litholex_logo

Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



verlauf_blau

Name der Einheit: Tierstein-Formation
ID: 5000037
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Nitsch & Zedler, 2009
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Kohlen-Arkosen-Untergruppe
Chronostratigraphie: Gzhelium (Oberkarbon (Pennsylvanium), Karbon (int.), Paläozoikum)
Stefanium (Oberkarbon (Silesium), Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Kasimovium (Oberkarbon (Pennsylvanium), Karbon (int.), Paläozoikum)
Synonyme: Steinkohlengebirge [von Schramberg], Oberes Steinkohlengebirge und unteres Rotliegendes, Unterrotliegendes einschließlich Unterkarbon; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: coT
Lithologie: Die Formation besteht am Beckenrand und im tieferen Abschnitt des Beckeninneren Wechselfolgen von grauvioletten und grauen, auch weißen oder schwarzen Arkosen und Geröllarkosen mit z. T. kohligen Schluffsteinen und Schlufftonsteinen, lokal mit unreinen Steinkohlelagen. Örtlich treten untergeordnet rotbraune Schlufftonsteine auf. Im Beckeninneren (Oberndorf am Neckar, Bad Urach; nur aus Bohrungen bekannt) treten darüber mächtige graue bis braune Schlufftonsteine und Schluffsteine auf, in die untergeordnet Bänke von Grauwacken, Arkosesandsteinen und sauren Tuffen sowie von Dolomitstein und Anhydrit eingeschaltet sind.
Untergeordnete Einheit: Die im Ausstrichgebiet allein auftretende Arkose-Fazies wird als Tierstein-Arkoseschichten als Subformation (Member) von der Neuwiesen-Subformation (lakustrine Pelitfazies) unterschieden.
Liegendgrenze: Einsetzen von grauvioletten Arkosen, Grobarkosen und Geröllbrekzien ohne Quarzporphyrgerölle über Kristallin.
Hangendgrenze: Überlagerung durch Arkosen mit Quarzporphyrgeröllen (Rotliegend) oder Quartär.
Mittlere Mächtigkeit: 50–200 m.
Maximale Mächtigkeit: 430 m (Bohrung Urach 4).
Typusprofile, etc.: Typuslokalität ist der Hammergraben bei Schramberg-Tierstein. Referenzprofil ist die Bohrung Urach 4 (Nitsch & Zedler 2009).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwarzwald
Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Kleine Ausstriche bei Schramberg im Schwarzwald, sonst nur erbohrt unter dem Deckgebirge bis unter die Mittlere Alb (Bohrung Urach 3 und 4 u. a.).
Zeitgleiche Einheiten: Stefanische Sedimente in anderen postvariskischen Becken.
Alterseinstufung: Spätes Karbon (Kasimovium – Gzhelium): Nach Palynomorphen Stefan A/B im unteren Teil der zentralen Beckenfüllung, im höheren verarmte Palynofloren mit xerophytischem Einfluss (Buntebarth et al. 1979).
Kommentar: Die wenigen bisher gefundenen Pflanzenreste waren nicht bestimmbar oder wenig aussagekräftig (Sterzel 1907). Die Palynofloren im höheren Abschnitt der Bohrung Urach 3 wurden wegen der Zunahme der Koniferenpollen als „Autun“ ins Perm datiert, führen aber noch karbonische Elemente (Lycospora). Ob die Karbon-Perm-Grenze erreicht ist, bleibt unklar.
Versch./Sonstiges: -
Literatur: Bräuhäuser, M. (1910): Beiträge zur Kenntnis des Rotliegenden an der oberen Kinzig. – Mitt. Geol. Abt. Württ. Stat. LA, 7: 11–36; Stuttgart.
Bräuhäuser, M. (1933): Erläuterungen zur von Württemberg, Blatt Schramberg (Nr. 129) (2. Aufl.). – Erl. Geol. Spezialkt. Württ., Bl. 129: 147 S.; Stuttgart. [Reprint 1978: Erl. Geol. Kte. 1 : 25 000 von Baden-Württ., Bl. 7716 Schramberg; Stuttgart].
Buntebarth, G., Grebe, H., Teichmüller, M. & Teichmüller, R. (1979): Inkohlungsuntersuchungen in der Forschungsbohrung Urach 3 und ihre geothermische Interpretation. – Fortschr. Geol. Rheinland u. Westfalen, 27: 183–199, Krefeld.
Dietrich, H.-G. (1982): Geological results of the Urach 3 borehole and the correlation with other boreholes. – In: Haenel, R. (ed.): The Urach geothermal project (Swabian Alb, Germany): 49–58; Stuttgart (Schweizerbart).
Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011): Geologie von Baden-Württemberg (5. Aufl.). – 627 S.; Stuttgart (Schweizerbart).
Nitsch, E. & Zedler, H. (2009): Oberkarbon und Perm in Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 22: 7–102; Freiburg i.Br.
Sessler, G. (1979): Sedimentologie der Uran-führenden Oberkarbonschichten des Kirchheimer- und Sauersbusch-Stollens in der Senke von Baden-Baden. – Diss. Univ. Heidelberg: XI+311 S. [unveröff.]
Sittig, E. & Nitsch, E. (in Druck): Stefan und Rotliegend zwischen Odenwald und Alpenrand. – In: Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland. Rotliegend, Teil I: Innervariszische Becken. – Schriftenr. Dt. Ges. Geowiss., 61; Hannover. – [2012?]
Sterzel, J.T. (1907): Die Karbon- und Rotliegendfloren im Großherzogtum Baden. – Mitt. Großherzogl. Bad. Geol. Landesanst., 5: 345–892; Heidelberg.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Zedler, H.
Erstellt am: 02.07.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.12.2012
Änderung Datensatz: 02.07.2012


Zurück zum Such - Ergebnis        Zurück zur einfachen Suche        Zurück zur erweiterten Suche        Diese Seite drucken

Logo Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Logo Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart Logo Geologischer Dienst NRW Logo Deutsche Statigraphische Kommission

© Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Litholex Recherche vom 17.10.2017, 09:51:06.

Die BGR und die DSK gestatten die Übernahme von Datensätzen in Datenbestände, die ausschließlich für den privaten Gebrauch eines Nutzers bestimmt sind. Die Übernahme und Nutzung der Daten zu anderen Zwecken bedarf der schriftlichen Zustimmung der BGR.

Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

1) Autor des Datenblattes
2) Name der Einheit
3) Änderung Datensatz
4) Datum der Recherche
5) ID