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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Steigerwald-Formation
ID: 5000009
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Beschluss SKPT am 19.07.1997
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Mittlerer Keuper
Chronostratigraphie: Tuvalium (Karnium, Obertrias, Trias, Mesozoikum)
Synonyme: Hauptsteinmergel und Rote Mergel, Berggipsschichten und Rote Wand mit Lehrbergschichten, Lehrbergschichten (Bayern), Ansbach-Folge; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: kmSw.
Lithologie: Tonstein, schluffig, ungeschichtet, rotbraun, teilweise dunkelviolett oder graugrün, mit Einlagerung von Anhydritknollen (bzw. Sekundärgips). An der Basis und im Dach sind mehrere Meter mächtige Horizonte mit grauen Dolomitsteinbänken und z. T. geschichteten oder knolligen Anhydritsteinbänken eingeschaltet (Brenner 1973, DSK 2005, Nitsch 2005).
Untergeordnete Einheit: An der Basis ist regional der Beaumont-Horizont mit dem Beaumont-Dolomit (Hauptsteinmergel) und Beaumont-Sulfat (auch „Berggips“ genannt) ausgebildet. Im westlichen Alpenvorland, in Franken und Südthüringen ist dieser Horizont z. T. nur undeutlich (z. B. durch einen geringmächtigen Sulfathorizont) ausgebildet. Darüber folgt die Rote Wand (im ursprünglichen Sinne) mit Gipsknollen (ebenfalls „Berggips“ genannt), im Dach der Lehrberg-Horizont mit Lehrberg-Bänken (fehlt in Südwürttemberg) und Lehrberg-Sulfat (nur Stromberggebiet, Kraichgau und angrenzendes Oberrheingebiet).
Liegendgrenze: Basis des Beaumont-Horizonts: Einsetzen sandfreier geschichteter Tongesteine, Sulfatgesteine oder Dolomitsteine über Sandsteinen oder (sandführenden) Dunklen Mergeln der Stuttgart-Formation. In Annäherung an die südöstliche Randfazies geht der Beaumont-Horizont gebietsweise in eine Rotfazies über, die nur schwer oder gar nicht von der Roten Wand zu unterscheiden ist; hier gilt das Einsetzen der Rote-Wand-Fazies über den höchsten Sandsteinen der Stuttgart-Formation als Basis der Formation.
Hangendgrenze: Basis der jeweils ersten Sandschüttung der Hassberge-Formation, mit der sich der höhere Teil der Steigerwald-Formation nach Süden verzahnt. Im nordwestlichen Verbreitungsgebiet (Stromberg, Kraichgau, Oberrhein) bildet zwischen den bzw. abseits der lückenhaft verbreiteten Sandsteinrinnen und -loben die Dachfläche des Lehrberg-Sulfats die Hangendgrenze zur Mainhardt-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: 10–25 m.
Maximale Mächtigkeit: 28 m (Stromberg) bis 30 m (Oberrheingebiet, westl. Kraichgau).
Typusprofile, etc.: Typusprofil ist die Ziegeleigrube Langenzenn (TK25 Nr. 6430 Emskirchen, R 4412.250, H 5494.160): Berger (1966). Typusregion sind Frankenhöhe und Steigerwald (Mittelfranken).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Bayern
Hessen
Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Oberrheinisches Tiefland
Mittelgebirge, Hessisches Bergland
Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): Setzt sich geringmächtig als „Obere Bunte Mergel“ in die Schweiz fort.
Zeitgleiche Einheiten: Unterer Teil des Polle-Members (bis einschl. Isenberg-Horizont) in der Weser-Formation, Rote Gipsmergel (Rheinland-Pfalz), Argile de Chanville (Frankreich), Obere Bunte Mergel (Schweizer Tafeljura).
Alterseinstufung: Tuvalium (Karnium) nach der Muschelfauna des Gansinger Dolomits (Schweiz) und den ebenfalls noch Karnischen Wirbeltierfunden und Conchostraken des Lehrberg-Horizonts (Seegis 1997) und der Hassberge-Formation.
Kommentar: Einzelne Muschelfunde auch im Beaumont-Dolomit (Hauptsteinmergel) des südlichen Oberrheingebiets (Leiber 1976).
Versch./Sonstiges: Der in Lothringen zuerst ausgewiesene und nach seinem Entdecker L. Elie de Beaumont benannte Beaumont-Horizont ist (seit 1827) der am längsten bekannte Leithorizont des Keupers. Der Name „Rote Wand“ leitet sich aus den Abraumwänden der Stuttgarter Schilfsandsteinbrüche und einer danach benannten Gemarkung ab. Er wurde Anfang des 20. Jahrhundert in Norddeutschland auch auf Schichten über dem Lehrberg (bzw. Isenberg-) Horizont übertragen.
Literatur: Berger, K. (1966): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1 : 25 000, Blatt Nr. 6530 Langenzenn. – 87 S.; München (Bayer. Geol. Landesamt ).
Brenner, K. (1973): Stratigraphie und Paläogeographie des oberen Mittelkeupers in Südwest-Deutschland. – Arb. Inst. Geol. Paläont. Univ. Stuttgart, N. F. 68: 101–222; Stuttgart..
DSK (2005): Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland IV – Keuper. – Courier Forschungsinst. Senckenberg 253: 296 S., 64 Abb., 50 Tab., 2 Taf.; Frankfurt am Main. – [darin weitere Literaturhinweise]
Leiber, J. (1976): Eine Faunula aus dem Steinmergelkeuper des Schönbergs bei Freiburg i. Br. – Ber. Naturforsch. Ges. Freiburg i. Br., 66: 29–33; Freiburg i. Br.
Nitsch, E. (2005): Der Keuper in der STD 2002: Formationen und Folgen – Newsl. Stratigr., 41: 159–171; Stuttgart.
Seegis, D.B. (1997): Die Lehrbergschichten im Mittleren Keuper von Süddeutschland – Stratigraphie, Petrographie, Paläontologie, Genese. – Diss. Univ. Stuttgart 1996; GeoRegioForschung 1: 382 S., 79 Abb., 4 Tab., 27 Taf.; Remshalden-Buoch (Hennecke).
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Etzold, A., Geyer, G., Simon, T.
Erstellt am: 25.02.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 05.03.2011
Änderung Datensatz: 09.03.2011


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Litholex Recherche vom 23.10.2017, 17:21:38.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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