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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Psilonotenton-Formation
ID: 4012012
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: QUENSTEDT (1856-58: 40-41, Erstbeschreibung); Name: BLOOS et al, 2005
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Subgruppe Unterer Schwarzer Jura, Gruppe Schwarzer Jura, Supergruppe Süddeutscher Jura
Chronostratigraphie: Hettangium (Unterjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Psilonotenthon (ENGEL 1900: 241);
Psilonotenschichte (ROLLE 1853: 9), später in Pluralform "Psilonotenschichten" verwendet (ab SEEBACH 1864: 15);
Psilonotenhorizont (ENGEL 1883; im heutigen stratigraphischen Umfang erstmals bei ENGEL 1908: 203);
Psiloceratentone und Psiloceratenschichten (GEYER & GWINNER 1962: 26);
Lias alpha 1 [abgeleitet von der Kapitel-Überschrift in QUENSTEDT 1856-58: 40: „Lias alpha, 1) Psilonotenbank mit den nächstfolgenden Gliedern“] erstmals bei Gümbel 1858: 552 in Franken; bei BRANDES 1911: 138 in Norddeutschland; erstmals bei SCHMIERER 1925: 24 in Baden-Württemberg;
Schwarzer Jura alpha 1 (GEYER & GWINNER 1964: 54).
Lithologie: Tonstein mit wenigen Schillkalkbänken; östlich einer Linie Waiblingen – Nürtingen sind feinkörnige Sandsteine eingeschaltet, deren Anteil am Profil stets unter 50 % bleibt. Durchweg marin.
Untergeordnete Einheit: In den Tonstein sind von unten nach oben eingeschaltet: Psilonotenbank, Ellwanger Sandstein, Nagelkalkbank, Mutlanger Sandstein, Esslinger Sandstein, Hagenowibank, Subangularebank. Weitere Kalkbänke sind nur nummeriert, nicht benannt.
Liegendgrenze: Basis der Psilonotenbank, auflagernd auf Schichten der Obertrias unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Lithologie (Trossingen-Formation, Exter-Formation). Zwischen Trias und Jura besteht eine Schichtlücke wechselnden chronostratigraphischen Umfangs.
Hangendgrenze: Basis der überlagernden Oolithenbank. Östlich der Jagst fehlt diese Bank fast durchweg, dort bildet die Basis des Gmünder Sandsteins die Obergrenze (s. BLOOS 1994, Abb. 22).
Mittlere Mächtigkeit: 7-9 m, in Ost- und Südwestwürttemberg 4-5 m, im westlichen Riesvorland 1-2 m, im westlichen und nördlichen Hesselberg-Vorland um 1 m, östlich des Hesselbergs meist fehlend. Im Oberrheingraben (Bad Schönborn) 2,7 m, nach S auf 1 m zurückgehend.
Maximale Mächtigkeit: 11-12 m im Gebiet Esslingen – Plochingen, 16 m am Großen Hassberg (Bayern, Unterfranken).
Typusprofile, etc.: Bachriss Heckersklinge (nordöstlich Tübingen im südlichen Schönbuch, Wildschutzgebiet) TK 7420, 05960/83070, [75]. Dort nahebei ähnliche Bachrisse (s. BLOOS 1976). - Referenzprofile für die Sandsteinhorizonte: Ellwanger Sandstein: Fülgenbach bei Unteralfingen (oberes Kochertal) TK 7026, 79860/19250, [382]; Mutlanger Sandstein: Bachriss NW Mutlangen, S Bonholz (bei Schwäbisch Gmünd) TK 7142 54500/11610, [258]; Esslinger Sandstein: Zeller Bach (bei Esslingen) TK 7222 26890/99340, [171] und für die Löwensteiner Berge: Steilhang südlich Großerlach TK 6923 37810/34520, [224]. - TK = Topographische Karte 1:25000, Koordinaten Rechtswert/Hochwert, [...] Nummer des Profils in BLOOS 1976.
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Über Tage: nördliches Vorland der gesamten Schwäbischen Alb, Schönbuch, Filderebene und Keuperbergland des Schwäbisch-Fränkischen Waldes, Kraichgau, Südbaden. In Bayern: westliches und nördliches Vorland des Hesselbergs, Großer Hassberg (N-Bayern, BLOOS 1979). - Im tiefen Untergrund:Oberrheingraben, Schwäbische Alb und Alpenvorland zwischen Donau und Bodensee.
Zeitgleiche Einheiten: In Nordbayern sind der tiefere Teil der marinen Bamberg-Formation und der tiefere Teil der nicht-marinen Bayreuth-Formation zeitgleich. In Nordwestdeutschland: Psilonotenschichten.
Alterseinstufung: Planorbis- und Liasicus-Zone der Hettangium-Stufe (Unter- und Mittelhettangium der internationalen Gliederung). Die Ammonitenfolge reicht von Neophyllites antecedens und N. imitans unten bis Alsatites laqueus oben.
Kommentar: Es fehlt basal Psiloceras erugatum (nur aus England bekannt; BLOOS & PAGE 2000) und fast durchweg das Neophyllites-Niveau. Im Hangenden besteht eine Schichtlücke,deren Umfang nach Osten stark zunimmt; dort endet die Formation bereits mit Psilophyllites hagenowi. Siehe hierzu auch BLOOS 1999.
Versch./Sonstiges: Eingehende Beschreibung und zahlreiche Literaturzitate in BLOOS 1976. Eine Anzahl der in BLOOS 1976 aufgelisteten natürlichen Aufschlüsse sind heute durch verschiedene Umstände nicht mehr oder nur noch schlecht aufgeschlossen. Die genannten Typus- und Referenzprofile sind jedoch offen. Der Besuch des in einem Wildschutzgebiet liegenden Typusprofils erfordert die Genehmigung durch das Forstamt Bebenhausen.
Literatur: BLOOS, G. (1976): Untersuchungen über Bau und Entstehung der feinkörnigen Sandsteine des Schwarzen Jura a (Hettangium und tiefstes Sinemurium) im schwäbischen Sedimentationsbereich. Arbeiten aus dem Institut für Geologie und Paläontologie an der Universität Stuttgart, N.F. 71: 1-269.
BLOOS, G. (1979): Über den Jura am Großen Haßberg (Unterfranken, N-Bayern) mit Bemerkungen zum Rät. Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Serie B, 44, 53 S.
BLOOS, G. (1994): Frühe Arietitidae (Ammonoidea) aus dem Hettangium (Angulata-Zone, Unt. Lias) von Württemberg (SW-Deutschland. Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Serie B, 219, 67 S..
BLOOS, G. (1999): Neophyllites (Ammonoidea, Psiloceratidae) in the earliest Jurassic of South Germany). Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie, Abhandlungen, 211: 7-29.
BLOOS, G. & PAGE, K. N. (2000): The basal Jurassic ammonite succession in the North-West European Province – review and new results. GeoResearch Forum, 6: 27-40.
BLOOS, G., DIETL, G. & SCHWEIGERT, G. (2005): Der Jura Süddeutschlands in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002. - Newsletters on Stratigraphy, 41: 263-277.
BRANDES, T. (1911): Die Borlinghausener Liasmulde im östlichen Vorlande der südlichen Egge. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, Jg. 1911: 137-148.
ENGEL, T. (1883): Geognostischer Wegweiser durch Württemberg. XV+326 S.
ENGEL, T. (1900): Zwei wiedereröffnete Fundplätze für die Grenzschichten der schwäbischen Trias-Lias-Formation. Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, 53: 238-244.
ENGEL, T. (1908): Geognostischer Wegweiser durch Württemberg. 3. Auflage. 645 S.
GEYER, O.F.& GWINNER, M.P. (1962): Der Schwäbische Jura. Sammlung geologischer Führer, 40. 452 S.
GEYER, O.F.& GWINNER, M.P. (1964): Geologie von Baden-Württemberg. 223 S.
GÜMBEL, C. W. (1858): Mittheilung an Professor Bronn gerichtet. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geognosie, Geologie und Petrefactenkunde, 1858: 550-553.
LANGE, W. (1941): Die Ammonitenfauna der Psiloceras-Stufe Norddeutschlands. Palaeontographica, A, 93: 1-192.
QUENSTEDT, F. A. (1843): Das Flözgebirge Würtembergs. 560 S.
QUENSTEDT, F. A. (1853): Die Schichten des Schwäbischen Jura. Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, 5: Taf. 16.
QUENSTEDT, F. A. (1856-58): Der Jura. 842 S.
ROLLE, F. (1853): Versuch einer Vergleichung des norddeutschen Lias mit dem schwäbischen. Diss. Univ. Tübingen. 47 S.
SCHMIERER, T. (1925): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern. Blatt Hechingen (Bodelshausen). 68 S.
SEEBACH, K. v. (1864): Der hannoversche Jura. 158 S.
Autor des Datenblattes: Bloos
Erstellt am: 06.08.2009
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 17.09.2009
Änderung Datensatz: 17.09.2009


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Litholex Recherche vom 19.11.2017, 22:25:57.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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