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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Trossingen-Formation
ID: 5000008
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Beschluss SKPT am 19.07.1997
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Mittlerer Keuper
Chronostratigraphie: Norium (Obertrias, Trias, Mesozoikum)
Synonyme: Knollenmergel, Knollenmergel-Formation, Feuerletten, Grenzmergel, Zanclodon-Letten; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: kmTr.
Lithologie: Tonstein, schluffig, rotbraun, teilweise violett oder graugrün, ungeschichtet mit blockigem (polyedrischem) Gefüge und pedogenen Harnischen, mit lokal unterschiedlich häufigen Einlagerungen von Dolomitstein- oder Kalkstein-Knollen, lokal Einlagerungen von Intraklast-Konglomeraten aus solchen Knollen, seltener lokal geringmächtige sandige Lagen geringer Ausdehnung, lokal palustrine Karbonatbänke, z. T. verkieselt, vereinzelt kohlige Einlagerungen (Singh 1966, Urlichs 1966, Moses 1986, Seegis & Goerigk 1992, Seegis 1993).
Untergeordnete Einheit: Die Formation besteht stratigraphisch und geographisch überwiegend aus dem eigentlichen Knollenmergel westlich und dem faziell sehr ähnlichen Feuerletten östlich der Ries-Tauber-Schwelle. Lokale Sonderentwicklungen sind der Altenstein-Kalkstein (Unterfranken), der Großhöchberg-Kalkstein (Schwäbisch-Fränkischer Wald) und die Kohle führenden Mittelbronn-Schichten (S Schwäbisch Hall), die von manchen Bearbeitern als Randfazies zu den Sedimenten der Exter-Formation aufgefasst werden (DSK 2005).
Liegendgrenze: Aussetzen der Sandführung über dem obersten Stuben- bzw. Burgsandstein der Löwenstein-Formation, mit der sich die Tr. verzahnt.
Hangendgrenze: Einsetzen der Graufazies des Oberen Keupers (Malschenberg-Tonstein oder -Sandstein) oder diskordante Überlagerung durch höheren Oberkeuper (Contortaton, Contortasandstein) oder Unterjura.
Mittlere Mächtigkeit: 20-35 m.
Maximale Mächtigkeit: ca. 70 m (als Vertretung der Oberen Löwenstein-Fm.: Baar, lokal im Fildergebiet u. a.).
Typusprofile, etc.: Ehemaliger Prallhang des Trosselbaches NE Trossingen (TK25 Nr. 8917: R3474.250, H 5327.300) und unmittelbare Umgebung (DSK 2005, Etzold et al. 2010). Referenzprofile sind Bohrungen bei Reutlingen-Rommelsbach, Metzingen, Obernsees und Mistelgau (DSK 2005). Typusregion sind Baar und Obere Gäue (Südwürttemberg).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Bayern
Hessen
Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Oberrheinisches Tiefland
Mittelgebirge, Hessisches Bergland
Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): Setzt sich in gleicher Fazies geringmächtig in die Schweiz fort. Geht nördlich des Thüringer Waldes in die höhere Arnstadt-Formation über.
Zeitgleiche Einheiten: Obere Löwenstein-Formation, obere Arnstadt-Formation, tiefste Teile der Exter-Formation Norddeutschlands.
Alterseinstufung: spätes Norium (Sevatium), frührhätischer Anteil unsicher.
Kommentar: Mächtigkeitsunterschiede gehen einerseits auf die Faziesverzahnung mit der Löwenstein-Formation und andererseits auf die rhätische und liassische Abtragung im Hangenden (Diskordanz unter Contortaschichten und teilweise unter Psilonotenschichten) zurück.
Versch./Sonstiges: In der Trossingen-Formation liegen mehrere bedeutende Fossillagerstätten für frühe Dinosaurier (Plateosaurus u. a.) und Schildkröten (Trossingen; Frick/Schweiz) mit z. T. vollständigen Skeletten (Sander 1999, Moser 2003). Örtlich finden sich Anreicherungen von Süßwasserostrakoden (Darwinuliden).
Literatur: DSK (2005): Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland IV – Keuper. – Courier Forschungsinst. Senckenberg 253: 296 S., 64 Abb., 50 Tab., 2 Taf.; Frankfurt am Main. – [darin weitere Literaturhinweise]
Etzold, A., Franz, M. & Heunisch, C. (2010): Die Forschungsbohrung Trossingen (Baden-Württemberg) und Ausführungen zum Knollenmergel und Oberkeuper der Umgebung. – LGRB-Informationen, 25: 105–142; Freiburg i. Br.
Kozur, H. & Bachmann, G.H. (2005): Correlation of the Germanic Triassic with the international scale. – Albertiana, 32: 21–35; Utrecht.
Moser, M. (2003): Plateosaurus engelhardti Meyer, 1837 (Dinosauria: Sauropodomorpha) aus dem Feuerletten (Mittelkeuper; Obertrias) von Bayern. – Diss. Univ. München 2003; Zitteliana, B 24: 186 S.; München.
Moses, H.J. (1986): Karbonat- und Kieselkrusten im Burgsandstein und Feuerletten N-Bayerns. – Diss. Univ. Bochum 1985: 95 S.
Nitsch, E. (2005): Der Keuper in der STD 2002: Formationen und Folgen – Newsl. Stratigr., 41: 159–171; Stuttgart.
Sander, M. (1999): Die Plateosaurus-“Friedhöfe” im Keuper: Belege für einen Massentod? – In: Hauschke, N. & Wilde, V. (Hrsg.): Trias, eine ganz andere Welt: Europa im frühen Erdmittelalter: 419–425; München (Pfeil).
Seegis, D.B. & Goerigk, M. (1992): Lakustrine und pedogene Sedimente im Knollenmergel (Mittlerer Keuper, Obertrias) des Mainhardter Waldes (Nordwürttemberg). – Jber. Mitt. oberrh. geol. Ver., N. F. 74: 251–302.
Seegis, D.B. (1993): Die lakustrin-palustrine Fazies des höheren Knollenmergels (Mittlerer Keuper, Obertrias) in Südwestdeutschland: Sedimenttypen und Genese. – N. Jb. Geol. Paläont. Abh., 189: 309–332.
Singh, I.B. (1966): Sedimentologie der Keuper-Lias-Grenzschichten von Württemberg (Deutschland). – Diss. TH Stuttgart 1966, Arb. Geol.-Paläont. Inst. TH Stuttgart, N. F. 52: 175–192
Urlichs, M. (1966): Zur Fossilführung und Genese des Feuerlettens, der Rät-Lias-Grenzschichten und des unteren Lias bei Nürnberg. – Erlanger Geol. Abh., 64: 42 S.; Erlangen.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Etzold, A., Geyer, G., Simon, T.
Erstellt am: 25.02.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 05.03.2011
Änderung Datensatz: 09.03.2011


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Litholex Recherche vom 21.07.2017, 18:44:38.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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