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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Liegende-Bankkalke-Formation
ID: 4012069
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Gwinner 1962
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Süddeutscher Jura, Weißjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Kimmeridgium (Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Krebsscherenkalke (pars), Weißjura Zeta-1, Ulmensis-Schichten, ältere Synonyme s. Engel (1877); Kürzel im Symbolschlüssel Geologie: joLB
Lithologie: Hellgraue oder gelblichgraue, bioturbate Kalksteinbänke mit dünnen Mergelstein-Zwischenlagen. Die Kalksteine sind überwiegend mikritisch (Mudstones, Wackestones), lagenweise treten auch bio- und intraklastische Kalkarenite und -rudite auf. Örtlich sind mehrere Meter mächtige feinschichtige Plattenkalke eingeschaltet. An Fossilien treten vor allem Ammoniten auf.
Untergeordnete Einheit: Geringmächtige Plattenkalk-Einschaltungen werden teilweise als eigene Subformation ausgeschieden: Kolbingen-Plattenkalk.
Liegendgrenze: Z.T. diskordantes Einsetzen von Bankkalken mit regelmäßigen Mergelfugen über den mergelfreien Bankkalken der Obere-Felsenkalke-Formation oder über Massenkalk.
Hangendgrenze: Fazieswechsel von Bankkalken zu vorherrschenden Mergelsteinen der Zementmergel-Formation. Bei Nusplingen Einsetzen einer mächtigeren Serie von Plattenkalken (Nusplingen-Formation).
Mittlere Mächtigkeit: Stark schwankend zwischen 10 und über 100 m, abhängig vom Fazieswechsel zur Zementmergel-Formation.
Maximale Mächtigkeit: Bis über 150 m.
Typusprofile, etc.: Grabenstettener Steige E von Grabenstetten (Berckhemer & Hölder 1959, Schweigert 1995)
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): Wird nur in der Westlichen und Mittleren Schwäbischen Alb als eigene Formation unterschieden, da im Gebiet der Ostalb die Verzahnung mit der Mergelfazies oft schon unmittelbar über den Oberen Felsenkalken bzw. dem Unteren Massenkalk beginnt.
Zeitgleiche Einheiten: Wird örtlich von Biohermkalksteinen der Massenkalk-Formation (Oberer Massenkalk) vertreten. Östlich etwa Münsingen–Markdorf werden Liegende-Bankkalke- und Zementmergel-Formation durch die Mergelstetten-Formation abgelöst. Südlich etwa Sipplingen–Memmingen nimmt der Bitumengehalt der Kalksteine zu, wodurch die Formation in die Quinten-Formation der helvetischen Fazies übergeht.
Alterseinstufung: Oberes Kimmeridgium, Beckeri-Zone
Kommentar: Gliederung in Faunenhorizonte (Schweigert 1998, 2000).
Versch./Sonstiges: --
Literatur: Berckhemer, F. & Hölder, H. (1959): Ammoniten aus dem Oberen Weißen Jura Süddeutschlands. – Beih. Geol. Jb., 35: 1–135, Hannover.

Bloos, G., Dietl, G. & Schweigert, G. (2005): Der Jura Süddeutschlands in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002. – Newsl. Stratigr., 41: 263–277; Berlin.

Dietl, G. & Schweigert, G. (2001): Im Reich der Meerengel – Fossilien aus dem Nusplinger Plattenkalk. – 144 S.; München (Pfeil).

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Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011): Geologie von Baden-Württemberg [5. Aufl.]. – 627 S.; Stuttgart (Schweizerbart).

Meyer, R.K. & Schmidt-Kaler, H. (1989): Paläogeographischer Atlas des süddeutschen Oberjura (Malm). – Geologisches Jahrbuch, A 115: 77 S., 10 Beil.; Hannover.

Quenstedt, F.A. (1858): Der Jura. – 842 S.; Tübingen (Laupp).

Roll, A. (1931): Die Stratigraphie des oberen Malm im Lauchertgebiet (Schw. Alb) als Unterlage für tektonische Untersuchungen. – Abh. Preuß. Geol. Landesanst., N.F. 135: 164 S.; Berlin.

Schweigert, G. (1995): Neues zur Stratigraphie des schwäbischen Oberjura. – Laichinger Höhlenfreund, 30: 49–60; Laichingen.

Schweigert, G. (1998): Die Ammonitenfauna des Nusplinger Plattenkalks (Ober-Kimmeridgium, Beckeri-Zone, Ulmense-Subzone, Baden-Württemberg). – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 267: 61 S.; Stuttgart.

Schweigert, G. (2000): New Biostratigraphic Data from the Kimmeridgian/Tithonian. – In: Hall, R. L. & Smith, P. (Hrsg.), Advances in Jurassic Research 2000. – GeoResearch Forum, 6: 195–202; Zürich.

Ziegler, B. (1977): The White (Upper) Jurassic in Southern Germany. – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 26: 79 S.; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Schweigert, G.
Erstellt am: 14.01.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 09.10.2015
Änderung Datensatz: 19.10.2015


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Litholex Recherche vom 22.09.2017, 13:50:00.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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