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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Badenweiler-Konglomerat-Formation
ID: 5000030
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Merian, 1831 (als „Grauwacke der Gegend von Badenweiler“); Name: Symbolschlüssel Baden-Württemberg, 2011
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Unterkarbon von Badenweiler-Lenzkirch
Chronostratigraphie: Viséum (Unterkarbon, Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: Grauwacke der Gegend von Badenweiler, Kulmkonglomerat [im Südschwarzwald], Konglomerat-Formation; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: cK
Lithologie: Die Einheit besteht aus einer Abfolge von grauen Konglomeraten und Zwischenlagen von grauen Arkosen, Sandsteinen und Schluffsteinen. Östlich Lenzkirch nehmen Sandsteine und Schluffsteine auch größere Profilabschnitte ein. Örtlich treten kohlige Schluffsteine und Steinkohlelagen auf, die kontaktmetamorph anthrazitisch sein können. Untergeordnet sind saure Vulkanite, Tuffe und pyroklastische Brekzien eingeschaltet. Die Geröllgröße der Konglomerate schwankt in aufeinanderfolgenden Bänken zwischen einigen mm und 50 cm, einzelne Gerölle erreichen 2 m Durchmesser. Der Geröllbestand umfasst basische, intermediäre und saure Vulkanite, Granite, Metasedimente und klastische Sedimentgesteine (Arkosen, Grauwacken, Sandsteine, Tonsteine). Abgesehen von Kontakthöfen um subvulkanische Gänge und jüngere Granitplutone sind die Sedimente nicht metamorph.
Untergeordnete Einheit: Nach dem Geröllbestand wird die Formation in Buntes Konglomerat (cB) und Granitkonglomerat (cG) im Rang von Subformationen gegliedert. Die Arkose-Schluffstein-Abfolge von Lenzkirch stellt eine weitere (informelle) Kartiereinheit dar.
Liegendgrenze: Einsetzen von Konglomeraten und Arkosen über dem Vulkanit-Komplex der Badenweiler-Lenzkirch-Zone oder über älterem Granit.
Hangendgrenze: Tektonisch gegen ältere Einheiten begrenzt oder von jüngeren Graniten intrusiv gekappt.
Mittlere Mächtigkeit: Mehrere hundert Meter.
Maximale Mächtigkeit: Ca. 1500 m (Sawatzki & Hann 2003).
Typusprofile, etc.: Typusgebiet ist das Ausstrichgebiet um den Weiherfelsen E Badenweiler. Referenzprofile s. Krecher (2000).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwarzwald
Verbreitung (Ergänzung): Zone von Badenweiler-Lenzkirch.
Zeitgleiche Einheiten: Grauwackenserie der Südvogesen, Kulmfazies im Rhenoherzynikum, Frühmolassen in Sachsen.
Alterseinstufung: Spätes Viseum nach Makrophyten (Sterzel 1907); möglicherweise bis frühes Serpukhovium (frühes Namur A: Maass (2006).
Kommentar: Die Sedimente überlagern die Vulkanitserie, in denen Alter von ca. 340 Ma gemessen wurden, im (jüngeren) Granitkonglomerat treten Gerölle von Sankt-Blasien- und Münsterhalden-Granit auf (ca. 333 Ma), nicht aber von Bärhalde-Granit (ca. 332 Ma; Schaltegger 2000; Literatur s. Sawatzki & Hann 2003).
Versch./Sonstiges: Die in steiler Schichtlagerung in die Scherzone von Badenweiler-Lenzkirch eingekeilte syntektonische Frühmolasse stellt das älteste Vorkommen terrestrisch-limnischer Sedimente in Südwestdeutschland dar. Die Fossilführung besteht aus Landpflanzenresten, darunter Archaeocalamitenstämmen, und seltenen Fischfossilien.
Literatur: Bangert, V. (1991): Erläuterungen zu Blatt 8115 Lenzkirch [mit Beitr. v. A. Etzold, G. Sawatzki & A. Schreiner]. – Geol. Kte. Baden-Württemberg 1:25.000, Bl. 8115: 132 S.; Stuttgart.
Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011): Geologie von Baden-Württemberg (5. Aufl.). – 627 S.; Stuttgart (Schweizerbart).
Güldenpfennig, M. (1997): Geologische Neuaufnahme der Zone von Badenweiler-Lenzkirch (Südschwarzwald) unter besonderer Berücksichtigung unterkarbonischer Vulkanite und Grauwacken. – Tübinger geowiss. Arb., 32: 120 S.; Tübingen.
Krecher, M. (2000): Ein Beitrag zur Kenntnis des Kulmkonglomerates in der westlichen Badenweiler-Lenzkirch Zone (Unterkarbon, Südschwarzwald). – Ber. Naturforsch. Ges. Freiburg i.Br. 88/89 (für 1998/99): 277-296; Freiburg.
Krecher, M. (2003): Ein beckendynamisches Modell für Südvogesen (NE-Frankreich) und Badenweiler-Lenzkirch Zone (SW-Deutschland) zur Zeit des höheren Unterkarbons und seine Bedeutung für die variszische Entwicklung in der oberrheinischen Region. – Ber. Naturforsch. Ges. Freiburg i.Br. 93: 33-68; Freiburg.
Maass, R. (2006): Die Oberrheinischen Massive. – In: DSK (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland VI. Unterkarbon (Mississippium), Schriftenr. Dt. Ges. Geowiss. 41: 558-580; Hannover.
Merian, P. (1831): Beiträge zur Geognosie, Zweiter Band. – 270 S., 1 Kt.; Basel (Schweighauser).
Metz, R. & Rein, G. (1958): Erläuterungen zur geologisch-petrographischen Übersichtskarte des Südschwarzwaldes 1 : 50 000. – 126 S., 1 Kt.; Lahr (Schauenburg).
Sawatzki, G. & Hann, H.P. (2003): Badenweiler-Lenzkirch-Zone (Südschwarzwald). Erläuterungen zur Geologischen Karte von Baden-Württemberg 1 : 50 000. – 182 S, 2 Beil.; Freiburg (LGRB).
Schaltegger, U. (2000): U-Pb geochronology of the Southern Black Forest Batholith (Central Variscan Belt): timing of exhumation and granite emplacement. – Geol. Rdsch. 88: 814-828; Berlin.
Sterzel, J.T. (1907): Die Karbon- und Rotliegendfloren im Großherzogtum Baden. – Mitt. Bad. Geol. Landesanst. 5: 345-892; Freiburg.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Zedler, H.
Erstellt am: 02.07.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.12.2012
Änderung Datensatz: 02.07.2012


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Litholex Recherche vom 27.07.2017, 14:45:16.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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