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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Queich-Formation
ID: 48
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: DITTRICH, 2003
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Zechstein
Chronostratigraphie: Oberperm (Lopingium) (Perm, Paläozoikum)
Synonyme: Oberer Sandstein (Z1[1 tiefgestellt] (?)) (HENTSCHEL 1963)
Oberer Sandstein (ro3[3 tiefgestellt]4[4 hochgestellt]) (Diplomkartierungen Univ. Karlsruhe)
Queich-Schichten (HORNUNG 1999, DITTRICH et al. 2003)
Queich-Schichten (zQ) (LGB 2005)
Lithologie: Die Queich-Formation umfasst überwiegend massige, teilweise wenig verfestigte Fein-, Mittel- oder Grobsandsteine. Diese sind rot, violettrot oder orange-braunrot („ziegelrot“). Die Quarzkörner sind kantengerundet bis sehr gut gerundet. Daneben tritt etwa 10-30 % Feldspat auf, im Wesentlichen Kalifeldspat (SCHWEISS 1984). Geröllführung ist häufig. Meist sind es weiß bis rötlich-braun gefärbte Quarze, vereinzelt auch Tonklasten, basal können Granitgerölle zugemischt sein. Vereinzelt kommen gelbliche, graue oder rötliche dolomitisch zementierte Sandsteinpartien vor, zum Teil knollig absondernd. Auch nicht näher spezifizierte „Salzkrustenbildungen“ und Eisen-Mangan-Krusten wurden beobachtet. Der Topbereich der Formation ist meist über einige Zentimeter hinweg gebleicht.
Nahe der südpfälzischen Beckenachse ist im höheren unteren Drittel der Formation (Bohrprofil Gossersweiler: 4,1 bis 12,65 m über der Basis) ein zyklisch gegliederter, teilweise tonig ausgebildeter Profilabschnitt eingeschaltet. Dort sind sowohl vertikale Grabgänge als auch schlierige Dolomitzemente zu beobachten.
Untergeordnete Einheit: keine
Liegendgrenze: Die Queich-Formation überlagert winkeldiskordant präpermisches Grundgebirge bzw. unterschiedlich alte permische Schichteinheiten (vgl. HENTSCHEL 1957, 1963).
Hangendgrenze: Im Gebiet der Typlokalität werden die Sandsteine der Queich-Formation von den eher feinklastisch-karbonatischen, oft auch stark bioturbaten Gesteinen der Rothenberg-Formation überlagert.
Mittlere Mächtigkeit: Meist erscheinen Werte zwischen 20 und 30 m. Bei Eußerthal,
Annweiler, Eschbach und Silz sind es 25-30 m, nördlich des unteren Speyerbachtals etwa 25 m, im Westen bei Sarnstall (KIENZLE 1982) etwa 20-22 m.
Maximale Mächtigkeit: Hohe Mächtigkeiten der Queich-Formation erscheinen zwischen
Ramberg und knapp südlich Albersweiler, es sind 35-40 m. Im Norden, in der Region Burrweiler–?St. Martin?–Neustadt–Lambrecht sind es nach neueren Kartier- und Bohrungsbefunden wohl 30-40 m (vgl. Abschnitt Verschiedenes).
Typusprofile, etc.: Namengebend war das Queich-Tal bei Annweiler, westlich
Landau (HORNUNG 1999). Ein dort gelegenes, konkretes Typusprofil ist noch nicht festgelegt worden.
Referenz-Profile: Kernbohrung Gossersweiler, TK25 6813 Bad Bergzabern, R: 34 21 080, H: 54 46 490 (DITTRICH 2002) [Bohrarchiv LGB RP]
obere Profilabschnitte: Weganschnitt südlich Försthöhe südwestlich Waldrohrbach (SCHWEISS 1984: Abb. 24), TK25 6813 Bad Bergzabern, R: 34 23 650, H: 54 47 850, sowie Wingertsberg bei Waldhambach südlich von Annweiler (HENTSCHEL 1957: Abb. 13)
Verbreitung (Bundesländer): Rheinland-Pfalz
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Saar-Nahe-Bergland, Pfälzerwald
Verbreitung (Ergänzung): Die Ausbissgebiete der Queich-Formation sind auf den
Ostrand des Pfälzerwaldes (Haardtrand) beschränkt. Die größte Verbreitung zeigen sie in der ausgedehnten Talweitung der Queich und ihrer Zuflüsse, westlich von Landau.
Im (südlichen) Saar-Nahe-Bergland ist anstelle der Queich-Formation die tiefere Stauf-Formation entwickelt.
Zeitgleiche Einheiten: --
Alterseinstufung: Lithofaziesbefunde, winkeldiskordante Basisfläche, Log-Korrelationen
Kommentar: Die Queich-Formation gehört in die Folge z1. Wahrscheinlich umfasst sie nur deren höhere Abschnitte (frndl. Mitt. K.-Chr. KÄDING).
Der relativ tonige, etwas bioturbate und Dolomit-zementierte Profilabschnitt im tieferen Profilteil bei Gossersweiler ist vermutlich mit der nordpfälzischen Zementationszone II zu parallelisieren (vgl. Stauf-Formation).
Versch./Sonstiges: DACHROTH (1988) beschrieb im obersten Teil der Queich-Formation den „Eschbacher Sandstein“ als weitere eigenständige Einheit zwischen dem „Oberen Sandstein” und dem „Zechsteinhorizont” (heute: Rothenberg-Formation). Dabei sollte es sich um eine der Annweiler-Formation ähnliche, einige Meter mächtige (DACHROTH 1976: 3-6 m im Raum Annweiler) fluviatile Sandsteinserie handeln. Den darunter liegenden Teil der Queich-Formation wertete er hingegen als Dünensand-Ablagerung und kennzeichnete ihn als geröllfrei, fein geschichtet und (besonders basal) großbogig schräggeschichtet. Jedoch sprechen Tonlagen und knollige, dolomitreiche Partien in den oftmals massigen basalen Sandsteinbänken (HENTSCHEL 1957: Profil Waldhambach) sowie dezimetermächtige Tonsteineinschaltungen und vor allem auch Gerölle in den basalen Schrägschichtungseinheiten in der Kernbohrung Gossersweiler gegen eine äolische Genese. Auch bei Silz(–Münchweiler) sind in der tieferen Queich-Formation Konglomeratlagen enthalten (HENTSCHEL 1963).
Kernbohrungen bei Sarnstall zeigen eine generelle Kornverfeinerung der Queich-Formation von eher mittel- bis grobkörnigen zu überwiegend mittelkörnigen Sandsteinen am Top (KIENZLE 1982). Eine Zweigliederung in eine äolische Basisbildung und eine gröbere fluviatile Schüttung am Top ist auch hier nicht erkennbar. Vielmehr handelt es sich um durchgehend aquatische Ablagerungen, in die auch äolisch transportiertes Kornmaterial eingelagert wurde. Im westlichen und südwestlichen Randbereich des südpfälzischen Teilbeckens ist allerdings in mehreren Profilen in den oberen Metern (2-7 m) stärkere Geröllführung zu beobachten.
Der Ablagerungsraum der Queich-Formation war ein breiter fluviatiler Randsaum des südwestdeutschen Zechstein-Beckens. Sehr selten sind Lebensspuren zu beobachten, vor allem senkrecht verlaufende Grabgänge. Nach HENTSCHEL (1963) zeigen die Sandsteine der Queich-Formation eine Kornverfeinerung von Westen nach Osten. Das Liefergebiet lag demnach im Westen.
HORNUNG (1999) verzeichnete im Norden des Verbreitungs-gebietes – im Widerspruch zu HENTSCHEL (1963), jedoch ohne nähere Quellenangaben – ein völliges Fehlen der Queich-Formation auf alt angelegten Grundgebirgsschwellen bei Burrweiler und Neustadt, die eine „Edenkobener Bucht“ flankieren.
Im Südwesten, in der Region Vorderweidenthal–Bundenthal–
Hirschthal ist die Queich-Formation bereits relativ grobklastisch entwickelt und bei schlechten Aufschlussverhältnissen kaum abzutrennen (LGB 2005). Das entsprechende Gebiet ist noch relativ wenig bearbeitet.
Literatur: HENTSCHEL, H. E. (1957): Die permischen Ablagerungen im östlichen Pfälzer Wald (Haardt) zwischen Neustadt-Lambrecht und Klingenmünster-Silz. Diss. Univ. Mainz.
HENTSCHEL, H. E. (1963): Die permischen Ablagerungen im östlichen Pfälzer Wald (Haardt) zwischen Neustadt-Lambrecht und Klingenmünster-Silz. – Notizbl. hess. L.-Amt Bodenforsch., 91, S. 143-176, 11 Abb., 1 Tab., 1 Taf., Wiesbaden.
DACHROTH, W. (1976): Gesteinsmagnetische Marken im Perm Mitteleuropas. Ein Beitrag zur Anwendung gesteinsmagnetischer Daten in der Stratigraphie. – Geol. Jb., E 10, S 3-63, 19 Abb., 3 Taf., Hannover.
KIENZLE, G. (1982): Geologische Geländeaufnahme (Kartierung) permischer, triadischer und quartärer Ablagerungen im Raum Annweiler (Pfalz). – Diplomkartierung Univ. Karlsruhe, 94 S., 31 Abb., 1 Tab., 2 Anl., Karlsruhe. – [unveröff.].
SCHWEISS, D. (1984): Sedimentpetrographische Untersuchungen an Rotsedimenten des Grenzbereiches Perm-Trias am südwest–deutschen Beckenrand. – Geol. Jb. Hessen, 112, S. 83-126, 25 Abb., 4 Tab., Wiesbaden.
DACHROTH, W. (1988): Genese des linksrheinischen Buntsandsteins und Beziehungen zwischen Ablagerungs-bedingungen und Stratigraphie. – Jber. Mitt. oberrhein. Geol. Ver., N.F., 70, S. 267-333, 17 Abb., 10 Taf., Stuttgart.
HORNUNG, J. J. (1999): Eine Ichnofauna aus dem klastischen Zechstein (oberes Perm) vom Wolfsberg bei Neustadt a.d. Weinstraße und Anmerkungen zur Paläogeographie/Paläoökologie des kontinentalen Zechstein in der Pfälzer Synform (Pfalz). – Mitt. Pollichia, 86, S. 7-33, 13 Abb., 2 Tab., Bad Dürkheim.
DITTRICH, D., FRANKE, W. R., GAD, J., HANEKE, J., REQUADT, H., SCHÄFER, P. & WEIDENFELLER, M. (2003): Geologische Übersichtskarte von Rheinland-Pfalz 1: 300 000. (Landesamt für Geologie und Bergbau) Mainz.
DITTRICH, D. (2002): Fotodokumentation und stratigraphische Aufnahme der Kernbohrung Gossersweiler südlich von Annweiler.
5 S. + zahlr. Abb., unveröff. Mskrt..
DITTRICH, D. (2003): Queich-Formation. – 2 S., unveröff. Mskrt. für: Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg., in Vorb.): Stratigraphie von Deutschland. Zechstein. – Schriftenreihe deutsch. geowiss. Ges., Hannover.
LGB (Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz) (Hrsg.)(2005): Geologie von Rheinland-Pfalz, 400 S., Mainz.
Autor des Datenblattes: Dittrich, Dr. Doris
Erstellt am: 30.09.2010
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 08.07.2010
Änderung Datensatz: 18.10.2010
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Litholex Recherche vom 17.10.2017, 09:57:45.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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