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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Treuchtlingen-Formation
ID: 4012017
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Gümbel (1889), Name: Zeiss 1977
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Weißer Jura
Chronostratigraphie: Oberkimmeridgium (Kimmeridgium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Normaler Schwammkalk (Gümbel 1889), Stufe der bröcklichen normalen Schwammkalke und der gelblichen harten Schichtkalke [dickbankige Lagerkalke] (Gümbel 1891), Treuchtlinger Marmor (Treibs 1950), Weißjura-d (Treibs 1950), Eudoxus- und Acanthicum-Zone (d) (Zeiss 1964), Mittlere Kimmeridge-Schichten (Schmidt-Kaler & Zeiss 1973)
Lithologie: Die Treuchtlingen-Formation umfasst gelbliche bis graue, dickbankige Kalksteine mit einem hohen Gehalt an biogenem Material. Die Bankstärken erreichen Werte bis 135 cm, im Durchschnitt liegen sie bei 100 cm. Neben verkalkten, becher- bis tellerförmigen Kieselschwämmen kommen Algenkrusten, Intraklasten und umkrustete Filamente vor. Die Gesteine der Treuchtlingen-Formation können deswegen auch als partikelreicher Kalkstein oder tuberolithischer Bankkalk bezeichnet werden (Schmidt-Kaler 1997). Innerhalb der Treuchtlingen-Formation können mehrere Bänke aufgrund ihres charakteristischen Aussehens differenziert werden (in Klammern Banknummerierung nach Streim 1961): Delta-Basis- oder Meterbank (Hauptschwammbank nach Rupprecht 1955; = Bank 1), Knollige Lage (= Bank 2a), Geblümte Bank (= Bank 11), 3-Platten-Bank (= Bank 12), Untere Mergelplatte (= Bank 19), Obere Mergelplatte (= Bank 25). Im oberen Bereich der Treuchtlingen-Formation setzt Riffwachstum – zunächst in Biostrom-Fazies -- ein. Diese „Tafelbankigen Kalke und Dolomite“ werden nach Groiss et al. (2000) noch zur Treuchtlingen-Formation gezählt. Zur eigentlichen Riff-Fazies (Bioherm) besteht dann ein kontinuierlicher Übergang, weswegen die Obergrenze der Treuchtlingen-Formation lithologisch nur schwer zu fassen ist. Lokal kann die Treuchtlingen-Formation dolomitisiert sein.
Untergeordnete Einheit: keine.
Liegendgrenze: Die bereits erwähnte, charakteristische Delta-Basis-Bank oder Meterbank markiert die Untergrenze der Treuchtlingen-Formation.
Hangendgrenze: Die Hangendgrenze der Treuchtlingen-Formation ist je nach Einsetzen der Riff-Fazies variabel und schwer zu fassen.
Mittlere Mächtigkeit: 40 m.
Maximale Mächtigkeit: bis 40 m Bankkalke, darüber noch 30 bis 40 m Tafelbankige Kalke und Dolomite.
Typusprofile, etc.: Steinbruch Fa. Frankenschotter, Dietfurt: TK 25 7031 Treuchtlingen, R 44 21 600, H 54 21 400; Bohrung Treuma 1/2,: TK 25 6032 Bieswang, R 44 33 620, H 54 27 770 (Dobner et al. 2002); Steinbruch Fa. Schöpfel, Petersbuch: TK 25 7033 Titting, R 44 41 365, H 54 27 115 (Meyer, R. K. F. 2003)
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Gesamte südliche Frankenalb bis an den Ostrand des Rieskraters.
Zeitgleiche Einheiten: Lateral kann sich die Treuchtlingen-Formation mit Riff- und Riffschuttkalken verzahnen.
Alterseinstufung: Ab Bank 10, möglicherweise schon ab Bank 8 treten die ersten Aulacostephanen auf. Das Oberkimmeridgium beginnt deswegen im Bereich der Bänke 8—10. Bank 8—22 beinhaltet die Zone des Aspidoceras acanthicum, Bank 23—47 die Zone des Aulacostephanus eulepidus (Zeiss et al. 2000)
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: Dobner, A., Poschlod, K., Wagner, S. & Weinig, H. (2002): Geowissenschaftliche Landesaufnahme Planungsregion 10 Ingolstadt – Erl. Rohstoffgeologische Karte 1:100 000. – 121 S.; München (Bayer. Geol. L.-Amt).

Gümbel, C. W. v (1889): Kurze Erläuterungen zu dem Blatte Ingolstadt (Nr. XV) der geognostischen Karte des Königreichs Bayern. – Cassel.

Gümbel, C. W. v. (1891): Geognostische Beschreibung des Königreiches Bayern. – Vierte Abtheilung – Geognostische Beschreibung der Fränkischen Alb (Frankenjura). – Kassel.

Groiss, J. Th., Haunschild, H. & Zeiss, A. (2000): Das Ries und sein Vorland. – Sammlung geologischer Führer, 92: 1—271; Stuttgart (Borntraeger).

Meyer, R. K. F. (2003): Geologische Karte von Bayern 1:25 000. – Erläuterungen zum Blatt 7033 Titting. – 40 S.; München.

Rupprecht, K.-H. (1955): Geologie der Pegnitzalb um Hohenstadt und Vorra. – Erlanger geol. Abh. 17: ; Erlangen.

Schmidt-Kaler, H. (1997): Geologische Karte von Bayern 1:25 000. – Erläuterungen zum Blatt Nr. 7131 Monheim. – 159 S., München.

Schmidt-Kaler, H. & Zeiss, A. (1973): Die Juragliederung in Süddeutschland. – Geologica Bavarica, 67: 155—161; München (Bayer. Geol. L.-Amt)

Streim, W. (1961): Stratigraphie, Fazies und Lagerungsverhältnisse des Malm bei Dietfurt und Hemau (Südliche Frankenalb). – Erlanger geol. Abh., 38: 1—49; Erlangen

Treibs, W: (1950): Geologische Untersuchungen im Ries – Das Gebiet des Blattes Otting. – Geologica Bavarica, 2: 1—52; München (Bayer. Geol. L.-Amt).

Zeiss, A. (1964): Geologie des Malm auf Gradabteilungsblatt Dollnstein (Südliche Frankenalb). – Erlanger geol. Abh., 55: 1—43; Erlangen.

Zeiss, A: (1977): Jurassic stratigraphy of Franconia. – Stuttgarter Beitr. Naturk., Ser. B, Nr. 31: 1—32; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Jung
Erstellt am: 29.08.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 29.08.2011
Änderung Datensatz: 29.08.2011


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Litholex Recherche vom 25.09.2017, 20:54:26.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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