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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Hassberge-Formation
ID: 5000012
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Beschluss SKPT am 19.07.1997
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Mittlerer Keuper
Chronostratigraphie: Tuvalium (Karnium, Obertrias, Trias, Mesozoikum)
Synonyme: Kieselsandstein, Blasensandstein i. w. S., Blasen- und Coburger Sandstein, Voltziensandstein, (Unterer) Semionotensandstein (teilweise), Blasen- und Plattensandstein, Plattensandstein zeta, Waldenburg-Subfolge (ohne Lehrbergschichten und Obere Bunte Mergel); Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: kmHb.
Lithologie: Sandstein, im Süden grob- bis mittelkörnig, nach Norden zunehmend feinkörnig, meist gelblich, weiß, grau, auch rotbunt, in den distalen Gebieten meist verkieselt. Untergeordnet treten rotbraune schluffige oder sandige Tonsteine und tonige Schluffsteine auf. In dünnlagigen Sandsteinen der distalen Faziesgebiete (Schichtflutsanden) häufig Steinsalzkristallmarken. Örtlich Karbonat- oder Sulfatknollen (Brenner 1973, Kern & Aigner 1997, DSK 2005).
Untergeordnete Einheit: Die faziell proximalere Fränkische Ausbildung (östlich der Ries-Tauber-Schwelle) gliedert sich in einen liegenden und gröber körnigen Blasensandstein (i. e. S.) und einen hangenden und feiner körnigen Coburger Sandstein. In der Schwäbischen Ausbildung (westlich der Ries-Tauber-Schwelle) ist eine ähnliche Zweiteilung in einen Unteren und einen Oberen Kieselsandstein gegeben, deren Korngrößen generell nach Norden und Westen abnehmen. Die distal weiteste Verbreitung besitzt der Untere Kieselsandstein und wahrscheinlich der Blasensandstein, der jedoch distal (Thüringen, Hessen) in eine feinkörnige Fazies übergeht, die der des Coburger Sandsteins im Maingebiet entspricht und die daher meist diesem zugeordnet wurde (Brenner 1973, Brenner & Villinger 1981).
Liegendgrenze: Einsetzen von sandigen Tonschluffsteinen oder von Sandsteinen im Hangenden der Steigerwald-Formation. Es handelt sich regional um eine diachrone Faziesgrenze (Faziesverzahnung), wobei gebietsweise fluviale Rinnenfüllungen der Hassberge-Formation mit Erosionsdiskordanz bis in das Liegende einschneiden können.
Hangendgrenze: Dachfläche der obersten Sandsteine oder tonarmen Schluffsteine unter den schluffigen Tonsteinen der Mainhardt-Formation. Im Süden (Untergrund der Schwäbischen Alb und Alpenvorland) bildet regional die Altkimmerische Hauptdiskordanz unmittelbar die Hangendgrenze, eine Abgrenzung zur Löwenstein-Formation kann in proximalen Profilen schwierig bis unmöglich werden.
Mittlere Mächtigkeit: 20–50 m.
Maximale Mächtigkeit: 75 m (NW Bamberg).
Typusprofile, etc.: Typusprofil ist Ebelsbach-Schönbachsmühle (TK25 Nr. 5930 Ebern, R 4405.530, H 5543.000): Freyberg (1965), DSK (2005). Typusregion sind die Hassberge (Unterfranken).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Bayern
Hessen
Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Hessisches Bergland
Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): Westlich des Neckars und im Ausstrichgebiet südlich Tübingen meist auf einzelne Rinnenzüge beschränkt, zwischen denen Mainhardt-Formation auf Steigerwald-Formation liegt. Fehlt südlich einer Linie etwa von Baden-Baden nach Rottweil unter der Altkimmerischen Hauptdiskordanz. In Hessen und Thüringen nur im Süden vorhanden.
Zeitgleiche Einheiten: Steigerwald-Formation und Mainhardt-Formation, Weser-Formation.
Alterseinstufung: Tuvalium nach Wirbeltierfunden und Conchostraken (Seegis 1997, DSK 2005, Kozur & Bachmann 2005).
Kommentar: Für die liegende und teilweise altersgleiche Steigerwald-Formation und für die Mainhardt-Formation, die distal zunehmende Teile der Hassberge-Formation vertritt, sind ebenfalls Tuvalium-Alter ermittelt worden (s. dort).
Versch./Sonstiges: Bedeutende Wirbeltierfaunen (Fische, Amphibien, Reptilien) und Saurierfährten wurden aus dem Steinbruchrevier von Zeil und Ebelsbach am Main bekannt. Weitere Wirbeltierreste und Tetrapodenfährten fanden sich in anderen fränkischen und württembergischen Aufschlussgebieten (Brenner 1973, Seegis 1997). Daneben besteht die Fossilführung aus Pflanzenresten (v. a. inkohlte und seltener verkieselte Hölzer), Insektenresten (v. a. Schabenflügel), Conchostraken und Notostraken (Triops cancriformis).
Literatur: Brenner, K. (1973): Stratigraphie und Paläogeographie des oberen Mittelkeupers in Südwest-Deutschland. – Arb. Inst. Geol. Paläont. Univ. Stuttgart, N. F. 68: 101–222; Stuttgart.
Brenner, K. & Villinger, E. (1981): Stratigraphie und Nomenklatur des südwestdeutschen Sandsteinkeupers. – Jh. Geol. Landesamt Baden-Württ., 23: 45–86; Freiburg i. Br.
DSK (2005): Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland IV – Keuper. – Courier Forschungsinst. Senckenberg 253: 296 S., 64 Abb., 50 Tab., 2 Taf.; Frankfurt am Main. – [darin weitere Literaturhinweise]
Freyberg, B. v. (1965): Der Coburger Bausandstein (Mittlerer Keuper) von Zeil-Ebelsbach als Beispiel einer epikontinentalen Schichtfolge. – Erlanger Geol. Abh., 58: 60 S.; Erlangen.
Kern, A. & Aigner, T. (1997): Faziesmodell für den Kieselsandstein (Keuper, Obere Trias) von SW-Deutschland: eine terminale alluviale Ebene. – N. Jb. Geol. Paläont. Mh., 1997: 267–285; Stuttgart.
Kozur, H. & Bachmann, G.H. (2005): Correlation of the Germanic Triassic with the international scale. – Albertiana, 32: 21–35; Utrecht.
Nitsch, E. (2005): Der Keuper in der STD 2002: Formationen und Folgen – Newsl. Stratigr., 41: 159–171; Stuttgart.
Seegis, D.B. (1997): Die Lehrbergschichten im Mittleren Keuper von Süddeutschland – Stratigraphie, Petrographie, Paläontologie, Genese. – Diss. Univ. Stuttgart 1996; GeoRegioForschung 1: 382 S., 79 Abb., 4 Tab., 27 Taf.; Remshalden-Buoch (Hennecke).
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Etzold, A., Geyer, G., Simon, T.
Erstellt am: 25.02.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 05.03.2011
Änderung Datensatz: 09.03.2011


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Litholex Recherche vom 18.08.2017, 18:12:15.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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