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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Mainhardt-Formation
ID: 5000010
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Beschluss SKPT am 19.07.1997
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Mittlerer Keuper
Chronostratigraphie: Tuvalium (Karnium, Obertrias, Trias, Mesozoikum)
Synonyme: Heldburgstufe, Heldburgschichten, Unterer Burgsandstein I, Obere Bunte Mergel, Mittlere Bunte Mergel, Steinmergelletten (Steinmergelletten 1 und 2), Kieselsandstein-Letten (sensu Brenner 1973) und Basisletten des Stubensandsteins (sensu Brenner 1973), Blutfleckenmergel, Dinkelböden, Waldenburg-Subfolge (ohne Kieselsandstein) ; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: kmMh.
Lithologie: Tonsteine, wechselnd schluffig, rotbraun, graugrün, grau, teilweise violett, braun, gelblich, mit Dolomitsteinbänken und Dolomitsteinknollen-Lagen, grau bis grün. Besonders im höheren Teil horizontweise Einlagerung von Anhydritknollen (bzw. Sekundärgips oder Auslaugungsresiduen), die sich zu mehrere Meter mächtigen Bänken zusammenschließen können. Im Kraichgau auch untergeordnet geschichtete Sulfatbänke.
Untergeordnete Einheit: Die Formation gliedert sich in einen tieferen überwiegend rotbunten Abschnitt mit grünen oder grüngrauen Anteilen (Bunte Steinmergelletten) der mit der Doppelbank nach Brenner (1973) abschließt, und einen überwiegend grauen oberen Abschnitt, mit nach Westen zunehmenden rotbunten Anteilen (Graue Steinmergelletten), in dem die Anhydritführung nach oben zunimmt und der mit dem Heldburg-Sulfathorizont (oder dessen Auslaugungsresidue) abschließt (bei Brenner 1973 und Brenner & Villinger 1981 als „Basisletten“ zum Stubensandstein gerechnet). Östlich des Neckars sind die Bunten Steinmergelletten fast überall durch die Sandfazies der Hassberge-Formation ersetzt. Die Grauen Steinmergelletten sind unter der Altkimmerischen Hauptdiskordanz in gebietsweise wechselndem Maße, im Süden des Schichtstufenlandes fehlen sie ganz. Im südlichen Oberrheingebiet, südlich Rottweil und in Teilen des Alpenvorlandes fehlt die gesamte Formation diskordant.
Liegendgrenze: Dachfläche der obersten Sandsteine oder tonarmen Schluffsteine der Hassberge-Formation. Im äußersten Verbreitungsgebiet der Hassberge-Formation, in welchem jene nur noch in vereinzelten Rinnenzügen und Schichtflut-Loben auftritt (Kraichgau und angrenzendes Oberrheingebiet), ist die Basis zwischen den Sandsteinausläufern die Dachfläche der Steigerwald-Formation (Dachfläche der Lehrberg-Sulfate oder von deren Auslaugungsresiduen).
Hangendgrenze: Altkimmerische Hauptdiskordanz, überlagert von Löwenstein-Formation (Rote Basisletten oder Unterer Stubensandstein). Im Hangenden unterschiedlich stark und teilweise rinnenförmig unter der Diskordanz abgetragen.
Mittlere Mächtigkeit: 10–15 m.
Maximale Mächtigkeit: 33 m (Oberrheingebiet, westl. Kraichgau), ca. 40 m (Stromberg).
Typusprofile, etc.: Typusprofil ist der Einschnitt des Kümmelbaches bei Mainhardt-Mönchberg (TK25 Nr. 6923 Sulzbach, R 3541.800, H 5435.850): Heunisch & Nitsch (2011). Typusregion ist der Mainhardter Wald (Nordwürttemberg).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Bayern
Hessen
Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Oberrheinisches Tiefland
Mittelgebirge, Hessisches Bergland
Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Fehlt südlich einer Linie etwa von Baden-Baden nach Rottweil unter der Altkimmerischen Hauptdiskordanz. In Hessen und Thüringen nur im Süden der Länder (Verbreitungsgebiet der Hassberge-Formation).
Zeitgleiche Einheiten: Höherer Teil des Polle-Members und Rischenau-Member der Weser-Formation (s. DSK 2005).
Alterseinstufung: Spätes Tuvalium nach Palynomorphen (Heunisch & Nitsch 2011) und Conchostraken (Kozur & Bachmann 2005).
Kommentar: Die Formation muss als altersgleich mit der Hassberge-Formation betrachtet werden, zu der ein nach Süden bzw. Südosten in der Schichtfolge aufsteigender (retrogradierender) Fazieskontakt besteht. Die Hassberge-Formation weit nach Tetrapodenfunden ebenfalls tuvalisches Alter auf.
Versch./Sonstiges: Die Fossilführung ist spärlich. Bekannt wurden selten Pflanzenreste, Insektenreste, Conchostraken und Notostraken (Triops).
Literatur: Brenner, K. (1973): Stratigraphie und Paläogeographie des oberen Mittelkeupers in Südwest-Deutschland. – Arb. Inst. Geol. Paläont. Univ. Stuttgart, N. F. 68: 101–222; Stuttgart.
Brenner, K. & Villinger, E. (1981): Stratigraphie und Nomenklatur des südwestdeutschen Sandsteinkeupers. – Jh. Geol. Landesamt Baden-Württ., 23: 45–86; Freiburg i. Br..
DSK (2005): Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland IV – Keuper. – Courier Forschungsinst. Senckenberg 253: 296 S., 64 Abb., 50 Tab., 2 Taf.; Frankfurt am Main. – [darin weitere Literaturhinweise]
Heunisch, C. & Nitsch, E. (2011): Eine seltene Mikroflora aus der Mainhardt-Formation (Keuper, Trias) von Baden-Württemberg (Süddeutschland). – Jber. Mitt. oberrh. geol. Ver., N. F. 93 (2011): [22 S.]; Stuttgart.
Kozur, H. & Bachmann, G.H. (2005): Correlation of the Germanic Triassic with the international scale. – Albertiana, 32: 21–35; Utrecht.
Nitsch, E. (2005): Der Keuper in der STD 2002: Formationen und Folgen – Newsl. Stratigr., 41: 159–171; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E.
Erstellt am: 25.02.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 05.03.2011
Änderung Datensatz: 09.03.2011


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Litholex Recherche vom 23.08.2017, 04:16:27.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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