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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Hällritz-Formation
ID: 2008139
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: KRAUS (1955), RICHTER (1955) (Namensgebung)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Rhenodanubische Gruppe, Röthenbach-Untergruppe
Chronostratigraphie: Campanium (Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Höherer Teil der Zementmergelserie (PREY 1950), Planknerbrücke-Serie (Vorarlberg, ALLEMANN & BLASER 1951), Hällritzer Schichten (KRAUS 1955), Hällritzer Serie (RICHTER 1955).
Lithologie: Die Hällritz-Formation besteht aus bis über 3 m mächtigen, Sedimentzyklen aus turbiditischen Sandsteinen, Kalkmergel- und Tonmergelsteinen sowie hemipelagischen Tonsteinen. Die Turbidite zeigen z.T. vollständige Bouma-Folgen.
In der Normalfolge setzen die Sedimentzyklen vielfach mit Feinkonglomeraten ein, über denen z. T. dickbankige Sandsteine bis siliziklastreiche Kalksteine folgen. Darüber entwickeln sich feinerkörnige, siltige bis sandige Kalksteine sowie hornsteinführende Kieselkalksteine bis Spongite. Eine z.T. deutliche Glaukonit-Führung ist für die Sand- und Siltsteine der Hällritz-Formation typisch.
Darüber folgen oft graue, meist mittelbankige Kalkmergelsteine („Zementmergel“), stellenweise mit Einschaltungen rhythmischer Wechselfolgen aus feinkörnigen Kalk- und Tonmergelsteinen („Piesenkopf-Fazies“) oder heller Kalklutite.
Zwischen diese Turbiditsequenzen sind oft geringmächtige, grüne und graue, hemipelagische Tonsteine eingeschaltet.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Der Übergang von der unterlagernden Kalkgraben-Formation erfolgt durch Zunahme der Bankmächtigkeiten und Korngrößen in den Hartbänken sowie durch auffällige Abnahme der Häufigkeit und Mächtigkeit der Kalkmergelsteine („Zementmergel“).
Hangendgrenze: Die Hällritz-Formation wird, nur bereichsweise aufgeschlossen, von der Perneck-Formation überlagert, die durch rote und grüne Ton- bis Tonmergelsteine charakterisiert ist.
Bei fehlender Perneck-Formation folgt über der Hällritz-Formation die Altlengbach-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: In der Sigiswanger Decke bis ca. 300 m, in der Üntschen-Decke bis etwa 350 m (im bayerischen Anteil; aufgrund tektonischer Deformation ist die wahre Mächtigkeit nicht abschätzbar).
Typusprofile, etc.: Typusregion ist das Halblech-Gebiet NE Füssen.
Typusprofil ist das Röthenbachtal im Halblech-Gebiet E Füssen (TK Nr. 8331 Bad Bayersoien; HÖFLE & KUHNERT 1969, von RAD 1972, EGGER & SCHWERD 2008).
Weitere Profile sind z. B. im Hörnle-Gebiet SW Murnau (TK Nr. 8332 Unterammergau) sowie im Stallauer Bach SE Bad Heilbrunn (TK-Nr. 8234 Penzberg; HESSE & STEPHAN 1991) zu finden.
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Alpen
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Die Einheit verzahnt sich mit der Perneck-Formation.
Alterseinstufung: Biostratigraphie: Kalknannoplankton-Zone CC20 bis CC22 (jüngeres Unter- bis älteres Obercampanium) (EGGER & SCHWERD 2008).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Die Hällritz-Formation ist benannt nach dem Hällritzer Eck (Höllritzereck), einem Berg NW Oberstdorf im Allgäu.
Sie ist aus der Sigiswanger und der Üntschen-Decke bekannt.
Fazies: Tiefwasser-Turbidite und hemipelagische Tonsteine.
Literatur: ALLEMANN, F. & BLASER, R. (1951): Vorläufige Mitteilung über die Flyschbildungen im Fürstentum Liechtenstein.- Eclogae geologicae Helvetiae, 43: 187-200; Basel.
EGGER, H. & SCHWERD, K. (2008): Stratigraphy and sedimentation rates of Upper Cretaceous deep-water systems of the Rhenodanubian Group (Eastern Alps, Germany).- Cretaceous Research, 29: 405-416; Amsterdam.
KRAUS, E. (1955): Struktur und Bild der Allgäuer Alpen.- Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft, 105: 564, Hannover.
HESSE, R. & STEPHAN, W. (1991): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000, Blatt Nr. 8234 Penzberg.- 315 S.; München (Bayer. Geol. Landesamt).
HÖFLE, H.-C. & KUHNERT, C. (1969): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000, Blatt Nr. 8331 Bayersoien.- 122 S.; München (Bayer. Geol. Landesamt).
PREY, S. (1950): Geologie der Flyschzone im Gebiete des Pernecker Kogels westlich Kirchdorf a. d. Krems (Oberösterreich).- Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, 94: 93-165; Wien.
RAD, von U. (1972): Zur Sedimentologie und Fazies des Allgäuer Flysches.- Geologica Bavarica, 66: 92-147; München (Bayer. Geol. Landesamt).
RICHTER, M. (1955): Neue Ergebnisse der Flyschforschung in den nördlichen Kalkalpen.- Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft, 105: 544-546; Hannover.
Autor des Datenblattes: Teipel, U. & Schwerd, K.
Erstellt am: 06.07.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.01.2013
Änderung Datensatz: 22.01.2013


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Litholex Recherche vom 24.07.2017, 10:50:38.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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