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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Obere-Felsenkalke-Formation
ID: 4012070
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Geyer & Gwinner 1962
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Süddeutscher Jura, Weißjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Kimmeridgium (Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Weißjura Epsilon (teilweise), älteres Ober-Kimmeridgium (im lithostrat. Sinne), Obere Felsenkalke, Sutnerien-Virgataxioceratenschichten, Setatus- und Subeumela-Kalke, Hybonoticeratenschichten; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: joFO
Lithologie: Weiße bis beigegraue, teilweise auch gelbliche oder rotfleckige gebankte Kalksteine mit sehr geringem Tongehalt. Mergelzwischenlagen fehlen weitgehend, die Bänke liegen gewöhnlich an stylolithischen Flächen direkt aufeinander oder sind nur durch dünne Drucklösungsresiduen getrennt. Die überwiegend mikritischen Kalksteine umfassen Mud-, Wacke- und Packstones mit kalkigen Bio- und Intraklasten. Gebietsweise sind weiße, gelbliche oder graue Hornsteinknollen häufig. An Fossilien treten vorwiegend Ammoniten, Muscheln und Brachiopoden auf.
Untergeordnete Einheit: Die Einheit ist lithostratigraphisch nicht weiter gegliedert.
Liegendgrenze: Aussetzen der Mergelfugen zwischen den Bankkalken der Unteren-Felsenkalke-Formation oder fazieller Wechsel von unregelmäßig bis nicht geschichtete Biohermkalksteinen der Massenkalk-Formation in Bankkalkfazies.
Hangendgrenze: Einsetzen von gelblichen bis grauen, durch Mergelfugen getrennten Bankkalken der Liegende-Bankkalke-Formation oder Mergelsteine und Bankkalke der Mergelstetten-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: 20–25 m.
Maximale Mächtigkeit: ca. 30 m nahe der Biohermfazies.
Typusprofile, etc.: Straßenböschung der östlichen Grabenstettener Steige (Schweigert 1995), Kolbinger Steige.
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Wird lateral von der Massenkalk-Formation vertreten, besonders im unteren Teil. Südlich etwa der Linie Sipplingen–Memmingen nimmt der Bitumengehalt der Kalksteine zu, wodurch die Formation in die Quinten-Formation der helvetischen Fazies übergeht.
Alterseinstufung: Kimmeridgium, Beckeri-Zone bzw. Eudoxus- bis Autissiodorensis-Zone.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Die Bezeichnung Weißer Jura Epsilon wurde in der Vergangenheit unterschiedlich verwendet und schloss häufig die biostratigraphisch korrelierenden Massenkalke mit ein. In seiner ursprünglichen Fassung bei Quenstedt (1843) stand der Buchstabe Epsilon überhaupt für die Ungeschichteten Felsenkalke, d.h. die heutige Massenkalk-Formation. Die Abgrenzung von Unteren und Oberen Felsenkalken erfolgte zunächst aus biostratigraphischen Gründen, jedoch seither meist auf lithologischer Grundlage. Als Obere Felsenkalke für Bankkalke ohne Mergelfugen ist die Einheit offenbar zuerst bei Geyer & Gwinner (1962, 1964) beschrieben.
Literatur: Bloos, G., Dietl, G. & Schweigert, G. (2005): Der Jura Süddeutschlands in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002. – Newsl. Stratigr., 41: 263–277; Berlin.

Engel, T. (1877): Der „Weiße Jura“ in Schwaben. – Jh. Ver. Vaterl. Naturk. Württemberg, 33: 104–290; Stuttgart.

Geyer, O.F. & Gwinner, M.P. (1962): Der Schwäbische Jura. – Slg. Geol. Führer, 40: 452 S., 4 Beil; Stuttgart (Borntraeger).

Geyer, O.F. & Gwinner, M.P. (1964): Einführung in die Geologie von Baden-Württemberg. – 223 S.; Stuttgart (Schweizerbart).

Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011): Geologie von Baden-Württemberg [5. Aufl.]. – 627 S.; Stuttgart (Schweizerbart).

Meyer, R.K. & Schmidt-Kaler, H. (1989): Paläogeographischer Atlas des süddeutschen Oberjura (Malm). – Geologisches Jahrbuch, A 115: 77 S., 10 Beil.; Hannover.

Quenstedt, F.A. (1843): Das Flözgebirge Württembergs. Mit besonderer Rücksicht auf den Jura. – 560 S.; Tübingen (Laupp).

Quenstedt, F.A. (1858): Der Jura. – 842 S.; Tübingen (Laupp).

Schmierer, T. (1902): Das Altersverhältnis der Stufen „Epsilon“ und „zeta“ des weissen Jura. – Z. dt. geol. Ges., 54: 525–607; Berlin.

Schweigert, G. (1995): Neues zur Stratigraphie des schwäbischen Oberjura. – Laichinger Höhlenfreund, 30: 49–60; Laichingen.

Ziegler, B. (1977): The „White“(Upper) Jurassic in Southern Germany. – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 26: 79 S.; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Schweigert, G.
Erstellt am: 14.01.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 09.10.2015
Änderung Datensatz: 19.10.2015


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Litholex Recherche vom 26.07.2017, 00:38:22.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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