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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Weser-Formation
ID: 5000004
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Duchrow 1984: „Weser-Gruppe“, Beschluss SKPT am 2.5.1997: Weser-Formation (DSK 2005).
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Mittlerer Keuper
Chronostratigraphie: Tuvalium (Karnium, Obertrias, Trias, Mesozoikum)
Synonyme: Oberer Gipskeuper (Thüringen), Hauptsteinmergelschichten, Rote Gipsmergel und Unterer Steinmergelkeuper (Rheinland-Pfalz), Rote Wand und Unterer Steinmergelkeuper (Nordrhein-Westfalen), Rote Wand (Niedersachsen), jeweils historisch zeitweise mit Abweichungen; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: kmW.
Lithologie: Die W.-Fm. besteht aus überwiegend rotbunten und grünen Tongesteinen (dolomitische Tonsteine und Tonmergelsteine), meist mit Sulfatknollen, und dünnen Dolomitbänken. In mehreren Horizonten Einschaltung von knolligen, teilweise auch geschichteten Sulfatbänken, in Norddeutschland mit erheblicher Mächtigkeit; in Norddeutscher Senke mit drei Steinsalzlagern.
Untergeordnete Einheit: Beaumont-Horizont (Hauptsteinmergel, Beaumont-Sulfat, Kühl-Brekzie), „Rote Wand“ (analog zur süddeutschen Typusregion in Thüringen verwendet: unter dem Lehrberg-Horizont; in Westfalen „Untere Rote Wand“ genannt), Isenberg-Horizont (Weserbergland) und Lehrberg-Horizont (Thüringen) mit Lehrberg-Sulfathorizont, „Obere Rote Wand“ (im westfälischen Sinne), Schwellenburg-Mergel, Heldburg-Sulfathorizont; in der Norddeutschen Senke Steinsalzlager F, G und H.
Liegendgrenze: Basis des Beaumont-Horizontes (dann wahrscheinlich nahezu isochron) oder, wo dieser nicht erkennbar ist, die Faziesgrenze von Schilfsandstein-Fazies oder Dunkle-Mergel-Fazies (i. e. S.: mit Sandsteinlagen) gegen die Rote-Wand-Fazies (dann ggf. gebietsweise diachron).
Hangendgrenze: Dach des Heldburg-Sulfathorizonts bzw. die Altkimmerische Hauptdiskordanz.
Mittlere Mächtigkeit: 30 bis 60 m, in der Norddeutschen Senke bis über 200 m.
Maximale Mächtigkeit: 4500 m (Glückstadt-Graben).
Typusprofile, etc.: Forstweg am Birkenberg bei Polle an der Weser (TK25 4022 Ottenstein R 35 28 180 H 57 52 560).
Verbreitung (Bundesländer): Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Mittelgebirge, Saar-Nahe-Bergland, Pfälzerwald
Mittelgebirge, Hessisches Bergland
Mittelgebirge, Weserbergland
Mittelgebirge, Thüringer Becken
Verbreitung (Ergänzung): Fortsetzung der Fazies mit abweichender Benennung nach Nordfrankreich, Luxemburg, in die Niederlande, nach Dänemark und nach Polen. Im Kraichgau und am angrenzenden mittleren Oberrhein (Baden-Württemberg) ist ein faziell ähnlicher Übergangsbereich zu Steigerwald- und Mainhardt-Formation entwickelt, der sich durch einzelne Sandeinschaltungen auszeichnet und in Baden-Württemberg bereits jenen beiden Formationen zugewiesen wird.
Zeitgleiche Einheiten: Steigerwald-, Hassberge- und Mainhardt-Formation.
Alterseinstufung: Karnium, Tuvalium nach Bivalven, Palynomorphe, Conchostraken; Heldburg-Sulfate evtl. mit Tuvalium/Lacium-Grenze (nach Palynomorphen).
Kommentar: Der Diagenesezeitraum der bis zu 50 m mächtigen gestapelten Gipskrustenböden der Heldburg-Sulfate Norddeutschlands umfasst wahrscheinlich auch einen Teil des Zeitäquivalents der Altkimmerischen Hauptdiskordanz. Die Bezeichnung „Rote Wand“ in der W.-Fm. ist ein Homonym zur Roten Wand (Typusprofil in Stuttgart) der Steigerwald-Formation.
Versch./Sonstiges: Der Heldburggips ist das wichtigste Keupergipslager Thüringens und Nordwestdeutschlands.
Literatur: Bachmann, G.H., Geluk, M.C., Warrington, G., Becker-Roman, A., Beutler, G., Hagdorn, H., Hounslow, M.W., Nitsch, E., Röhling, H.-G., Simon, T. & Szulc, A., with contributions by Michiel Dusar, M., Nielsen, L.H., Barnasch, J. & Franz, M. (2010): Triassic. – In: Doornenbal, J.C. & Stevenson, A.G. (editors): Petroleum Geological Atlas of the Southern Permian Basin Area: 149–173; Houten (EAGE Publications).
Barnasch, J. (2009): Der Keuper im Westteil des Zentraleuropäischen Beckens (Deutschland, Niederlande, England, Dänemark): diskontinuierliche Sedimentation, Litho-, Zyklo- und Sequenzstratigraphie. – Diss. Univ. Halle: 222 S., 28 S. Anl.; Halle (http://digital.bibliothek.uni-halle.de).
DSK (2005): Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland IV – Keuper. – Courier Forschungsinst. Senckenberg 253: 296 S., 64 Abb., 50 Tab., 2 Taf.; Frankfurt am Main. – [darin weitere Literaturhinweise]
Duchrow, H. (1984): Keuper. – In: Klassen, H. (Hrsg.): Geologie des Osnabrücker Berglandes: 221–334, 1 Tab, 8 Anl.; Osnabrück (Naturwiss. Museum).
Franz, M. (2008): Litho- und Leitflächenstratigraphie, Chronostratigraphie, Zyklo- und Sequenzstratigraphie des Keupers im östlichen Zentraleuropäischen Becken (Deutschland, Polen) und Dänischen Becken (Dänemark, Schweden). – Diss. Univ. Halle-Wittenberg: 198 S., 62 S. Anhang; Halle (http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/08/09H048/).
Nitsch, E. (2005): Der Keuper in der STD 2002: Formationen und Folgen. – Newsletters on Stratigraphy, Stuttgart.
Seegis, D.B. (1997): Die Lehrbergschichten im Mittleren Keuper von Süddeutschland – Stratigraphie, Petrographie, Paläontologie, Genese. – Diss. Univ. Stuttgart 1996; GeoRegioForschung 1: 382 S.; Remshalden-Buoch (Hennecke)
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Barnasch, J., Dittrich, D., Farrenschon, J., Franz, M., Heunisch, C.
Erstellt am: 13.01.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 30.08.2010
Änderung Datensatz: 16.02.2011


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Litholex Recherche vom 18.11.2017, 14:48:06.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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