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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Osning-Formation
ID: 2008161
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Stille (1909) (Osningsandstein)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Minden-Braunschweig-Gruppe
Chronostratigraphie: Albium (Unterkreide, Kreide, Mesozoikum)
Aptium (Unterkreide, Kreide, Mesozoikum)
Barremium (Unterkreide, Kreide, Mesozoikum)
Hauterivium (Unterkreide, Kreide, Mesozoikum)
Valanginium (Unterkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Teutoburgerwaldsandstein (Roemer 1845), Neocomsandstein (Roemer 1852, Weerth 1884), Hilssandstein (Schlüter 1866), Osningsandstein (z. B. Stille 1909, Speetzen 1970).
Lithologie: Sandstein, meist fein- bis mittelkörnig, selten kiesig bis konglomeratisch, teils toniger Sandstein mit Übergängen zu sandigem Tonstein.
Untergeordnete Einheit: Zwischen dem Egge-Gebirge und Tecklenburg ist die Osning-Formation nicht gegliedert und bildet einen mehr oder weniger einheitlichen Sandsteinkörper. Lediglich der Osning-Grünsand (glaukonitischer Sandstein) am Top der Formation ist als Bank gesondert abzutrennen. Zwischen Tecklenburg und Rheine ist die Osning-Formation in mehrere Subformationen gegliedert. Vom Liegenden zum Hangenden sind dies:
Bocketal-Subformation (= Bocketaler Sandstein), z. T. kiesig-konglomeratischer Sandstein, Valanginium (Keller 1953, Thiermann 1970).
Schierloh-Subformation (= Schierloher Schichten), toniger Sandstein im Wechsel mit stark sandigem Tonstein, Hauterivium bis Unterbarremium (Thiermann 1970).
Gravenhorst-Subformation (= Gravenhorster Sandstein), Oberbarremium (Keller 1953, Thiermann 1970)
Tecklenburg-Subformation (= Apt, „Längsfurche“ bei Thiermann 1970), stark tonige Sandsteine und Übergänge zu sandigen Tonsteinen, Aptium.
Dörenthe-Subformation (= Dörenther Sandstein), Sandstein, am Top glaukonitisch (Osnig-Grünsand), Oberaptium bis Unteralbium, mit Osning-Grünsand z. T. auch basales Mittelalbium (Keller 1953, Thiermann 1970).
Liegendgrenze: Top Bückeberg-Gruppe (Oesede-Formation) oder transgressiv über älteren Schichten. Das Auflager der Osning-Formation auf Oesede-Formation im Aufschluss am Butterberg bei Hagen a. T. W. beschreibt Harms (1993).
Hangendgrenze: Wechsel von gelbbraunem Sandstein zu tonig-mergeligen, teils kieselig-mergeligen Sedimenten der Alfeld- oder Flammenmergel-Formation bzw. zu den rot gefärbten Sandsteinen der Kleinenberg-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: Von Südosten (Egge-Gebirge), wo die Osning-Formation nur wenige Meter misst, nimmt die Mächtigkeit nach Nordwesten (Raum Rheine-Bevergern) kontinuierlich auf mehrere hundert Meter zu.
Maximale Mächtigkeit: Bis 900 m im Raum Rheine (Hendricks & Speetzen 1983, Mutterlose 1995).
Typusprofile, etc.: Ein gut zugängliches Typusprofil bilden die Externsteine bei Horn-Bad Meinberg. In steiler Lagerung ist hier die Osning-Formation mit ca. 25 m mehr oder weniger vollständig erschlossen. Zahlreiche weitere Referenzprofile entlang des gesamten Teutoburger Waldes sind bei Mutterlose (1995) dargestellt.
Verbreitung (Bundesländer): Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland, Westfälische Bucht
Mittelgebirge, Weserbergland
Verbreitung (Ergänzung): Teutoburger Wald, Egge-Gebirge.
Zeitgleiche Einheiten: Die Osning-Formation reicht vom Valanginium bis in das Unteralbium und mit dem Osning-Grünsand z. T. auch noch bis in das tiefste Mittelalbium. Sie korreliert daher mit der überwiegenden Zahl zeitgleicher Einheiten der Minden-Braunschweig-Gruppe.
Alterseinstufung: Ammoniten und Belemniten geben hinreichend gute biostratigraphische Datierungen für die Osning-Formation (Mutterlose 1995, Weerth 1884). Die mächtigen Profile im Nordwesten sind zugleich auch die stratigraphisch vollständigsten (Valanginium bis Unteralbium bzw. tiefes Mittelalbium). Nach Süden fehlen die tieferen Einheiten, hier beginnt die Sedimentation im Hauterive. Der Osning-Grünsand datiert in das hohe Unteralbium und teilweise auch in das tiefe Mittelalbium (Kaplan 2008).
Kommentar:  -
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: vom Osning, dem Synonym für Teutoburger Wald.

Fazies: Randfazies des Niedersächsischen Beckens. Mit Annäherung an die Beckenfazies im zentralen Teil des Niedersächsichen Beckens spaltet der im Süden einheitliche Sandsteinkörper der Osning-Formation in mehrere durch tonreichere Zwischenmittel getrennte Sandsteinkörper auf (s. Subformationen).

Besonderheiten: Die Osning-Formation lieferte mit dem Osning-Sandstein einen begehrten Bausandstein, der in zahlreichen Steinbrüchen im gesamten Egge-Gebirge und Teutoburger Wald gewonnen wurde. Verschiedene Sandsteintypen lassen sich nach ihrer Herkunft unterscheiden (Kaplan 2009, Speetzen 2010). Heute ist der Sandsteinabbau komplett eingestellt.
Literatur: Harms, F.-J. (1993): Ein Aufschluss mit Osningsandstein, Bückeberg-Folge („Wealden“) und Serpulit am Butterberg bei Hagen a. T. W. (Landkreis Osnabrück, West-Niedersachsen). – Osnabrücker naturw. Mitt., 19: 11-20; Osnabrück.
Hendricks, A., & Speetzen, E. (1983): Der Osning-Sandstein im Teutoburger Wald und im Egge-Gebirge (NW-Deutschland) – ein marines Küstensediment aus der Unterkreide-Zeit. – Abh. Westf. Mus. Naturkde., 45(1): 1-11; Münster.
Kaplan, U. (2008): Das Albium (Unterkreide) im Teutoburger Wald und Eggegebirge. - Geol. Paläont. Westf., 70: 15-54; Münster.
Kaplan, U. (2009): Naturbausteine historischer Bauwerke des Münsterlandes und seiner angrenzenden Gebiete. - Geol. Paläont. Westf., 73: 178 S.; Münster.
Keller, G. (1953): Die stratigraphisch-fazielle Entwicklung der marinen Unterkreide im nordwestlichen Teutoburger Wald. – Z. dt. geol. Ges., 104: 474 – 498; Hannover.
Mutterlose, J. (1995): Die Unterkreide-Aufschlüsse des Osning-Sandsteins (NW-Deutschland) – Ihre Fauna und Lithofazies. - Geol. Paläont. Westf., 36: 85 S.; Münster.
Roemer, F. (1845): Ein geognostischer Durchschnitt durch die Gebirgskette des Teutoburger Waldes. - N. Jb. F. Min., Geogn., Geol. U. Petrefaktenkde., 1845: 269-277; Stuttgart.
Roemer, F. (1852): Über das Alter des Kreidesandsteins im südlichen Theile des Teutoburger Waldes. – N. Jb. F. Min., Geogn., Geol. U. Petrefaktenkde., 1852: 185-191; Stuttgart.
Schlüter, C. (1866): Die Schichten des Teutoburger Waldes bei Altenbeken. - Z. dt. geol. Ges., 18: 35-76; Berlin.
Speetzen, E. (1970): Lithostratigraphische und sedimentologische Untersuchungen im Osning-Sandstein (Unter-Kreide) des Egge-Gebirges und des südöstlichen Teutoburger Waldes (Westfalen, NW-Deutschland). - Münstersche Forsch. Geol. Paläont., 18: 149 S.; Münster.
Speetzen; E. (2010): Osning-Sandstein und Gault-Sandstein (Unterkreide) aus dem Teutoburger Wald und dem Eggegebirge und ihre Verwendung als Naturbausteine.- Geol. Paläont. Westf., 77: 59 S.; Münster.
Stille, H. (1909): Das Alter der Kreidesandsteine Westfalens. – Z. dt. geol. Ges., Briefl. Mitt, 61: 17-26; Berlin.
Thiermann, A. (1970), mit Beitr. von Dahm-Arens, H.: Erläuterungen zu Blatt 3712 Tecklenburg. - Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 3712: 243 S.; Krefeld.
Weerth, O. (1884): Die Fauna des Neocomsandsteins im Teutoburger Wald. – Paläont. Abh. 2: 77 S., Berlin.
Autor des Datenblattes: Erbacher, J., Hiss, M., Luppold, F. W., Mutterlose J.
Erstellt am: 25.07.2014
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.11.2014
Änderung Datensatz: 24.11.2014
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Litholex Recherche vom 20.07.2017, 20:46:14.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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