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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Hangende-Bankkalke-Formation
ID: 4012068
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Roll 1931
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Süddeutscher Jura, Weißjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Tithonium (Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Weißjura Zeta-3, ältere Synonyme s. Engel (1877); Kürzel im Symbolschlüssel Geologie: joHB
Lithologie: Hellgraue bis weiße oder gelbliche sowie hell bräunlichgraue bis ockerfarbige, gut gebankte mikritische Kalksteine mit meist dünnen Mergelstein-Zwischenlagen. Die Fossilführung ist meist gering, wobei Muscheln und Krebsscheren vorherrschen.
Untergeordnete Einheit: Die Formation ist formal nicht gegliedert; in den Ausstrichgebieten ist meist nur eine geringe Restmächtigkeit erhalten. Etwa 10–15 m über der Basis ist vielfach (Südalb, Alpenvorland) eine mehrere Meter mächtige Mergelsteinlage eingeschaltet. Im Alpenvorland lassen sich in Bohrlochmessungen mehrere lithologische Intervalle unterscheiden, deren stratigraphischer Wert aber noch nicht untersucht ist.
Liegendgrenze: Einsetzen geschlossener Bankkalkstein-Abfolgen über den Mergelsteinen der Zementmergel- bzw. Mergelstetten-Formation oder über dem Oberen Massenkalk.
Hangendgrenze: Im Verbreitungsgebiet ist die Hangende-Bankkalke-Formation die jüngste jurassische Einheit unter Känozoikum.
Mittlere Mächtigkeit: 50–150 m, abhängig von tektonischer Lage und prätertiärem Paläorelief (Restmächtigkeiten).
Maximale Mächtigkeit: Bis über 200 m.
Typusprofile, etc.: Typusprofil ist der aufgelassene Steinbruch an der Lochmühle bei Eigeltingen; die Basis ist an der Böschung des Eisenbahneinschnitts oberhalb der Talmühle (NW Engen) aufgeschlossen (vgl. Schweigert 1996).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): Ausstrichgebiete besonders am Südrand der Schwäbischen Alb und in der Uracher Mulde. Unter dem Tertiär des Molassebeckens im Gebiet der Schwäbischen Fazies meist die jüngste mesozoische Einheit mit stark schwankenden Restmächtigkeiten.
Zeitgleiche Einheiten: Lateral verzahnen sich die Hangenden Bankkalke örtlich mit jüngeren Teilen des Oberen Massenkalks (Massenkalk-Formation). Südlich etwa der Linie Sipplingen–Memmingen nimmt der Bitumengehalt der Kalksteine zu, wodurch die Formation in die Quinten-Formation der helvetischen Fazies übergeht.
Alterseinstufung: Oberes Tithonium, Hybonotum-Zone
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: Bloos, G., Dietl, G. & Schweigert, G. (2005): Der Jura Süddeutschlands in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002. – Newsl. Stratigr., 41: 263–277; Berlin.

Engel, T. (1877): Der Weiße Jura in Schwaben. – Jh. Ver. Vaterl. Naturk. Württemberg, 33: 104–290; Stuttgart.

Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011): Geologie von Baden-Württemberg [5. Aufl.]. – 627 S.; Stuttgart (Schweizerbart).

Meyer, R.K. & Schmidt-Kaler, H. (1989): Paläogeographischer Atlas des süddeutschen Oberjura (Malm). – Geologisches Jahrbuch, A 115: 77 S., 10 Beil.; Hannover.

Quenstedt, F.A. (1858): Der Jura. – 842 S.; Tübingen (Laupp).

Roll, A. (1931): Die Stratigraphie des oberen Malm im Lauchertgebiet (Schw. Alb) als Unterlage für tektonische Untersuchungen. – Abh. Preuß. Geol. Landesanst., N.F. 135: 164 S.; Berlin.

Schneider, J. (1957): Stratigraphie und Entstehung der Zementmergel im Weißen Jura in Schwaben. – Arb. Geol. Paläont. Inst. TH Stuttgart, 11: 95 S., 4 Taf.; Stuttgart.

Schweigert, G. (1995): Neues zur Stratigraphie des schwäbischen Oberjura. – Laichinger Höhlenfreund, 30: 49–60; Laichingen.

Schweigert, G. (1996): Die Hangende Bankkalk-Formation im schwäbischen Oberjura. – Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N.F., 78: 281–308; Stuttgart.

Schweigert, G. (2000): New Biostratigraphic Data from the Kimmeridgian/Tithonian. – In: Hall, R. L. & Smith, P. (Hrsg.), Advances in Jurassic Research 2000. – GeoResearch Forum, 6: 195–202; Zürich.

Ziegler, B. (1977): The White (Upper) Jurassic in Southern Germany. – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 26: 79 S.; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Schweigert, G.
Erstellt am: 14.01.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 09.10.2015
Änderung Datensatz: 19.10.2015


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Litholex Recherche vom 26.07.2017, 00:47:38.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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