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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Quinten-Formation (deutscher Anteil)
ID: 4012073
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Escher in Bachmann 1863 (als ‚Quintnerkalk‘)
Gültigkeit des Namens: vorläufig mitgeteilt
Übergeordnete Einheit: Oberjura
Chronostratigraphie: Tithonium (Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Kimmeridgium (Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Oberoxfordium (Oxfordium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Quintner Kalke; Kürzel im Symbolschlüssel Geologie: joQU
Lithologie: Dunkel- bis schwarzgraue, teilweise bräunliche gebankte Kalksteine mit überwiegend dünnen oder fehlenden Mergelstein-Zwischenlagen. Die Kalksteine sind meist mikritisch und bituminös. Die Bankmächtigkeiten liegen überwiegend im Dezimeter- bis Meterbereich. Ein Abschnitt aus dünnbankigen dolomitischen Kalksteinen, die von etwas stärkeren Mergelstein-Zwischenlagen getrennt werden, wird als Mergelband bezeichnet. Aus der Schweiz werden gebietsweise besonders im höheren Teil Intraklast- und Fossilkalke als Resedimente und Kalksteine mit Hornsteinknollen beschrieben, sonst ist die Abfolge arm an Makrofossilien.
Untergeordnete Einheit: Die Formation wird am 20–40 m mächtigen Mergelband, einer Abfolge dünnbankiger Kalksteine mit stärkeren Mergelzwischenlagen, gebietsweise auch Mergelsteinen mit Kalkstein-Bänken, in einen 70–80 m mächtigen Unteren und einen bis 250 m mächtigen Oberen Quinten-Kalk gegliedert.
Liegendgrenze: Einsetzen dickbankiger dunkler Kalksteine über den Kalkstein-Mergelstein-Wechsellagerungen der Schilt-Formation.
Hangendgrenze: Überlagerung der dickbankigen Kalksteine des Oberen Quinten-Kalks durch schwarzgraue Mergelsteine mit Kalkbänken der Zementstein-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: 300–400 m im deutschen Sektor des Alpenvorlands.
Maximale Mächtigkeit: Bis etwa 400 m.
Typusprofile, etc.: Referenzprofil: Erdölaufschlussbohrung Tettnang 1 (TK 25 Bl. 8323, ARNUM 8323/337);
Typusregion: Im Walensee-Gebiet (Schweiz), siehe Lithostrat. Lexikon der Schweiz.
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Alpenvorland
Alpen
Verbreitung (Ergänzung): Schweizer lithostratigraphische Einheit der Helvetischen Fazieszone, die hier für den Helvetischen Faziesbereich unter dem Alpenvorland und in den Helvetischen Decken der Alpen in deren deutschen Anteilen übernommen ist. Die Einheit tritt in Deutschland nur verdeckt unter Molasse oder unter Penninischen Decken auf und ist nur durch wenige Tiefbohrungen bekannt.
Zeitgleiche Einheiten: Im Schwäbischen Faziesbereich etwa nördlich der Linie Sipplingen–Memmingen entspricht der Quinten-Formation die Abfolge von der Wohlgeschichtete-Kalke-Formation bis in die Hangende-Bankkalke-Formation. Der Fazieswechsel erfolgt durch Zunahme des Bitumengehalts und der Bankmächtigkeiten. Nach Logkorrelation im Übergangsbereich scheint dem Mergelband die Lacunosamergel-Formation weiter nördlich zu entsprechen, der Untere Quinten-Kalk unter Mächtigkeitszunahme mit der Wohlgeschichtete-Kalke-Formation (evtl. einschl. Bimammatum-Schichten?) zu korrelieren. Nordöstlich etwa der Linie Memmingen–Füssen ist als Altersäquivalent die Fränkisch-Südbayerische Biohermfazies entwickelt (Massenkalk bzw. Frankendolomit).
Alterseinstufung: Oberes Oxfordium bis Tithonium, in der Schweiz gebietsweise bis Berriasium.
Kommentar: Biostratigraphische Daten sind vorwiegend aus der Schweiz bekannt (s. Lithostrat. Lexikon der Schweiz).
Versch./Sonstiges: --
Literatur: Lithostratigraphisches Lexikon der Schweiz (http://www.geologieportal.ch/internet/geologieportal
/de/home/knowledge/lookup/stratdict/helveticum.html)

Bachmann, I. (1863): Ueber die Juraformation im Kanton Glarus. – Mitt. Naturf. Ges. Bern, 1863 (549–552): 143–170, 1 Tab.; Bern.

Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011): Geologie von Baden-Württemberg [5. Aufl.]. – 627 S.; Stuttgart (Schweizerbart).

Lemcke, K. & Wagner, R. (1961): Zur Kenntnis des vortertiären Untergrundes im Bodenseegebiet. – Bull. Schweiz. Petrol.-Geol. u. -Ing., 27 (73): 9–14; Basel.

Schneider, J. (1962): Der Jura in Erdölbohrungen des westlichen Molassetroges. – In: Festschr. Hermann Aldinger: 163–172; Stuttgart (Schweizerbart).

Schwerd, K. (1996): Helvetikum. – In: Bayer. Geol. Landesamt (Hrsg.): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:500 000 [4. Aufl.]: 195–205; München (GLA).
Autor des Datenblattes: Edgar Nitsch
Erstellt am: 14.01.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 26.01.2015
Änderung Datensatz: 19.10.2015


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Litholex Recherche vom 23.08.2017, 02:22:59.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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