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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Weiach-Formation
ID: 5000038
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Nitsch & Zedler, 2009
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Kohlen-Arkosen-Untergruppe
Chronostratigraphie: Gzhelium (Oberkarbon (Pennsylvanium), Karbon (int.), Paläozoikum)
Stefanium (Oberkarbon (Silesium), Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Kasimovium (Oberkarbon (Pennsylvanium), Karbon (int.), Paläozoikum)
Synonyme: „?Oberkarbon“, „Autunien“ und „Saxonien“ [der Nordschweiz]; Oberkarbon und Unterrotliegendes [im Nordschweizer Becken]; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: coW
Lithologie: Die Formation besteht aus grauen und violettgrauen Arkosen und Arkosekonglomeraten im Wechsel mit grauen bis schwarzgrauen, im obersten Abschnitt auch rotbraunen oder braunen Schluffsteinen und Schlufftonsteinen. Untergeordnet sind Brekzien eingeschaltet, teilweise auch Kohleflöze. In verschiedenen Niveaus sind Tuffe eingelagert.
Untergeordnete Einheit: Da nur aus Bohrungen bekannt, ist keine formale Untergliederung erfolgt. Nach Matter (1987) folgt in Weiach über einem fluvial geprägten arkosereichen unteren Kohlensandstein-Abschnitt ein lakustrin geprägter Tonstein-Abschnitt, über dem hangende alluviale Schuttfächer-Ablagerungen folgen. In anderen Bohrungen (Dingelsdorf, Wintersingen) treten im höchsten Teil der Abfolge vermehrt rotbraune und braune Gesteine auf.
Liegendgrenze: Einsetzen von grauvioletten Arkosen, Grobarkosen und Geröllbrekzien über Kristallin.
Hangendgrenze: Überlagerung durch grobe Arkosebrekzien und Geröllbrekzien (Fanglomerate) des Rotliegend.
Mittlere Mächtigkeit: Bis ca. 200 m.
Maximale Mächtigkeit: 850 m (Bohrung Weiach).
Typusprofile, etc.: Typusprofil ist die Bohrung Weiach (Schweiz; NAGRA 1989); Referenzprofil für den Bodenseeraum ist Dingelsdorf 1 (Lemcke & Wagner 1961).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): Nur untertägig vorhanden, Hochrheingebiet (CH), Bodenseeraum (CH, D).
Zeitgleiche Einheiten: Stefanische Sedimente in anderen postvariskischen Becken.
Alterseinstufung: Spätes Karbon (Kasimovium – Gzhelium): Nach Makrophyten Stefan A und jünger (Remy in Matter et al. 1988); nach Palynomorphen Zonen ST und NBM sowie Zone VC (Hochuli 1985). U-Pb-Alter zweier Tufflagen sind mit 303 Ma und 298 Ma damit konsistent (Schaltegger 1997).
Kommentar: Ob die Karbon-Perm-Grenze (innerhalb der Disaccites striatitis-Zone) überschritten ist, bleibt unsicher, da diese Zone nicht sicher belegt ist. Die früheren Einstufungen des bunteren obersten Abschnittes in das Perm sind seit der Festlegung des GSSP über der VC-Palynozone hinfällig.
Versch./Sonstiges: Ganoidfischreste aus dem höheren Teil wurden von Erni (1940) als „Autunisch“ eingestuft, haben aber noch keine neuere Bearbeitung hinsichtlich der internationalen Grenzziehung Karbon-Perm erfahren.
Literatur: Bräuhäuser, M. (1910): Beiträge zur Kenntnis des Rotliegenden an der oberen Kinzig. – Mitt. Geol. Abt. Württ. Stat. LA, 7: 11–36; Stuttgart.
Bräuhäuser, M. (1933): Erläuterungen zur von Württemberg, Blatt Schramberg (Nr. 129) (2. Aufl.). – Erl. Geol. Spezialkt. Württ., Bl. 129: 147 S.; Stuttgart. [Reprint 1978: Erl. Geol. Kte. 1 : 25 000 von Baden-Württ., Bl. 7716 Schramberg; Stuttgart].
Buntebarth, G., Grebe, H., Teichmüller, M. & Teichmüller, R. (1979): Inkohlungsuntersuchungen in der Forschungsbohrung Urach 3 und ihre geothermische Interpretation. – Fortschr. Geol. Rheinland u. Westfalen, 27: 183–199, Krefeld.
Dietrich, H.-G. (1982): Geological results of the Urach 3 borehole and the correlation with other boreholes. – In: Haenel, R. (ed.): The Urach geothermal project (Swabian Alb, Germany): 49–58; Stuttgart (Schweizerbart).
Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011): Geologie von Baden-Württemberg (5. Aufl.). – 627 S.; Stuttgart (Schweizerbart).
Nitsch, E. & Zedler, H. (2009): Oberkarbon und Perm in Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 22: 7–102; Freiburg i.Br.
Sessler, G. (1979): Sedimentologie der Uran-führenden Oberkarbonschichten des Kirchheimer- und Sauersbusch-Stollens in der Senke von Baden-Baden. – Diss. Univ. Heidelberg: XI+311 S. [unveröff.]
Sittig, E. & Nitsch, E. (in Druck): Stefan und Rotliegend zwischen Odenwald und Alpenrand. – In: Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland. Rotliegend, Teil I: Innervariszische Becken. – Schriftenr. Dt. Ges. Geowiss., 61; Hannover. – [2011]
Sterzel, J.T. (1907): Die Karbon- und Rotliegendfloren im Großherzogtum Baden. – Mitt. Großherzogl. Bad. Geol. Landesanst., 5: 345–892; Heidelberg.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Zedler, H.
Erstellt am: 02.07.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.12.2012
Änderung Datensatz: 02.07.2012


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Litholex Recherche vom 27.07.2017, 02:46:17.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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