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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Schramberg-Formation
ID: 5000026
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Nitsch & Zedler, 2009
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Rotliegend
Chronostratigraphie: Unterperm (Cisuralium) (Perm, Paläozoikum)
Synonyme: Oberrotliegendes [Schiltachtal, ohne „ro delta“]; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: rSS
Lithologie: Am Beckenrand (Schramberg, Bad Teinach) herrschen grobe rotbraune Geröllbrekzien (Fanglomerate) mit teilweise diamiktischer Arkosematrix vor, die beckenwärts rasch übergehen in geröll- und klastführende Arkosen. Im Beckeninneren, das nur durch Bohrungen im Schichtstufenland bekannt ist, wechseln rotbraune Schlufftonsteine und Schluffsteine mit Schichten von Fein- und Grobarkosen ab.
Untergeordnete Einheit: Die nur aus Bohrungen bekannte Pelitfazies des Beckeninneren kann als Schluffstein-Arkose-Schichten (rSSt) im Sinne einer Subformation aufgefasst und dem Schramberger Randfanglomerat (rSSg) gegenübergestellt werden. In Tagesaufschlüssen ist nur letztere Einheit zugänglich.
Liegendgrenze: An der Basis setzen rotbraune Sedimente mit erkennbarer Kornvergröberung über grauvioletten oder braunen Sedimenten des Karbon (Raum Königsfeld, Bohrung Urach 4) bzw. über Vulkaniten der Geisberg-Formation (Schramberg, Oberer Neckar) oder Kristallin ein.
Hangendgrenze: Die obersten 1 – 2 m der Sedimente sind vielfach durch Dolomitkrusten zu einem Paläoboden überprägt und werden dann bereits zur Kirnbach-Formation gerechnet. Ansonsten wird die Schramberg-Fm. durch Arkosen der Kirnbach-Formation oder unmittelbar durch geröllführende Sandsteine der Eck-Formation (Buntsandstein) überlagert.
Mittlere Mächtigkeit: 200-300 m.
Maximale Mächtigkeit: > 400 m (Schramberg).
Typusprofile, etc.: Wegen der großen Mächtigkeit ist ein durchgängiges Typusprofil nicht festzulegen. Typusregion ist das Stadtgebiet Schramberg. Referenzprofile sind die Felswand am Sportplatz Schramberg und die Bohrung Urach 3 (s. Nitsch & Zedler 2009).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwarzwald
Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Kleines Ausstrichgebiet im östlichen Zentralschwarzwald (Schiltachtal), östlich anschließend ein mesozoisch verdecktes Becken von ca. 150 x 40 km Ausdehnung.
Zeitgleiche Einheiten: Möglicherweise bestand zwischen Nordschwarzwald- und Ries-Tauber-Schwelle eine paläogeographische Verbindung zum Kraichgau-Becken im Norden.
Alterseinstufung: Nach lithostratigraphischer Position und Fazies Rotliegend, jünger als die Vulkanite der Geisberg-Formation (s. dort).
Kommentar: Bislang wurden keine Fossilfunde oder datierbare Vulkanite bekannt.
Versch./Sonstiges: An der synsedimentär aktiven Schramberg-Verwerfung nimmt die Mächtigkeit sprunghaft von 0 (Buntsandstein auf Kristallin) auf > 400 m (Randfanglomerat) zu.
Literatur: Backfisch, S. (1984): Die Petrographie der Rotliegendsandsteine Südwestdeutschlands: Ein Beitrag zur Diagenese vulkanoklastischer Sandsteine. – Diss. Univ. Heidelberg: 220 S., 14 Taf. [unveröff.].
Bräuhäuser, M. (1910): Beiträge zur Kenntnis des Rotliegenden an der oberen Kinzig. – Mitt. Geol. Abt. Württ. Stat. LA, 7: 11–36; Stuttgart.
Nitsch, E. & Zedler, H. (2009): Oberkarbon und Perm in Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 22: 7–102; Freiburg i.Br.
Stromburg, G. (1964): Mineralogisch-petrographische Untersuchungen an den Sedimenten (Schichtflutfanglomeraten) des Oberrotliegenden von Schramberg. – Beitr. Miner. Petrogr., 11: 20–48; Berlin.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Zedler, H.
Erstellt am: 07.10.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 05.10.2011
Änderung Datensatz: 07.10.2011


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Litholex Recherche vom 23.08.2017, 04:18:45.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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