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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Arnstadt-Formation
ID: 5000005
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Credner 1839: „Mergel mit Thonquarzen“, Beschluss SKPT am 2.5.1997: Arnstadt-Formation (DSK 2005).
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Mittlerer Keuper
Chronostratigraphie: Norium (Obertrias, Trias, Mesozoikum)
Synonyme: Steinmergelkeuper nach Thüringer Abgrenzung, Steinmergelkeuper (teilweise) in anderen Bundesländern; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: kmA
Lithologie: Wechsellagerungen von rotbunten und grünen, graugrünen oder grauen Tongesteinen, mit tonigen Dolomitsteinbänken, teilweise mit Oolithen. Tieferer Abschnitt mit Sulfatknollen, die weiter in Nordwestdeutschland nach W und NW auch in zunehmend höheren Niveaus auftreten. In Thüringen und im Leinetal Einschaltung von geringmächtigen Sandsteinen.
Untergeordnete Einheit: Traditionell Farbgliederung in Untere Bunte, Mittlere Graue und Obere Bunte Einheit mit regional heterochronen Farbgrenzen; in Nordwestdeutschland ist eine Zweiteilung an der Basis verstärkter Sulfatführung („Hangende Residuallagen“ im Ausstrichgebiet) möglich und weithin korrelierbar (Barnasch 2009). Regional durch Leithorizonte weiter gegliedert (Belle-Horizont, Dohlenberg-Horizont, Kreienberg-Bank; in Thüringen und Teilen Nordostdeutschlands Mühlburg-Horizont). Die obersten Schichten ab der Kreienberg-Bank werden je nach Fazies (bei stärkerem Sandgehalt, vorherrschend grauer Färbung) regional bereits zur Exter-Formation gestellt (vgl. DSK 2005, Barnasch 2009).
Liegendgrenze: Basis ist die Altkimmerische Hauptdiskordanz bzw. das Dach des Heldburg-Sulfathorizonts.
Hangendgrenze: Obergrenze ist die (diachrone) Faziesgrenze gegen die Exter-Formation mit überwiegend grauen Farben und Sandsteinen.
Mittlere Mächtigkeit: 100 bis 200 m, in Schwellengebieten z.T. unter 50 m.
Maximale Mächtigkeit: In Grabenbrüchen bis 400 m (z. B. Glückstadt-Graben).
Typusprofile, etc.: Burgberg der Wanderslebener Gleiche (TK25 5131 Arnstadt, R 44 21 000, H 56 36 400)
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Mittelgebirge, Saar-Nahe-Bergland, Pfälzerwald
Mittelgebirge, Oberrheinisches Tiefland
Mittelgebirge, Hessisches Bergland
Mittelgebirge, Weserbergland
Mittelgebirge, Thüringer Becken
Verbreitung (Ergänzung): In Südthüringen und am mittleren Oberrhein Verzahnung mit Löwenstein-Formation. Zwischen Emmendingen und Lörrach reicht die lothringische Steinmergelkeuper-Fazies bis an den Schwarzwaldrand und wird hier ebenfalls zur Arnstadt-Formation gerechnet. Faziell ähnliche Einheiten mit eigener Nomenklatur in Frankreich, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, dem Nordseegebiet bis England (mit bedeutendem Sulfatlager), Dänemark, Polen (vgl. DSK 2005, Franz 2008, Barnasch 2009).
Zeitgleiche Einheiten: Löwenstein-Formation, Trossingen-Formation, teilweise tiefere Exter-Formation.
Alterseinstufung: Norium, mit Überlieferungslücke im tieferen Lacium (in Schwellengebieten fehlt offenbar örtlich das gesamte Lacium), weitere Überlieferungslücken innerhalb der Abfolge (unterhalb der biostratigraphischen Auflösbarkeit) wahrscheinlich. Im Sevatium (Spätes bzw. Oberes Norium, früher zeitweise von manchen Autoren zum Rhätium gerechnet) laterale Faziesverzahnung mit der Graufazies der Exter-Formation (Untere Posteraschichten). Gebietsweise möglicherweise als Faziesvertretung der Oberen Posteraschichten mit frührhätischem Anteil (diachrone Obergrenze !). Leitfossilien sind Ostrakoden, Conchostraken, Palynomorphe, Wirbeltiere.
Kommentar: Der traditionelle Name „Steinmergelkeuper“ wurde in den verschiedenen Verbreitungsgebieten auf unterschiedlich abgegrenzte Einheiten bezogen und sollte daher nicht mehr stratigraphisch, sondern nur zur Bezeichnung der Fazies verwendet werden.
Versch./Sonstiges: Lakustrine Ablagerungen mit zahlreichen Paläoböden, z.T. mit Wurzelspuren. Fossilfunde: frühe Sauropoden und andere Dinosaurier (Halberstadt, Gleichberg); in einzelnen Schichten Stromatolithe, Ostrakoden, Mollusken, Fischreste, Insektenspuren. Einzelne Fossilfunde (Muscheln, Fische) weisen auf nicht näher bestimmte Beziehungen zu marinen Regionen hin (ggf. Einwanderung in Salzseen?). Am Ardennensüdrand (Trier-Luxemburger Senke) wurden aus Unteren Posteraschichten in Steinmergelkeuper-Fazies Glaukonit und gezeitenbeeinflusste Gefüge beschrieben (vgl. Dittrich 1989 und in DSK 2005).
Literatur: Bachmann, G.H., Geluk, M.C., Warrington, G., Becker-Roman, A., Beutler, G., Hagdorn, H., Hounslow, M.W., Nitsch, E., Röhling, H.-G., Simon, T. & Szulc, A., with contributions by Michiel Dusar, M., Nielsen, L.H., Barnasch, J. & Franz, M. (2010): Triassic. – In: Doornenbal, J.C. & Stevenson, A.G. (editors): Petroleum Geological Atlas of the Southern Permian Basin Area: 149–173; Houten (EAGE Publications).
Barnasch, J. (2009): Der Keuper im Westteil des Zentraleuropäischen Beckens (Deutschland, Niederlande, England, Dänemark): diskontinuierliche Sedimentation, Litho-, Zyklo- und Sequenzstratigraphie. – Diss. Univ. Halle: 222 S., 28 S. Anl.; Halle (http://digital.bibliothek.uni-halle.de).
Credner, H. (1839): Geognostische Beschreibung des Höhenzuges zwischen Gotha und Arnstadt. – N. Jb. Min. Geogn. Geol. Petrefaktenk., 1839: 379–403; Stuttgart.
Dittrich, D. (1989): Beckenanalyse der Oberen Trias der Trier-Luxemburger Bucht. Revision der stratigraphischen Gliederung und Rekonstruktion der Paläogeographie. – Diss. Univ. Bonn 1989; Publ. Serv. Géol. Luxembourg, 26: 221 p., 8 pl.; Luxembourg.
DSK (2005): Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland IV – Keuper. – Courier Forschungsinst. Senckenberg 253: 296 S., 64 Abb., 50 Tab., 2 Taf.; Frankfurt am Main. – [darin weitere Literaturhinweise]
Duchrow, H. (1984): Keuper. – In: Klassen, H. (Hrsg.): Geologie des Osnabrücker Berglandes: 221–334, 1 Tab, 8 Anl.; Osnabrück (Naturwiss. Museum).
Franz, M. (2008): Litho- und Leitflächenstratigraphie, Chronostratigraphie, Zyklo- und Sequenzstratigraphie des Keupers im östlichen Zentraleuropäischen Becken (Deutschland, Polen) und Dänischen Becken (Dänemark, Schweden). – Diss. Univ. Halle-Wittenberg: 198 S., 62 S. Anhang; Halle (http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/08/09H048/).
Nitsch, E. (2005): Der Keuper in der STD 2002: Formationen und Folgen – Newsletters on Stratigraphy, Stuttgart.
Will, H.-J. (1969): Untersuchungen zur Stratigraphie und Genese des Oberkeupers in Nordwestdeutschland. – Geol. Jb. Beih. 54: 240 S. [Kurzfassung der unveröff. Diss. von 1953]
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Barnasch, J., Dittrich, D., Farrenschon, J., Franz, M., Heunisch, C.
Erstellt am: 13.01.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 30.08.2010
Änderung Datensatz: 16.02.2011


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Litholex Recherche vom 23.08.2017, 02:30:47.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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