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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Hohengeroldseck-Formation
ID: 5000033
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Nitsch & Zedler, 2009
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Kohlen-Arkosen-Untergruppe
Chronostratigraphie: Gzhelium (Oberkarbon (Pennsylvanium), Karbon (int.), Paläozoikum)
Stefanium (Oberkarbon (Silesium), Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: Steinkohlenablagerung von Geroldseck, Oberes Kohlengebirge und Unteres Rotliegendes von Hohengeroldseck; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: coH
Lithologie: Die Formation besteht aus Wechselfolgen von dunkel- bis hellgrauen und grauvioletten Arkosen, Arkosekonglomeraten und grauen bis schwarzgrauen, oft kohligen Schlufftonsteinen und Schluffsteinen. Im höheren Abschnitt und in geringmächtigen Vorkommen außerhalb des Hauptgrabens treten rotbraune, violette und grünliche Farben hinzu. Durch kleine Pyritkonkretionen erhalten verwitterte Arkosen manchmal ein rostfleckiges Aussehen. Am Emerbachtal unterhalb der Hohengeroldseck wurden im 18. und frühen 19. Jahrhundert kleinere Steinkohlenflöze abgebaut.
Untergeordnete Einheit: Im Profil vom Emerbachtal lassen sich zwei Zyklen von Arkose-Schieferton-Wechselfolgen zu Schiefertonen mit geringen Arkoseeinschüttungen („Unterer“ und „Oberer Schieferton“) unterscheiden, über denen eine buntere Wechselfolge folgt. In geringmächtigen Profilen ist meist nur die Fazies der bunten Wechselfolge entwickelt, umfasst aber möglicherweise auch Äquivalente der beiden unteren Emersbach-Zyklen.
Liegendgrenze: Einsetzen von grauvioletten Arkosen und Arkosekonglomeraten ohne Quarzporphyrgerölle über Kristallin.
Hangendgrenze: Überlagerung durch Rotliegend-Vulkanite, Arkosen mit Quarzporphyrgeröllen (Rotliegend) oder Quartär.
Mittlere Mächtigkeit: 5–25 m.
Maximale Mächtigkeit: Ca. 70 m (Hohengeroldseck / Emersbach).
Typusprofile, etc.: Ausstrichgebiet zwischen dem Emersbach und den (Rotliegend-) Vulkaniten der Hohengeroldseck.
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwarzwald
Verbreitung (Ergänzung): Das kleine Geroldseck-Becken liegt über einer postvariskischen transtensiven Scherzone E Lahr und ist diskordant von den Rotliegend-Vulkaniten der Geisberg-Formation überdeckt.
Zeitgleiche Einheiten: Stefanische Ablagerungen in anderen Sedimentbecken.
Alterseinstufung: Spätes Karbon (Gzhelium); Stefan A/B und B nach Makrophyten (Czygan 1964, Vogellehner 1967, Moosbrugger & Vogellehner 1987) und Palynomorphen (Hartkopf-Fröder in Nitsch & Zedler 2009); die Fazies der bunten Wechselfolgen ist bisher nicht zuverlässig datiert, führt aber spärliche Palynomorphen-Assoziationen von eher stefanischem Charakter.
Kommentar: Die früher lange übliche Abtrennung der bunten Wechsellagerungen als „Unterrotliegend“ ist aus sedimentologischer Sicht nicht plausibel.
Versch./Sonstiges: Die Flora von der Hohengeroldseck gilt als die am besten erhaltene stefanische Karbonflora des Schwarzwaldes. Im „Oberen Schieferton“ (Stefan B) wurde vereinzelt Pterophyllum blechnoides gefunden (Czygan 1964).
Literatur: Czygan, W.W. (1964): Das Jung-Paläozoikum an der Hohengeroldseck bei Lahr im mittleren Schwarzwald. – Ber. Naturf. Ges. Freiburg, 54: 87–106; Freiburg.
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Moosbrugger, G., Moosbrugger, V. & Vogellehner, D. (1981): Die Floren des Oberkarbons im Schwarzwald. Ein Beitrag zu ihrer Erforschungsgeschichte. – Mitt. Bad. Landesver. Naturk. Natursch., NF 12: 205–220; Freiburg.
Nitsch, E. & Zedler, H. (2009): Oberkarbon und Perm in Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 22: 7–102; Freiburg i.Br.
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Vogellehner, D. (1967): Die Flora des Stefans an der Hohengeroldseck bei Lahr (Mittlerer Schwarzwald). – Ber. Naturf. Ges. Freiburg, 57: 133–168, 245–266; Freiburg.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Zedler, H.
Erstellt am: 02.07.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.12.2012
Änderung Datensatz: 02.07.2012


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Litholex Recherche vom 21.07.2017, 18:35:01.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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