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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Geisberg-Formation
ID: 5000020
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung:  Nitsch & Zedler, 2009
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Rotliegend
Chronostratigraphie: Asselium (Unterperm (Cisuralium), Perm, Paläozoikum)
Gzhelium (Oberkarbon (Pennsylvanium), Karbon (int.), Paläozoikum)
Synonyme: Mittleres Rotliegendes [im Zentralschwarzwald], Oberrotliegendes z.T., Rotliegend-Vulkanite [Zentralschwarzwald]; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: rMG
Lithologie: Die Einheit umfasst hydrothermal überprägte rhyolithische bis rhyodacitische Vulkanite und Subvulkanite den Zentralschwarzwaldes und angrenzenden Schichtstufenlandes (dort verdeckt), die jünger als die örtlich vorhandenen Sedimente des Oberkarbons und älter als Rotliegend-Sedimente mit Quarzporphyr-Geröllen sind, sowie örtlich eingeschaltete Zwischensedimente. Die Vulkanite liegen als Tuffe, Ignimbrite, Laven (v. a. in Stöcken und Spalten) und Brekzien vor. Hydrothermale Überprägungen umfassen Verquarzung, Serizitisierung, Sekundärmineralisationen, in örtlich wechselndem Umfang. Bei den meist geringmächtigen Zwischensedimenten handelt es sich um Arkosen, Geröllarkosen, Tuffite und tuffitische Schlufftonsteine, teilweise mit pedogenen Karbonatkonkretionen.
Untergeordnete Einheit: Es lassen sich im Verbreitungsgebiet der Formation drei Varietäten von Quarzporphyr (i. S. von: felsbildende alterierte rhyolithisch-rhyodacitische Vulkanite) unterscheiden (Sauer 1893): Grünberg-Quarzporphyr (grau bis rötlich, wenige Einsprenglinge von Quarz, Feldspat, Pseudomorphosen nach Dunkelmineralen), Mooswald-Quarzporphyr (hellgrau bis weiß, deutlich hydrothermal alteriert, Quarz- und Feldspat-Einsprenglinge in unterschiedlicher Dichte eingestreut, örtlich fehlend), Grünberg-Quarzporphyr (grau bis rötlich oder grünlich, Einsprenglinge selten bis fehlend, meist mit sphärulithischen Gefügen). Die Tuffe sind entweder weißgrau gebleicht und teilweise hart verkieselt (Typ Kesselberg-Tuff) oder rotbraun und tonig-schluffig verwittert, örtlich mit fossilen Bodenprofilen und Karbonatknauern (Typ Langhärdle-Tuff). Die Zwischensedimente und Brekzien bilden kein bestimmtes stratigraphisches Niveau.
Liegendgrenze: Einsetzen von sauren Vulkaniten über den Sedimenten des Oberkarbons oder Kristallin.
Hangendgrenze: Überlagerung durch Rotliegend-Sedimente oder jüngeren Einheiten (Zechstein, Mesozoikum, Känozoikum des Oberrheingrabens, Quartär im Schwarzwald). Bildet als Härtling häufig herausstehende Berge und ist dann nicht mehr überdeckt.
Mittlere Mächtigkeit: 20-100 m
Maximale Mächtigkeit: > 170 m in einer Bohrung in Seelbach
Typusprofile, etc.: Typuslokalität ist der Hohe Geisberg bei Schuttertal, TK 25-Nr. 7713: R 34 25 530, H 53 44 440, Referenzprofile und Typuslokalitäten für Subformationen ist der Steinbruch Faisst an der Weißmoos bei Schuttertal, der Brandeckkopf bei Durbach, der Grünberg bei Oberkirch-Giedensbach und der Sauerstein am Mooswald oberhalb von Gengenbach-Haigerach (Nitsch & Zedler 2009).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwarzwald
Verbreitung (Ergänzung): Das Verbreitungsgebiet umfasst den Zentralschwarzwald vom Südrand des Nordschwarzwälder Granitgebiets (Nordschwarzwald-Schwelle im Perm) bis in den Raum Triberg (Gebiet der Hornberg-Schwelle im Perm), durch einzelne Bohrungen auch im östlich angrenzenden Schichtstufenland bis etwa Rottenburg nachgewiesen.
Zeitgleiche Einheiten: Ähnliches Alter weisen offenbar die Vulkanite am Südrand des Kraichgau-Beckens auf (Lichtental-Formation), diejenigen am Nordrand des Beckens und im südlichen Odenwald sind möglicherweise geringfügig jünger (Schriesheim-Formation).
Alterseinstufung: Die am wenigsten gestörten Altersdaten bestimmten Lippolt et al. (1983) an gebleichten Quarzporphyren vom Rautschwald bei Schweighausen (291 ± 5 Ma) und von Tennenbronn
(296 ± 5 Ma). Die Eruptionen begannen demnach nahe an der Wende Karbon-Perm, möglicherweise bereits etwas früher im späten Gzhelium. Da die Schlote des Grünberg-Quarzporphyr die Sedimente der Oppenau-Formation durchschlagen, ohne ihnen Gerölle zu liefern, ist ein höheres Alter unwahrscheinlich. Weißmoos-Subformation und Brandeck-Quarzporphyr überlagern Sedimente von Hohengeroldseck- und Tierstein-Formation (Gzhelium) und liefern Gerölle in die Rebberg-Formation und möglicherweise in die Ibenbach-Sedimente (Rotliegend, nähere Datierung ungewiss).
Kommentar: Nach Lippolt et al. (1983) streuen die scheinbaren Rb-Sr-Alterswerte von 315 bis 162 Ma. Da sie auch in sekundären Mineralen gemessen wurden (Topas, Apatit), repräsentieren sie eher die Endphase der hydrothermalen Aktivität als den Zeitpunkt der Eruption.
Versch./Sonstiges: -
Literatur: Kessler, G. (2010) mit Beitr. v. Keck, O., Nitsch, E. & Werner, W.: Erläuterungen zum Blatt 7713 Schuttertal. – Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., Erl. Bl. 7713: 288 S., 1 Beil.; Freiburg i. Br.
Kessler, G. & Leiber, J. (1994): Erläuterungen zu Blatt 7613 Lahr / Schw.-Ost. – Geol. Kt. 1 : 25 000 von Baden-Württ., Bl. 7613: 305 S., 5 Beil.; Freiburg/Stuttgart.
Lippolt, H.J., Schleicher, H. & Raczek, I. (1983): Rb-Sr systematics of Permian volcanites in the Schwarzwald (I/II). – Contrib. Miner. Petrol. 84: 272–280, 281–291; Berlin.
Maus, H. (1965): Petrogenetische Typen der Schwarzwälder Quarzporphyre. – Diss. Univ. Freiburg i.Br.: 214 S. [unveröff.].
Müller, G. (1962): Zur Petrographie und Genese der hydrothermal veränderten rotliegenden Quarzporphyr-Tuffe des Kesselbergs bei Triberg (Schwarzwald). – Chem. Erde, 21: 375–397; Jena.
Nitsch, E. & Zedler, H. (2009): Oberkarbon und Perm in Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 22: 7–102; Freiburg i.Br.
Sauer, A. (1893): Porphyrstudien. – Mitt. Ghzgl. Bad. Geol. Landesanst., 2: 793–836; Heidelberg.
Thürach, H. (1901): Erläuterungen zu Blatt Haslach (Nr. 93). – Geol. Specialkt. Ghzgt. Baden, Erl. Bl. 93: 43 S.; Heidelberg [Reprint 1984: Geol. Kt. 1:25.000 Baden-Württ., Erl. Bl. 7714 Haslach im Kinzigtal; Stuttgart].
Weyl, R. (1937): Der Porphyr im Simmersbachtal bei Ottenhöfen im Schwarzwald. – Bad. Geol. Abh., 9: 3–17; Karlsruhe.
Weyl, R. (1938): Die weißen Porphyre des Schwarzwaldes. – N. Jb. Miner. Geol. Palaeont., BB A: 193–201; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Zedler, H.
Erstellt am: 07.10.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 05.10.2011
Änderung Datensatz: 07.10.2011


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Litholex Recherche vom 28.07.2017, 08:42:21.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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