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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Angulatensandstein-Formation
ID: 4012015
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: VON MANDELSLOH 1834 (Erstbeschreibung); Name: BLOOS et al. 2005
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Subgruppe Unterer Schwarzer Jura, Gruppe Schwarzer Jura, Supergruppe Süddeutscher Jura.
Chronostratigraphie: Untersinemurium (Sinemurium, Unterjura, Jura, Mesozoikum)
Oberhettangium (Hettangium, Unterjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Unterer Lias-Sandstein v. MANDELSLOH 1834;
Malmstein QUENSTEDT 1843;
Angulatenschicht QUENSTEDT 1853;
Angulatenschichten QUENSTEDT 1856-58;
Angulatensandstein DEFFNER 1861
Schlotheimienschichten GEYER & GWINNER 1962: 26;
Lias Alpha 2 [abgeleitet von der Kapitelüberschrift in QUENSTEDT 1856-58: 52: „Lias Alpha, 2) Malmstein“] als stratigraphischer Name erstmals verwendet bei BRANDES 1911: 138, erstmals in Süddeutschland bei SCHMIERER 1925: 24;
Schwarzer Jura alpha 2 GEYER & GWINNER 1964: 53.
Die Synonyme Angulatenschichten, Schlotheimienschichten, Lias alpha 2 und Schwarzer Jura alpha 2 umfassen auch die Angulatenton-Formation.
Lithologie: Tonstein mit eingeschobenen Komplexen feinkörnigen, feingeschichteten Sandsteins, die lateral Ost-West gegeneinander versetzt liegen. Außerdem sind einige fossilreiche Kalk- und Kalksandsteinbänke eingeschaltet. Die Formation ist marin.
Untergeordnete Einheit: Von unten nach oben folgen im Tonstein übereinander: Oolithenbank, Gmünder Sandstein, Ebersbacher Sandstein, Oberberkener Sandstein, Nassacher Sandstein, Hauptsandstein, Vaihinger Pflasterstein, „Vaihinger Nest“, Plochinger Sandstein. Weitere Kalk- und Kalksandsteinbänke sind nur nummeriert, nicht benannt.
Liegendgrenze: Untergrenze der Oolithenbank, darunter liegt die Psilonotenton-Formation. Östlich der Jagst bis in das Hesselberggebiet, wo die Oolithenbank fehlt, ist es die Untergrenze des Gmünder Sandsteins. Am Großen Hassberg (N-Bayern) gibt es ein unbenanntes Äquivalent der Oolithenbank (BLOOS 1979).
Hangendgrenze: Untergrenze der Arietenkalk-Formation; in Ostwürttemberg sowie im Hesselberg- und Hahnenkamm-Vorland ist es die Untergrenze der Gryphäensandstein-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: 10-13 m, im Gebiet Schwäbisch Gmünd – Abtsgmünd 8-9 m, östlich davon 6-7 m, im westlichen und nördlichen Hesselberg-Vorland 4-6 m.
Maximale Mächtigkeit: 24 m bei Deizisau-Plochingen; 29 m am Großen Hassberg (N-Bayern).
Typusprofile, etc.: Bachriss zwischen Diegelsberg und Krapfenreut, NE Ebersbach/Fils TK 7223 39650/99100, [1169] - Referenzprofile: Gmünder Sandstein: Weganschnitt SE Mutlangen TK 7124 59520/09475, [272]; Ebersbacher Sandstein: Bachriss zwischen Diegelsberg und Krapfenreut TK7223 39650/99100, [1169]; Oberberkener Sandstein: Schlucht in der Mitte von Alfdorf TK 7124 52800/11980, [250]; Nassacher Sandstein: Steilhang südlich Großerlach (Löwensteiner Berge) TK 6923 37820/34520, [224]; Plochinger Sandstein: Ehem. Steinbruch im Wald nordwestlich Hochdorf bei Plochingen TK 7222 33180/09595, [42]. - TK = Topographische Karte 1:25000, Koordinaten Rechtswert/Hochwert, [...] Nummer des Profils in BLOOS 1976.
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Östlich einer Linie Stuttgart – Balingen (Albvorland ab Balingen, östlicher Schönbuch, Fildergebiet, Schwäbisch-Fränkischer Wald, westliches Riesvorland. In Bayern: westliches und nördliches Vorland des Hesselbergs, Großer Hassberg (N-Bayern, BLOOS 1979). - Im tiefen Untergrund: mittlere und östliche Schwäbische Alb, Alpenvorland zwischen Donau und Bodensee.
Zeitgleiche Einheiten: Angulatenton-Formation. In Franken: höherer Teil der Bamberg-Formation, höherer Teil der Bayreuth-Formation. In Norddeutschland: Angulatenschichten.
Alterseinstufung: Angulata-Zone, Complanata-Subzone unten, darüber Depressa-Subzone. Zwischen Deizisau (bei Plochingen) und Göppingen sowie am Großen Hassberg reicht die Formation bis in das tiefe Untersinemurium (Plochinger Sandstein mit Coroniceras deffneri und Angulaticeras posttaurinum: basale Rotiforme-Subzone; am Großen Hassberg, Sandsteinhorizont 6: Vermiceras sp. und Angulaticeras ex gr. posttaurinum: wahrscheinlich Conybeari Subzone).
Kommentar: Schichtlücken: In der Angulata-Zone fehlt im Liegenden die Extranodosa-Subzone und der tiefere Teil der Complanata-Subzone, oben fehlt das Niveau mit Schlotheimia pseudomoreana. Der Sinemurium-Anteil im Gebiet Plochingen - Göppingen geht von Westen her aus dem tiefsten Teil der Arietenkalk-Formation durch Aufnahme von Sand hervor und keilt östlich von Göppingen aus, die Schichtlücke an der Obergrenze der Formation vergrößernd. In Ostwürttemberg beginnt die Arietenkalk-Formation erst mit der Rotiforme-Subzone ohne deren basalen deffneri-Horizont und ohne die Conybeari-Subzone.
Versch./Sonstiges: Die Formation ist flachmarin mit episodischer Sedimentation sehr feinkörniger Schelfsande. Da es mehrere Sandsteine dieser Art gibt, auch unter- und oberhalb der Angulata-Zone, wird „Angulatensandstein“ nicht mehr als Schichtbezeichnung unterhalb der Formationsebene verwendet. In Mittelwürttemberg findet man fast nur Teilprofile in natürlichen Aufschlüssen. Manche der in BLOOS 1976 mitgeteilten natürlichen Aufschlüsse sind heute nicht mehr oder nur noch ungünstig aufgeschlossen. Die Formation ist in BLOOS 1976 lithostratigraphisch und sedimentologisch eingehend beschrieben und illustriert.
Literatur: BLOOS, G. (1976): Untersuchungen über Bau und Entstehung der feinkörnigen Sandsteine des Schwarzen Jura a (Hettangium und tiefstes Sinemurium) im schwäbischen Sedimentationsbereich. Arbeiten aus dem Institut für Geologie und Paläontologie an der Universität Stuttgart, N.F. 71: 1-269.
BLOOS, G. (1979): Über den Jura am Großen Haßberg (Unterfranken, N-Bayern) mit Bemerkungen zum Rät. Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Serie B, 44, 53 S.
BLOOS, G., DIETL, G. & SCHWEIGERT, G. (2005): Der Jura Süddeutschlands in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002. - Newsletters on Stratigraphy, 41: 263-277.
BRANDES, T. (1911): Die Borlinghausener Liasmulde im östlichen Vorlande der südlichen Egge. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, Jahrgang 1911: 137-148.
DEFFNER, C. (1861): Die Lagerungsverhältnisse zwischen Schönbuch und Schurwald. Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde Württemberg, 17: 170-262.
GEYER, O.F.& GWINNER, M.P. (1962): Der Schwäbische Jura. Sammlung geologischer Führer, 40. 452 S.
GEYER, O.F.& GWINNER, M.P. (1964): Geologie von Baden-Württemberg. 223 S.
MANDELSLOH, F. v. (1834): Geognostische Profile der Schwäbischen Alp. 37 S.
QUENSTEDT, F. A. (1843): Das Flözgebirge Würtembergs. 560 S.
QUENSTEDT, F. A. (1853): Die Schichten des Schwäbischen Jura. Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, 5: Taf. 16.
QUENSTEDT, F. A. (1856-58): Der Jura. 842 S.
SCHMIERER, T. (1925): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern. Blatt Hechingen (Bodelshausen). 68 S.
Weitere Literatur in BLOOS 1976.
Autor des Datenblattes: Bloos
Erstellt am: 06.08.2009
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 17.09.2009
Änderung Datensatz: 17.09.2009


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Litholex Recherche vom 23.08.2017, 04:23:06.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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