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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Seisenburg-Formation
ID: 2008135
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: BLÜHER (1935) (Erstbeschreibung); TOLLMANN (1985) (Namensgebung)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Rhenodanubische Gruppe
Chronostratigraphie: Untercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Santonium (Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Oberconiacium (Coniacium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Mittelconiacium (Coniacium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Bunte Zwischenschichten (FINK 1903), Obere Bunte Mergel und Schiefer bzw. Obere Bunte Mergel (BLÜHER 1935), Obere Bunte Schiefer (PREY 1950), Seisenburger Schichten (TOLLMANN 1985).
Lithologie: Die Seisenburg-Formation besteht aus einer plattig bis dünnbankigen Abfolge von roten, grünen und grauen, teils siltig-sandigen Ton- und Tonmergelsteinen, die im überwiegenden Teil der Abfolge mit nur cm-mächtigen Silt- und Sandsteinbänken sowie stellenweise kieseligen, überwiegend lutitischen Kalksteinbänken wechsellagern können.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Eine eindeutige Liegendgrenze der Seisenburg-Formation über der Reiselsberg-Formation ist meist nur östlich des Inns definierbar. Nach W verzahnt die Seisenburg-Formation zunehmend mit der Piesenkopf-Formation.
Fehlt die Reiselsberg-Formation unter der Seisenburg-Formation ist eine lithologische Trennung zwischen Letzterer und den unterlagernden Unteren Bunten Mergeln kaum mehr möglich.
Hangendgrenze: Die Seisenburg-Formation wird von der Piesenkopf-Formation, in der Oberstdorfer Decke stellenweise auch von der Kalkgraben-Formation überlagert.
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: In Bayern bis 30 m, in Österreich bis 50 m.
Typusprofile, etc.: Ein Typusprofil ist nicht definiert.
Die Typusregion liegt zwischen Alm- und Kremstal bei Kirchdorf an der Krems (Oberösterreich).
Die Seisenburg-Formation ist zusammenhängend überwiegend östlich des Inns bekannt (EGGER 1993); westlich des Inns kommt sie z. B. im Aufacker-Gebiet (TK Nr. 8332 Unterammergau) vor.
W des Inns sind Aufschlüsse von lithologisch der Seisenburg-Formation ähnlichen Gesteinen innerhalb der Piesenkopf-Formation beschrieben:
z. B. auf der E-Seite des Jenbachtales bei 620 m ü. NN SSE Bad Feilnbach (TK Nr. 8238 Neubeuern; PFLAUMANN 1973); in einem südlichen Seitengraben der Großen Gaißach ESE Bad Tölz (TK Nr. 8235 Bad Tölz; HESSE & SCHWERD in Vorb.); im Wischetsgraben und im Murnerbach (auf ca. 905 m ü. NN) im oberen Steinbachtal SSE Bad Heilbrunn (TK Nr. 8234 Penzberg; HESSE & STEPHAN 1991); im Röthenbach (auf ca. 935 m ü. NN) im Halblech-Gebiet E Füssen (HÖFLE & KUHNERT 1969; von RAD 1972).
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Alpen
Verbreitung (Ergänzung): Östliches Oberbayern bis Niederösterreich.
Zeitgleiche Einheiten: Westlich des Inns verzahnen sich die Gesteine der Seisenburg-Formation nach W mit der Piesenkopf-Formation und werden von dieser zunehmend ersetzt (EGGER & SCHWERD 2008).
Alterseinstufung: Biostratigraphie: Kalknannoplankton Zone CC14 bis CC18b (EGGER & SCHWERD 2008).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Die Formation ist benannt nach der Ruine Seisenburg NW Kirchdorf an der Krems (Oberösterreich).
Sie kommt in der Sigiswanger und der Oberstdorfer Decke vor.
Fazies: Hemipelagische Tonsteine und Tiefwasser-Turbidite (CORB, Cretaceous oceanic red beds).
Literatur: BLÜHER, H.-J. (1935): Molasse und Flysch am bayerischen Alpenrand zwischen Ammer und Murnauer Moos.- Abh. der Geol. Landesuntersuchung am Bayer. Oberbergamt, 16: 7-55; München.
EGGER, H. (1993): Zur Nannoplankton-Stratigraphie der Seisenburger Schichten (Coniac? – frühes Campan) in der Rhenodanubischen Flyschzone (Ostalpen) östlich des Inn.- Zitteliana, 20: 59-65; München.
EGGER, H. & SCHWERD, K. (2008): Stratigraphy and sedimentation rates of Upper Cretaceous deep-water systems of the Rhenodanubian Group (Eastern Alps, Germany).- Cretaceous Research, 29: 405-416; Amsterdam.
FINK, W. (1903): Der Flysch des Tegernseer Gebietes mit besonderer Berücksichtigung des Erdölvorkommens.- Geognostische Jahreshefte 16, München.
HESSE, R. & SCHWERD, K. (in Vorb.): Rhenodanubischer Flysch.- In: HAHN, T., HESSE, R. & SCHWERD, K.: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000, Blatt Nr. 8235 Bad Tölz; Augsburg (Bayerisches Landesamt für Umwelt).
HESSE, R. & STEPHAN, W. (1991): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000, Blatt Nr. 8234 Penzberg.- 315 S.; München (Bayer. Geol. Landesamt).
HÖFLE, H.-C. & KUHNERT, C. (1969): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25 000, Blatt Nr. 8331 Bayersoien.- 122 S.; München (Bayer. Geol. Landesamt).
PFLAUMANN, U. (1973): Flysch-Zone.- In: WOLFF, H.: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000, Blatt Nr. 8238 Neubeuern.- 116-134; München (Bayer. Geol. Landesamt).
PREY, S. (1950): Geologie der Flyschzone im Gebiete des Pernecker Kogels westlich Kirchdorf a. d. Krems (Oberösterreich).- Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, 94: 93-165; Wien.
RAD, U. von (1972): Zur Sedimentologie und Fazies des Allgäuer Flysches.- Geologica Bavarica, 66: 92-147; München (Bayer. Geol. Landesamt).
TOLLMANN, A. (1985): Geologie von Österreich. Band 2: Außerzentralalpiner Anteil.- 710 S.; Wien (Franz Deuticke).
Autor des Datenblattes: Teipel, U. & Schwerd, K.
Erstellt am: 06.07.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.01.2013
Änderung Datensatz: 22.01.2013


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Litholex Recherche vom 23.08.2017, 02:27:35.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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