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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Ostreenkalk-Formation
ID: 4012092
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Erstbeschreibung: Quenstedt (1843); Name: Bloos et al. (2005)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Braunjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Oberbajocium (Bajocium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Unterbajocium (Bajocium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Mittlerer Brauner Jura delta. Eisenoolithe, [..], die nach Ostrea cristagalli benannt werden könnten (Quenstedt 1843); Brauner Jura delta (Quenstedt 1858, Fritz 1962), Schichten des Ammonites (Parkinsonia) subfurcatus und Ammonites (Parkinsonia) Parkinsoni, pars (Schalch 1898), Bajocium 2 (Hahn & Schreiner 1971), Brauner Jura Unter-delta, Oolithische Laibsteinschichten, Stephanoceraten-Parkinsonien-Schichten, pars (Geyer & Gwinner 1984, 1991), Ostreenkalk (Villinger & Fleck 1995).
Lithologie: An der Basis dunkle Tonsteine mit einzelnen Kalksteinbänken, in Knollen teilweise massenhaft Bositra und Entolium (Giganteuston), dieser überlagert von einer Wechselfolge aus meist fossilführenden, eisenoolithischen Kalksteinbänken und Tonmergelstein-Lagen mit Cephalopoden und Muscheln (Humphriesianum-Oolith). Es folgt die typische Ostreenkalk-Fazies, eine Wechsellagerung von dunkelgrauen Mergeln mit gelblichen, biodetritischer bzw. schillführenden Kalkmergelbänken und häufigem Vorkommen von Teloceras coronatum, Austern (Liostrea, Lopha) und anderen Muscheln (Ctenostreon, Trigonia, Modiola u.a.) (Coronatenbänke). Den hangenden Abschluss bilden eisenoolithische Kalk- und Mergelsteine (Subfurcaten-Oolith).
Untergeordnete Einheit: Im Typusgebiet beginnt die Schichtenfolge mit dem Giganteuston. Die untersten, bis 1,5 m mächtigen grauen, feinsandigen, biodetritischen, fossilführenden Tonmergelsteine mit einzelnen Kalksteinbänken und Kalkmergelsteinknollen (sog. Muschelknollen) werden als Blaukalkabraum bezeichnet. Darüber folgt der in der KB Breitenbach 9,9 m mächtige Untere Giganteuston. Der bis 9,5 m mächtige Obere Giganteuston wird eingeleitet durch die Dorsetensienbank. Östlich der Region Boll schaltet sich über der Dorsetensienbank ein eisenoolithischer Horizont ein, der hier als Humphriesianum-Oolith bezeichnet wird. Die in der Forschungsbohrung 6,6 m mächtigen Coronatenschichten bestehen aus einer Wechselfolge dunkelgrauer, biodetritischer bzw. schillführender Kalksteinbänke mit Austern und dunkelgrauen Tonmergelsteinen (Ohmert 2000). Dieser von Quenstedt (1858) Ostreenkalke genannte, in der jüngeren Vergangenheit meist als Blagdeni-Schichten bezeichnete Schichtabschnitt, wurde wegen Namensgleichheit mit gleichaltrigen Schichten in der Gosheim-Formation in Coronatenschichten (Symbolschlüssel LGRB 2011) umbenannt. Zuoberst folgt der bis 2,6 m mächtige Subfurcaten-Oolith (Franz 1982), der im Typusgebiet der Formation nur 0,3 – 0,5 m, im Raum Geislingen a. d. Steige z. T. nur 0,1 m mächtig ist. Der Subfurcaten-Oolith überlagert bis ins Klettgau die Gosheim-Formation.
Liegendgrenze: Über dem Blaukalk oder dem Oberen Tonhorizont der Wedelsandstein-Formation. Einsetzen der Sandführung in der Wedelsandstein-Formation; in der Mittleren Schwäbischen Alb am Top des Blaukalks, in der Ostalb bis zum Top des Wedelsandsteins absinkend.
Hangendgrenze: Basis des Hamitentons
Mittlere Mächtigkeit: 4 – 28 m
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Typusprofil: Forschungsbohrung KB Breitenbach bei Pfullingen, TK 25 7521 Reutlingen, R 35 12 990, 53 67 380 (Abb. 1); Referenzprofile: Profil Hausen a. T., TK 25, Bl. 7819 Messstetten, R 34 87 860, H 53 39 400, Bohrung BK 1/2014, Boller Sattel, Gruibingen, R 35 45 708, H 53 86 801
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Mittlere und Östliche Schwäbische Alb; Im Raum Balingen – Gosheim verzahnt sich der Giganteuston mit der Gosheim-Subformation. Der Subfurcaten-Oolith ist bis ins Klettgau durchgehend nachweisbar. Auf der Ostalb verzahnt sich die Ostreenkalk-Formation mit dem tiefsten Teil der Sengenthal-Formation.
Zeitgleiche Einheiten: Im Gebiet der Zollernalb verzahnt sich die Ostreenkalk-Formation mit der Humphriesioolith-Formation, d.h. der Giganteuston an der Basis wird durch die Gosheim-Subformation ersetzt. In der Ostalb und der Fränkischen Alb entspricht ihr der tiefste Teil der Berching-Subformation der Sengenthal-Formation. In Norddeutschland entsprechen ihr der Suderbruch-Sandstein und der Prignitz-Sandstein; in der Nordschweiz sind das Rothenfluh-Member der Passwang-Formation und der basale Teil der Klingnau-Formation altersgleich. Im Elsass werden die Äquivalente von Wedelsandstein- und Ostreenkalk-Formation als sog. Marnes et calcaires de Griesbach zusammengefasst.
Alterseinstufung: Die Ostreenkalk-Formation vertritt das höhere Unter-Bajocium und das tiefere Ober-Bajocium. Der Blaukalkabraum gehört noch in die Sauzei-Zone, die Schichten darüber sind in die Humphriesianum-Zone zu stellen, deren Obergrenze im unteren Subfurcaten-Oolith liegt. Der verbleibende Subfurcaten-Oolith vertritt die Niortense-Zone des Ober-Bajociums.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: Bloos, G., Dietl, G. & Schweigert, G. (2005): Der Jura Süddeutschlands in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002. – Newsl. Stratigr., 41(1–3): 263–277; Berlin, Stuttgart.

Franz, M. (1982): Ökologische Untersuchungen im Subfurcaten-Oolith (Bajocium, Braunjura) der Schwäbischen Alb. – Dipl.-Arb. Univ. Heidelberg: 124 S.; Heidelberg [unveröff.].

Fritz, P. (1962) : Der Braune Jura d in der weiteren Umgebung von Boll (Württemberg). – Jh. Ver. vaterl. Naturkde. Württ., 117: 99–121; Stuttgart.

Geyer, O. F. & Gwinner, M. P. (1984): Die Schwäbische Alb und ihr Vorland. 3. Aufl. – Slg. Geol. Führer, 67: 275 S.; Berlin, Stuttgart (Borntraeger).

Geyer, O. F. & Gwinner, M. P. (1991): Geologie von Baden-Württemberg, 4. Aufl. – 482 S.; Stuttgart (Schweizerbart).

LGRB (2011): Symbolschlüssel Geologie Baden-Württemberg - Verzeichnis Geologischer Einheiten (Ausgabe 2011), Hrsg. Vom Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau. – 1 Tab.; Freiburg i. Br. (http://www.lgrb.uni-freiburg.de)

Ohmert, W. (2000): The Nature of Biostratigraphic Boundaries in the Early Middle Jurassic of South West Germany. – GeoResearch Forum, 6: 145–152; Zürich.

Quenstedt, F. A. (1858): Der Jura. – 842 S.; Tübingen (Laupp).

Schalch, F. (1898): Der braune Jura (Dogger) des Donau-Rheinzuges nach seiner Gliederung und Fossilführung. II.Teil. – Mitt. Großhzgl. Bad. Landesanst., 3: 689 – 773; Heidelberg.

Villinger, E. & Fleck, W. unter Mitarbeit von Bock, H., Brunner, H., Ellwanger, D., Etzold, A., Franz, M., Fritz, C., Groschopf, R., Hummel, P., Kessler, G., Kupsch, F., Leiber, J., Ohmert, W., Sawatzki, G., Schlesinger, S., Simon, T., Storch, D. H. & Wurm, F. (1995): Symbolschlüssel Geologie (Teil I) und Bodenkunde Baden-Württemberg. — Informationen, 5: 68 S., 1 Taf.; Freiburg i. Br. (Geol. L.-Amt Baden-Württ.).
Autor des Datenblattes: Franz
Erstellt am: 30.09.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 09.10.2015
Änderung Datensatz: 19.10.2015


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Litholex Recherche vom 22.07.2017, 14:51:45.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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