonn.
RIBBERT, K.- H. (1998a): Die devonische Carbonatfazies und die Honseler Fazies im Bereich der Krefelder Achsenaufwölbung und ihrer Randgebiete. – Fortschr. Geol. Rheinld. u. Westf., 37: 109-139; Krefeld.RIBBERT, K.- H. (1998b): Devonische Schichtenfolgen im Untergrund der Niederrheinischen Bucht. – Fortschr. Geol. Rheinld. u. Westf., 37: 9-47; Krefeld.
ROTHAUSEN, K. (1958): Die stratigraphische und paläogeographische Stellung der Mitteldevonkonglomerate des Schwarzbachtales (Rheinisches Schiefergebirge). – Geol. Jb., 75: 47 – 78, 17 Abb.; Hannover.
SCHMIDT, H. (1909): Beiträge zur Kenntnis des Elberfelder Devon. – Jber. Naturwiss. Ver. Elberfeld, 12: 37-64; Elberfeld.
SCHRÖDER, G. & TAUPITZ, K.-C. (1965): Fazies und Tektonik des Devons bei Hochdahl (Niederbergisches Land). – Fortschr. Geol. Rheinld. U. Westf., 9: 677 - 694; Krefeld.
STRUVE, W. (1982): Schaltier-Faunen aus dem Devon des Schwarzbach-Tales bei Ratingen, Rheinland. – Senckenb. Lethaea, 63 (1/4): 183-283, 14 Abb., 13 Taf.; Frankfurt/Main.
STRUVE, W. (1998): Zur devonischen Schalentierfauna der Tiefbohrungen Lanzerath 1 und Viersen 1001 (Niederrheinische Bucht). – Fortschr. Geol. Rheinld. U. Westf., 37: 215-246; Krefeld.
WUNSTORF, W. (1931): Erläuterungen zur geologischen Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern, Blatt Kettwig [Heiligenhaus]. – 84 S.; Berlin.
Autor des Datenblattes: K.-H. Ribbert
Erstellt am: 02.06.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Devon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 23.04.2015
Änderung Datensatz: 03.07.2015
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Litholex Recherche vom 17.10.2017, 11:21:27.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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