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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Eisensandstein-Formation
ID: 4012026
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Stahl (1824), v. Mandelsloh 1834 (Name), F.A. Quenstedt 1843
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Brauner Jura
Chronostratigraphie: Oberaalenium (Aalenium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Eisenhaltiger Tonsandstein (Stahl 1824); Brauner Jura beta, braune Sandsteine mit Eisenerzen (F.A. Quenstedt 1843); Eisensandstein (Personatenschichten) (Gümbel 1865, 1891, Treibs 1954, 1964); Dogger-Sandstein (Hörauf 1959, Freyberg 1960); Reifenberg Formation (Zeiss 1977); Eisensandstein-Formation (Groiss et. al. 2000, Franz & Nitsch 2009).
Lithologie: Braune, eisenreiche Sandsteine, mit zahlreichen Muschel-führenden Kalksandsteinbänken und tonigen Zwischenlagen. In der Schwäbischen Ostalb mit kleinen Eisenerzflözen, auch im Osten der Frankenalb bei Pegnitz und Vorra bis 3 m mächtige Eisenerzflöze mit rinnenartig angereicherten Eisenooiden; bei Pegnitz am Top des Eisensandsteins der knallrote Troschenreuther Bolus oder Rötel, eine begehrte Pigmentfarbe.
Untergeordnete Einheit: östl. Schwäbische Alb, von unten: Unterer und Oberer Donzdorf Sandstein, Unteres Flöz, Personatensandstein, unterer Zwischenflözhorizont, Aalener Oberes Flöz, Geislinger Oberes Flöz, Schokoladebrauner Tonstein; Frankenalb, von unten: Grenzbank, Bänderschmitzenton, Kellersandstein, Hauptwerksandstein (Baustein für viele historische Gebäude), Hauptflöz-Horizont, Oberer Werksandstein, Austernbank; bei Pegnitz: Hauptrötelhorizont mit Troschenreuther Bolus, Disciteston-Horizont.
Liegendgrenze: Basis des Unteren Donzdorf-Sandsteins bzw. der Grenzbank über dem Opalinuston, in der nördlichen Frankenalb Basis des Glimmersandsteins.
Hangendgrenze: Basis der Sowerbyi-Geröllbank, die auf der Schwäbischen Ostalb über dem Oberen Donzdorf-Sandstein oder dem Schokoladebraunen Tonstein, auf der Fränkischen Alb über dem Disciteston-Horizont folgt.
Mittlere Mächtigkeit: 60 m, im Schwellenbereich 30-40 m
Maximale Mächtigkeit: lokal auch bis 100 m (Auerbach, Kallmünz)
Typusprofile, etc.: Ehemalige Erzstollen bei Aalen-Wasseralfingen, TK25 7126 Aalen: r 35 82 440, h 54 13 800. Typusgebiet ist die Umgebung von Aalen-Wasseralfingen und Aalen-Attenhofen (Gümbel 1888, Maubeuge 1964, Weber 1964, Etzold 1994). Referenzprofil: Straßenböschung am Kapellenberg bei Reifenberg, östlich Forchheim.
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): Östliche Schwäbische Alb und Fränkische Alb, im südlichen Bayern fast bis an die Salzach. Ab Erding entwickeln sich Kalksandsteine mit Ooiden in küstennaher Fazies. In Mittel-Württemberg (Raum Weilheim/Teck – Wiesensteig) verzahnt sich die Eisensandstein-Formation mit der Achdorf-Formation.
Zeitgleiche Einheiten: in Baden-Württemberg Achdorf-Fm und Murchisonaeoolith-Fm; in Norddeutschland Ludwigienton-Fm und Sandsteine des Ober-Aaleniums (Altmark-, Sinon- Staufensis-, Boostedt- und Wöhrden-Sdst.).
Alterseinstufung: In seinen untersten Abschnitten beginnt der Eisensandstein noch in der obersten Opalinus-Zone des Unter-Aaleniums und reicht mit seiner obersten Schicht, dem sandigen Disciteston-Horizont, noch in das unterste Bajocium. Dazwischen belegen einzelne Ammoniten die Murchisonae- und die Concavum-Zone.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: Brunnacker, K. (1957): Der Doggersandstein am Hahnenkamm (Südl. Frankenalb).? Geol. Bl. NO-Bayern, 7, Erlangen.
Franz, M. & Nitsch, E. (2009): Zur lithostratigraphischen Gliederung des Aalenium in Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 22: 123-146, 10 Abb., 2 Tab.; Freiburg i. Br.
Freyberg, B. von (1960): Parallelisierung der Eisenerzflöze im Dogger ß Bayerns und Württembergs.? Abh. Dtsch. Akad. Wiss. Berlin, Kl. III, 1960/1, Berlin.
Groiss, J., Haunschild, H. & Zeiss, A. (2000): Das Ries und sein Vorland.? Sammlung geologischer Führer, 92, Berlin-Stuttgart.
Gümbel, C.W. (1891): Geognostische Beschreibung der Fränkischen Alb (Frankenjura).- mit den anstossenden fränkischen Keupergebieten.- IV. Abt. der geognostischen Beschreibung des Königreichs Bayern.- 763 S; Kassel.
Hörauf, H. (1959): Zur Stratigraphie und Paläogeographie des Doggersandsteins in der Fränkischen Alb.? Erlanger geol. Abh., 30, Erlangen.
Autor des Datenblattes: Franz & Zeiss
Erstellt am: 27.11.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 14.12.2012
Änderung Datensatz: 09.01.2013


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Litholex Recherche vom 23.07.2017, 14:42:44.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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