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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Gosheim-Formation
ID: 4012090
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Bloos, G., Dietl, G. & Schweigert, G. (2005); Franz (2015, Name)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Braunjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Unterbajocium (Bajocium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Walkerde (Fromherz 1838), Braunjura delta (Quenstedt 1858), Schichten des Stephanoceras Humphriesi (Schalch 1898), Humphriesi- bis Blagdenischichten, dg4 (Illies 1956, Genser 1959), Bajocium 2 (Hahn & Schreiner 1971), Brauner Jura Unter-delta, Oolithische Laibsteinschichten, Stephanoceraten-Parkinsonien-Schichten, pars (Geyer & Gwinner 1991), Ostreenkalk (Villinger & Fleck 1995); Humpriesioolith-Formation (Bloos et al. 2005).
Lithologie: An der Basis eisenoolithische Ton- und Kalkmergelsteine (Humphriesioolith-Subformation), vom Wutachgebiet nach S, W und NW überlagert von einer Wechselfolge aus (Schill-) Kalkbänken und Tonmergelstein-Lagen (Blagdeni-
Schichten).
Untergeordnete Einheit: Über der bei Lörrach bis 7,5 m, bei Gosheim 6,5 m mächtigen, im Oberrheingraben nördlich Ringsheim vermutlich auskeilenden Humphriesioolith-Subformation beginnen die Blagdeni-Schichten. Dabei handelt es sich um eine Wechselfolge aus meist fossilführenden Kalksteinbänken und Tonmergelstein-Lagen. Die in Ringsheim ca. 29 m mächtigen Blagdeni-Schichten keilen bei Talheim a. Lupfen (SW Spaichingen) aus. Faziell und altersmäßig entsprechen ihnen die Coronatenschichten in der Ostreenkalk-Formation.
Liegendgrenze: Einsetzen der Feinsandführung in der Wedelsandstein-Formation, in der Westalb am Top des Blaukalks, am Hoch- und Oberrhein am Top der Demissusbänke.
Hangendgrenze: Im Oberrheingraben und am Hochrhein die Basis der Hauptrogenstein-Formation, im Klettgau und Wutachgebiet sowie in der Westalb die Basis des Subfurcaten-Ooliths der Ostreenkalk-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: 1 – 30 m
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Profil an der Denkinger Steige, Ortseingang Gosheim, TK 7818 Wehingen, R 34 000, H 53 32 770.
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Oberrheinisches Tiefland
Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Westliche Schwäbische Alb, Wutachgebiet, Klettgau, Hochrhein- und südliches Oberrheingebiet. Im Raum Gosheim-Jungingen verzahnt sich die Humphriesioolith-Subformation mit dem Giganteuston der Ostreenkalk-Formation.
Zeitgleiche Einheiten: Im Gebiet der Zollernalb verzahnt sich die Gosheim-Formation mit der Ostreenkalk-Formation, d.h. die Humphriesioolith-Subformation an der Basis wird durch den Giganteuston ersetzt. In der Ostalb und der Fränkischen Alb entspricht ihr der tiefste Teil der Berching-Subformation der Sengenthal-Formation. In Norddeutschland entsprechen ihr der Suderbruch-Sandstein und der Prignitz-Sandstein; in der Nordschweiz sind das Rothenfluh-Member der Passwang-Formation und der basale Teil der Klingnau-Formation altersgleich. Im Elsass werden die Äquivalente von Wedelsandstein- und Gosheim-Formation als sog. Marnes et calcaires de Griesbach zusammengefasst.
Alterseinstufung: Die Gosheim-Formation vertritt das höhere Unter-Bajocium. Die Humphriesioolith-Subformation und die Blagdeni-Schichten sind in die Humphriesianum-Zone zu stellen, deren Obergrenze zur Niortense-Zone jeweils im Hangenden in der basalen Hauptrogenstein-Formation bzw. im basalen Subfurcaten-Oolith liegt.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: In Übereinstimmung mit Steininger & Piller (1999: 8) wird der 2005 neu eingeführte Name Humphriesioolith-Formation in Gosheim-Formation geändert.
Literatur: Bloos, G., Dietl, G. & Schweigert, G. (2005): Der Jura Süddeutschlands in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002. – Newsl. Stratigr., 41(1–3): 263–277; Berlin, Stuttgart.

Franz, M. (1986): Vergleichende Ökologie und Fazies der Oolithhorizonte im Bajocium Südwestdeutschlands. – Diss. Univ. Heidelberg: 313 S.; Heidelberg [unveröff.].

Fromherz (1838): Die Jura-Formationen des Breisgaues. – 51 S.; Karlsruhe.

Genser, H. (1959): Stratigraphie und Tektonik der Vorbergzone am südwestlichen Schwarzwaldrand zwischen Staufen und Badenweiler. – Ber. Naturforsch. Ges. Freiburg i. Br., 49: 59-112; Freiburg i. Br.

Geyer, O. F. & Gwinner, M.P. (1984): Die Schwäbische Alb und ihr Vorland. 3. Aufl. – Slg. Geol. Führer, 67: 275 S.; Berlin, Stuttgart (Borntraeger).

Geyer, O. F. & Gwinner, M.P. (1991): Geologie von Baden-Württemberg, 4. Aufl. – 482 S.; Stuttgart (Schweizerbart).

Hahn, W. & Schreiner, A. (1971): Neue Zeichen und Benennungen der Jura-Schichten auf den geologischen Karten Baden-Württembergs. – Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., n. F., 53: 275-279; Stuttgart.

Illies, H. (1956): Der mittlere Dogger im badischen Oberrheingebiet. – Ber. Naturforsch. Ges. Freiburg i. Br., 46: 5–52; Freiburg i. Br.

Ohmert, W. (1994): The Humphriesianum Zone in the type area. – Mem. Descr. Carta Geol. D’Italia, XL (1990): 117–140; Roma.

Quenstedt, F. A. (1858): Der Jura. – 842 S.; Tübingen (Laupp).

Schalch, F. (1898): Der braune Jura (Dogger) des Donau-Rheinzuges nach seiner Gliederung und Fossilführung. I. Teil. – Mitt. Großhzgl. Bad. Landesanst., 3: 527-618; Heidelberg.

Steininger, F.F. & Piller, W.E. (1999): Empfehlungen (Richtlinien) zur Handhabung der stratigraphischen Nomenklatur. – Courier Forsch.-Inst. Senckenberg, 209: 19 S.; Frankfurt a. M..

Villinger, E. & Fleck, W. unter Mitarbeit von Bock, H., Brunner, H., Ellwanger, D., Etzold, A., Franz, M., Fritz, C., Groschopf, R., Hummel, P., Kessler, G., Kupsch, F., Leiber, J., Ohmert, W., Sawatzki, G., Schlesinger, S., Simon, T., Storch, D. H. & Wurm, F. (1995): Symbolschlüssel Geologie (Teil I) und Bodenkunde Baden-Württemberg. — Informationen, 5: 68 S., 1 Taf.; Freiburg i. Br. (Geol. L.-Amt Baden-Württ.).
Autor des Datenblattes: Franz
Erstellt am: 30.09.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 09.10.2015
Änderung Datensatz: 19.10.2015


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Litholex Recherche vom 17.10.2017, 11:33:38.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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