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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Geisental-Formation
ID: 4012056
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Freyberg (1964), Definition Niebuhr (in Niebuhr & Pürner 2014)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Süddeutscher Jura, Weißjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Untertithonium (Tithonium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Oberkimmeridgium (Kimmeridgium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Bankkalke mit Perisphinctes siliceus, Tiefe Ulmensis-Schichten (Roll 1933, 1940); Röglinger Bankkalke (Fesefeldt 1962); Geisental-Schichten (Edlinger 1964; Freyberg 1964; Zeiss 1964); Rögling formation, Geisental formation (Zeiss 1977); Geisental-Formation (Niebuhr & Pürner 2014).
Lithologie: Die grauen, mikritischen Bankkalke von einigen Dezimetern im unteren Profilabschnitt wirken im frischen Zustand massiv, im angewitterten Zustand hingegen erscheint eine ebenflächige Parallel-Lamination im Millimeter-Bereich, an der die Schichten jedoch selten aufspalten (Latentschiefer sensu Edlinger 1964 und Zeiss 1964; aufschiefernde Feinschicht-Fazies sensu Freyberg 1964). Über dem lokalen Trennhornstein mit Plattensilex treten zunehmend bioturbate Bankkalke und Krumme Lagen auf. Plattensilex kann aber auch bis zum Dachhornstein hinaufreichen, der die Geisental-Formation nach oben abschließt.
Untergeordnete Einheit: Rögling-Subformation – Die bis 37 m mächtigen Röglinger Bankkalke sensu Fesefeldt (1962) entsprechen den Bankkalken der Geisentalschichten sensu Zeiss (1964). Die hellen, gelblichgrauen Bankkalke mit rauen, unregelmäßig-welligen und löcherigen Schichtflächen zeigen oftmals dendritisch verästelte dunkle Flecken. Die Bankdicken betragen im Mittel zwischen 10 und 30 cm (Fesefeldt 1962), mergelige Fugen und Verkieselungen treten kaum auf. In Richtung der Wannenränder zeigt sich eine Zunahme von feinem Detritus.
Rote Mergellage – Ein bis 1,50 m mächtiger mergeliger Bereich an der Basis der Geisental-Formation (Freyberg 1964).
Dachhornstein – Ein weitreichender Horizont mit Plattensilex, der nach Freyberg (1964) die Geisental-Formation im Hangenden abschließt.
Liegendgrenze: Die Röglinger Bankkalke sensu Fesefeldt (1962) sind die tiefste Füllung der Wannen am westlichsten Randbereich der Südlichen Frankenalb und liegen dort der Massenfazies der Frankenalb-Formation auf. Liegen die Bankkalke der Geisental-Formation auf den mikritischen Bankkalken der Torleite-Formation, kann eine sichere Trennung zwischen beiden Formationen nur mittels der auffälligen Roten Mergellage erfolgen.
Hangendgrenze: Der Dachhornstein des Zeta 1 (Freyberg 1964) trennt die Geisental- von der folgenden Altmühltal-Formation. Ist kein Dachhornstein entwickelt, liegen die mergeligen Plattenkalke mit ihrer sehr charakteristischen Spurenfauna mit einem scharfen, lithologischen Schnitt auf den unebenen Bankkalken der Rögling-Subformation (vgl. Fesefeldt 1962).
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: bis ca. 40 m (Fesefeldt 1962; Freyberg 1964)
Typusprofile, etc.: Typusprofil der Basis der Geisental-Formation mit der Roten Mergellage: Straßenaufschluss an der Torleite südwestlich von Dollnstein (TK 25: 7132 Dollnstein), Referenzprofil: östlich Breitenfurt (TK 25: 7132 Dollnstein). Typusprofil des Tops der Geisental-Formation mit Dachhornstein: ehemaliger Steinbruch am Steigweg bei Obereichstätt (TK 25: 7132 Dollnstein).
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Die Geisental-Formation ist auf den westlichen Teil der Südlichen Frankenalb beschränkt, zwischen dem Nördlinger Ries und einer Linie Ingolstadt–Beilngries.
Zeitgleiche Einheiten: Auf der östlichen Teil der Südlichen Frankenalb sind die Tangrintel- und Painten-Formationen sowie die höhere Arnstorf-Subformation der Torleite-Formation zeitgleich. In Baden-Württemberg sind die Mergelstetten-Formation und die basalen Teile der Hangende Bankkalk-Formation zeitgleich. In der ungeschichteten Fazies finden sich zeitgleich die Frankenalb-Formation in Bayern und die Oberjura-Massenkalk-Formation in Baden-Württemberg.
Alterseinstufung: Die biostratigraphische Einstufung erfolgt mittels Ammoniten und ergibt das obere Oberkimmeridgium (Beckeri-Zone) und basale Untertithonium (untere Hybonotum-Zone), ehemals geschichteter Malm Zeta 1 in Bayern. Die auffällige Rote Mergellage an der Basis der Geisental-Formation ist vermutlich zeitgleich mit dem uracenis-Faunenhorizont der Setatum-Subzone der mittleren Beckeri-Zone auf der Schwäbischen Alb (Schweigert 2007).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Dieses Datenblatt ist eine gekürzte Fassung der Veröffentlichung von Niebuhr & Pürner (2014), weitere Informationen und ausführliche Diskussion dort.
Der Formationsname leitet sich nach dem Geisental östlich des Ortsteils Pfünz der Gemeinde Walting, Landkreis Eichstätt ab.
Kurzcharakterisierung: Laminierte, mikritische Bank- und Plattenkalke; westlicher Teil der Südlichen Frankenalb; oberes Oberkimmeridgium und unterstes Untertithonium.
Literatur: Edlinger, G. v. (1964): Faziesverhältnisse und Tektonik der Malmtafel nördlich Eichstätt / Mfr. – Erlanger Geol. Abh., 56: 75 S.; Erlangen.

Freyberg, B. v. (1964): Geologie des Weißen Jura zwischen Eichstätt und Neuburg / Donau (Südliche Frankenalb). – Erlanger Geol. Abh., 54: 97 S.; Erlangen.

Fesefeldt, K. (1962): Schichtenfolge und Lagerung des oberen Weißjura zwischen Solnhofen und der Donau (Südliche Frankenalb). – Erlanger Geol. Abh., 46: 80 S.; Erlangen.

Niebuhr, B. & Pürner, T. (2014): Plattenkalk und Frankendolomit – Lithostratigraphie der Weißjura-Gruppe der Frankenalb (außeralpiner Oberjura, Bayern). – SDGG, 83: 5-71; Hannover.

Roll, A. (1933): Über den Oberen Malm der südwestlichen Frankenalb. – Centralbl. Min. Geol. Paläont., B 1933; 553-564; Stuttgart.

Roll, A. (1940): Tektonische Bemerkungen zu einer Geologischen Karte der südlichen Frankenalb. – ZDGG, 92: 205-252; Hannover.

Schweigert, G. (2007): Ammonite biostratigraphy as a tool for dating Upper Jurassic lithographic limestones from South Germany – first results and open questions. – N. Jb. Geol. Paläont., Abh., 245 (1): 117-125; Stuttgart.

Zeiss, A. (1964): Geologie des Malm auf Gradabteilungsblatt Dollnstein (Südliche Frankenalb). – Erlanger Geol. Abh., 55: 43 S.; Erlangen.

Zeiss, A. (1977): Jurassic stratigraphy of Franconia. – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 31: 32 S.; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Birgit Niebuhr
Erstellt am: 13.01.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 14.10.2015
Änderung Datensatz: 20.10.2015


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Litholex Recherche vom 20.11.2017, 14:24:51.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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