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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Neuburg-Formation
ID: 4012018
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Schneid (1915); Name: Barthel (1969)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Weißer Jura
Chronostratigraphie: Obertithonium (Tithonium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Mitteltithonium (Tithonium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Neuburger Kalke (Oppel 1863) Neuburger Schichten (Schneid 1914, Roll 1933, 1940), Bankkalke von Ober- und Unterhausen (Schneid 1915), Mittel- und Obertithon-Schichten (Schmidt-Kaler & Zeiss 1973), Malm Zeta 6 (Streit 1978)
Lithologie: Die Neuburg-Formation umfasst die Unterhausen- und die Oberhausen-Subformation. Die Unterhausen-Subformation besteht aus einer Serie relativ weicher, hellockerfarbener bis hellbräunlich-grauer, oft fast blendendweißer Kalke mit Mergelzwischenlagen. Im unteren Abschnitt sind die Kalke überwiegend dickbankig, im oberen Drittel fast durchwegs dünnbankig. Sie werden von einer besonders dicken Leitbank (Bank 116) nach oben hin abgeschlossen, die nördlich von Unterhausen 206 cm Bankstärke erreicht. Als Untergrenze ist bei Betrachtung der Ammonitenfauna nach Zeiss (1964) und Barthel (1962, 1969, 1975) die Unterkante von Bank 22 anzunehmen. Dagegen lässt Groiss (1963) die Neuburger Bankkalke bereits mit der Mergel- bis Mergelkalkbank 21 beginnen, da mit dieser Schicht eine Reihe stratigraphisch bedeutender Foraminiferen auftaucht. Das Gestein der Unterhausener Schichten ist kryptokristallin bis mikrokristallin, der Bruch meist rauh und uneben. Hohlräume, Spalten und Risse erscheinen oft mit wasserhellen Kalkspatkristallen ausgefüllt. Verwitterte Partien weisen eine mürbe mehlige Struktur auf. Partienweise tritt eine wahrscheinlich postdiagenetische Limonitbänderung auf.

Die Oberhausen-Subformation beginnt oberhalb der erwähnten Bank 116 und besteht aus einer Serie von Kalksteinen, die im unteren Abschnitt zwischengeschaltete Kalkmergel bis Mergel enthalten, während nach oben hin Mergel weitgehend zurücktreten. Ein höherer Tongehalt im unteren Teil ist für eine poröse Beschaffenheit der Kalke verantwortlich, die meist hellockerfarben bis weißlich erscheinen. Im oberen Teil nehmen die Kalke ein dichteres Gefüge an, es herrschen graue Farben vor. Bruchflächen erscheinen häufig durch Eisenausfällungen braun gefleckt. Die Schichtflächen sind meist sehr uneben. Im jüngsten Abschnitt der Oberhausener Schichten, der vom tieferen Teil tektonisch abgetrennt ist, kann man neben feinkörnigen Kalken (Calcilutiten) auch eine grobkörnige Fazies (Calcirudite) feststellen, wodurch ein Bildungsmilieu angezeigt sein dürfte, dass dem Gezeiten- bis Supralitoral-Bereich angehört (Barthel 1969). Schwerminerale aus dem jüngsten Abschnitt der Neuburger Bankkalke, besonders Amphibole, sind nach Hesse (1968) aus Amphibolit- und Gabbrogesteinen der Oberpfalz und des Bayerischen Waldes ableitbar.
Untergeordnete Einheit: Unterhausen-Subformation (Barthel 1975), Oberhausen-Subformation (Barthel 1975).
Liegendgrenze: Die bereits erwähnte kompakte Kalkbank 22 mit tethydischer Fauna grenzt die Neuburg-Formation nach unten ab. Der liegende, charakteristische, starke Mergel gehört bereits zur Rennertshofen-Formation. Der Faunenumschwung der Foraminiferen (s.o.) in der Bank 21 scheint als Kriterium zur Schichtabgrenzung weniger geeignet.
Hangendgrenze: Die Hangendgrenze der Neuburg-Formation ist erosiv. Durch Schürfe wurde der obere Teil der Oberhausen-Subformation freigelegt (Barthel 1969), dessen Sedimentgefüge und Fauna bereits Anzeichen flacheren Wassers zeigen.
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: bis 53 m; davon entfallen 23 m auf die Unterhausen-Subformation und 27 bis 30 m auf die Oberhausen-Subformation.
Typusprofile, etc.: Steinbruch am Bahnhof Unterhausen: TK 25 7232 Burgheim Nord, R 44 34 100, H 53 98 200 (Unterhausen-Subformation und unterer Teil der Oberhausen-Subformation).
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): nur im Bereich des Neuburger Jura-Vorsprungs.
Zeitgleiche Einheiten: --
Alterseinstufung: Die Neuburg-Formation umfasst die Zonen des Danubisphinctes palmatus und der „Lemencia“ ciliata, aufgrund derer eine Einstufung in das obere Untertithonium möglich ist. In Bank 238 wurde von Groiss (1963) die Calpionelle Crassicollaria sp. nachgewiesen, die tiefstes Obertithonium anzeigt
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: Barthel, K. W: (1962): Zur Ammonitenfauna und Stratigraphie der Neuburger Bankkalke. – Bayer. Akad. Wissen., Math.-naturw. Kl., Abh., N.F. 105: 30 S.; München

Barthel, K. W. (1969): Die obertithonische, regressive Flachwasser-Phase der Neuburger Folge in Bayern. – Bayer. Akad. d. Wissen., Mathe.-naturwi. Kl., Abh., N.F., 142: 174 S., 39 Abb., 14 Taf.; München.

Barthel, K. W: (1975): The Neuburg area (Bavaria, Germany) as prospective reference region fort he middle Tithonian. – Colloque sur la limite Jurassique-Cretace, Lyon, Neuchatel. – Mem. B. R. G. M, 86: 332—336; Paris.

Groiss, J. Th. (1963): Geologische und mikropaläontologische Untersuchungen im Jura-Gebiet westlich von Neuburg an der Donau. – Erlanger geol. Abh., 48: 1—53; Erlangen.

Hesse, R. (1968): Schwerminerale aus den Neuburger Bankkalken. – Mitt. Bayer. Staatssamml. Paläont. hist. Geol., 8: 305—308; München.

Roll, A. (1933): Über den oberen Malm der südwestlichen Frankenalb. – Cbl. Min., Abt. B, 1933: 553—564; Stuttgart.

Roll, A. (1940): Tektonische Bemerkungen zu einer geologischen Karte der südlichen Frankenalb. – Z. dt. geol. Ges., 92: 205—252; Berlin.

Schmidt-Kaler, H. & Zeiss, A. (1973): Die Juragliederung Süddeutschlands. – Geologica Bavarica, 67: 155—161; München (Bayer. Geol. L.-Amt).

Schneid, Th. (1914): Die Geologie der fränkischen Alb zwischen Eichstätt und Neuburg a. D. (Erste Hälfte). – Geognostische Jahreshefte, 27: 59—172; München.

Schneid, Th. (1915): Die Geologie der fränkischen Alb zwischen Eichstätt und Neuburg a. D. (Zweite Hälfte). – Geognostische Jahreshefte, 28: 1—61; München.

Streit, R. (1978): Geologische Karte von Bayern 1.25 000. – Erl. TK 25 Nr. 7232 Burgheim Nord. – 222 S., 8 Beil;_ München.

Zeiss, A. (1964): Zur Stratigraphie des Untertithons der Südlichen Frankenalb. – Colloque Jurass. Luxembourg, C.-R. & Mem., 619—627; Luxemburg
Autor des Datenblattes: Jung
Erstellt am: 29.08.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 29.08.2011
Änderung Datensatz: 20.10.2011


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Litholex Recherche vom 20.07.2017, 20:46:12.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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