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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Zementmergel-Formation
ID: 4012067
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Gümbel 1871
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Süddeutscher Jura, Weißjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Obersinemurium (Sinemurium, Unterjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Portlandkalke [der Alb, volkstümlich um Ulm: Portländer], Weißjura Zeta-2, Obere Weißjuramergel, weitere ältere Synonyme s. Engel (1877); Kürzel im Symbolschlüssel Geologie: joZ
Lithologie: Graue bis dunkelgraue Mergelsteine. In unterschiedlichen Niveaus sind mikritische und arenitische Kalksteinbänke und Bankkalkstein-Abfolgen eingeschaltet. In Annäherung an die Bioherm-Fazies treten auch ruditisch-bioklastische Kalksteine (Riffschutt-Debrite) auf, die neben Schwämmen auch Korallen führen können.
Untergeordnete Einheit: Wo eine Bankkalkstein-Abfolge eingeschaltet ist, wird diese meist als Zwischenkalke bezeichnet und die Mergelfazies darunter und darüber als Untere und Obere Zementmergel angesprochen. Kalkstein-Einlagerungen in lokaler Sonderfazies, meist im Verzahnungsbereich zur Massenkalk-Formation haben z. T. eigene Namen: Hattingen-Trümmerkalk, Nollhof-Fazies.
Liegendgrenze: Faziesübergang aus der Liegende-Bankkalke-Formation durch den Wechsel von Kalksteinbänken mit geringen Mergelzwischenlagen zu Mergelsteinen mit wenigen Kalksteinbänken, oder Auflagerung auf Kalksteinen oder Dolomitsteinen der Massenkalk-Formation.
Hangendgrenze: Überlagerung durch die geschlossene Bankkalkstein-Abfolge der Hangende-Bankkalke-Formation; örtlich Überlagerung durch Biohermkalksteine der oberen Massenkalk-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: Stark schwankende Mächtigkeiten, meist zwischen einigen Metern und über 100 m.
Maximale Mächtigkeit: Bis über 160 m.
Typusprofile, etc.: Dreifürstenhöhe bei Sigmaringen (Roll 1931)
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): Die Zementmergelfazies tritt kleinräumig zwischen Aufragungen (Biohermen) der Massenkalk-Formation in paläotopographischen Senken („Zementmergelschüsseln“) auf und füllt diese teilweise oder ganz auf. Die Ausdehnung dieser Senken beträgt einige Zehnermeter bis einige Kilometer.
Zeitgleiche Einheiten: Wird lateral kleinräumig von Massenkalk-Formation vertreten. Östlich etwa Münsingen–Markdorf werden Liegende-Bankkalke- und Zementmergel-Formation durch die Mergelstetten-Formation abgelöst. Südlich etwa Sipplingen–Memmingen liegen Altersäquivalente der Zementmergel in bituminöser Bankkalkfazies des Oberen Quinten-Kalks (Quinten-Formation) vor.
Alterseinstufung: Oberes Kimmeridgium, Beckeri-Zone.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: Bloos, G., Dietl, G. & Schweigert, G. (2005): Der Jura Süddeutschlands in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002. – Newsl. Stratigr., 41: 263–277; Berlin.

Engel, T. (1877): Der „Weiße Jura“ in Schwaben. – Jh. Ver. Vaterl. Naturk. Württemberg, 33: 104–290; Stuttgart.

Gümbel, C.W. (1871): Die geognostischen Verhältnisse des Ulmer Cementmergels, seine Beziehungen zu dem lithographischen Schiefer und seine Foraminiferenfauna. – Sitzungsber. Math.-phys. Cl. Bayer. Akad. Wiss. München, 1871 (1): 38–72, Taf. 1; München.

Roll, A. (1931): Die Stratigraphie des oberen Malm im Lauchertgebiet (Schw. Alb) als Unterlage für tektonische Untersuchungen. – Abh. Preuß. Geol. Landesanst., N.F. 135: 164 S.; Berlin.

Schneider, J. (1957): Stratigraphie und Entstehung der Zementmergel im Weißen Jura in Schwaben. – Arb. Geol. Paläont. Inst. TH Stuttgart, 11: 95 S., 4 Taf.; Stuttgart.

Schweigert, G. (1995): Neues zur Stratigraphie des schwäbischen Oberjura. – Laichinger Höhlenfreund, 30: 49–60; Laichingen.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Schweigert, G.
Erstellt am: 14.01.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 09.10.2015
Änderung Datensatz: 19.10.2015


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Litholex Recherche vom 20.07.2017, 20:44:26.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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