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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Hellkofen-Formation
ID: 2008125
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Brunhuber (1900)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Danubische Kreide-Gruppe
Chronostratigraphie: Oberkreide (Kreide, Mesozoikum)
Coniacium (Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Hellkofener Kreidemergel, Hellkofener Mergel (Brunhuber 1900, 1917), Cardienton, Neukirchener Ocker (Lehner 1924, 1933), Weilloher Mergel (Oschmann 1958), Tonmergel, Zwischenmergel (Unger 1984: 222), Cardienton, Cardien-Mergel, Weilloher Mergel, Kalkmergel, Zwischenmergel (Meyer 1989, 2000). Zu weiterer Synonymie siehe Niebuhr et al. (2009).
Lithologie: weich-plastische, blaugraue bis gelblichbraune, schwach glaukonitische Tonmergel bis dunkle Kalkmergelsteine, teilweise dünnplattig, nur partiell sandig. Charakteristisch sind helle Glimmerplättchen, die meist schon mit dem bloßen Auge sichtbar sind.
Untergeordnete Einheit: aufgrund der großen lateralen Verbreitung sind die tonig-mergeligen Sedimente unter zwei verschiedenen Namen bekannt, die hiermit den Member-Status erhalten.
Weillohe-Member = Mergel und Kalkmergelsteine in der Umgebung von Regensburg–Kelheim.
Cardienton-Member = weich-plastische Tonmergel und mergelige Tone mit eingelagerten Feinsandsteinen zwischen Auerbach / Oberpfalz, Sulzbach–Rosenberg, Amberg und in der Bodenwöhrer Senke, lokal mit limonitischer Grenzbank, einer harten, braunen limonitischen Sandsteinbank von 15-20 cm, an der Basis.
Liegendgrenze: konkordant mit scharfem, lithologischen Schnitt auf den kalkigen Sandsteinen und bioklastischen Kalkareniten der Großberg-Formation und den Sanden und Sandsteinen des Seugast-Members der Roding-Formation. Westlich von Passau in der Bohrung Ortenburg B 1 überlagert die Hellkofen-Formation (als „Tonmergel“ und „Zwischenmergel“; Unger 1984: 222) das Buchleiten-Member der Sandbach-Formation.
Hangendgrenze: in der Bodenwöhrer Senke und westlich von Passau konkordant mit scharfem, lithologischen Schnitt von den Glaukonit- und Glimmer-haltigen Sandsteinen der Jeding-Formation, bei Sulzbach–Rosenberg und Amberg auch von den terrestrischen Glimmersanden und -arkosen der Hessenreuth-Formation überlagert. Südlich von Regensburg streicht die Hellkofen-Formation unter der Molasse aus und ist nur noch aus Bohrungen bekannt. Dort stellen kalkig gebundene Sandsteine das Hangende, die nicht mehr der Danubischen Kreide-Gruppe zugeordnet werden.
Mittlere Mächtigkeit: Die Hellkofen-Formation wird südlich von Regensburg über 115 m mächtig (Brunhuber 1900), das Weillohe-Member im unteren Abschnitt erreicht davon 12-30 m (Oschmann 1958). Das Cardienton-Member der Bodenwöhrer Senke wird bis zu 45 m mächtig, im Umkreis von Auerbach–Amberg erreicht es 34 m (Meyer 1996, 2000). Westlich von Passau in der Bohrung Ortenburg B 1 wird die Hellkofen-Formation (als „Tonmergel“ und „Zwischenmergel“; Unger 1984: 222) 30-40 m mächtig.
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Das Typusprofil des Weillohe-Members der Hellkofen-Formation, bei Weidich (1987: 442) abgebildet, liegt in einer Dolinen-artigen Grube im Wald südlich von Weillohe (TK 25: 7038 Bad Abbach). Als Referenzprofile für das Cardienton-Member können folgende Bohrungen gelten: Jeding 1986 (TK 25: 6538 Schmidgaden) zwischen 4,70 m und 34,80 m Teufe und Taxöldern 1/87 (TK 25: 6639 Wackersdorf) zwischen 2 und 45,50 m Teufe (vgl. Meyer 1989).
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Bayern (Regierungsbezirk Oberpfalz, Niederbayern)
Zeitgleiche Einheiten: In der Danubischen Kreide-Gruppe sind die Glimmer-Glaukonit-Sandsteine der Jeding-Formation, die Sandbach-Formation bei Passau und vermutlich das (mittlere) Friedersreuth-Member der terrestrischen Hessenreuth-Formation mit der Hellkofen-Formation zeitgleich. Alle vier genannten lithostratigraphischen Einheiten zeichnen sich durch deutliche Glimmer-Gehalte aus.
Alterseinstufung: Biostratigraphie: Biostratigraphisch relevante Makrofossilien wurden bisher aus der Hellkofen-Formation nicht nachgewiesen. Mittels Foraminiferen (Ziegler 1957; Weidich 1987; Korsitzke 1995) ergibt sich ein unterconiacisches Alter.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: nach dem eingemeindeten Ortsteil Hellkofen der Gemeinde Aufhausen im Regierungsbezirk Oberpfalz (Bayern).
Environment: flachmarine Sedimente des inneren bis mittleren Schelfes. Im Cardienton-Member der Bodenwöhrer Senke ist aufgrund der Mikrofauna eine „stellenweise Verbrackung“ (Ziegler 1957: 61) nicht auszuschließen.
Fossilien: Lagenweise ist Muschelschill und Pflanzenhäcksel zu finden, dazu gesellen sich kleinwüchsige Gastropoden und Scaphopoden einer typischen Weichbodenfauna.
Literatur: Brunhuber, A. (1900): Geologische Neuigkeiten. 1. Tertiär im Untergrund der Zuckerfabrik, 2. Hellkofener Kreidemergel. – Ber. Naturwiss. Ver. Regensburg, 7: 120-128; Regensburg.
Brunhuber, A. (1917): Die geologischen Verhältnisse von Regensburg und Umgebung. – Naturwiss. Ver. Regensburg: 107 S.; Regensburg.
Korsitzke, H.-D. (1995): Planktonische Foraminiferen der Oberkreide (Cenoman–Campan) am nördlichen Tethysrand (süddeutscher Molasse-Untergrund, Regensburger Kreide) – Systematik, Stratigraphie sowie Palökologie der Foraminiferengesamtfauna. – Documenta naturae, 92: 274 S.; München.
Lehner, L. (1924): Die Gliederung der fränkischen albüberdeckenden Kreide. – Cbl. Min. Geol. Pal., 6: 176-181; Stuttgart.
Lehner, L. (1933): Der Neukirchener Ocker. Studien über die fränkische albüberdeckende Kreide, I. – Cbl. Min. Geol. Pal., Abt. B, 4: 210-217; Stuttgart.
Meyer, R.K.F. (1989): Die Entwicklung der Kreide-Sedimente im Westteil der Bodenwöhrer Senke. – Erlanger geol. Abh., 117: 53-96; Erlangen.
Meyer, R.K.F. (2000): Außeralpine Kreide in Süddeutschland (Regensburger Kreide). – In: Stratigraphische Kommission Deutschland (Ed.), Stratigraphie von Deutschland III. Die Kreide der Bundesrepublik Deutschland. Courier Forschungsinst. Senckenberg, 226: 141-147; Frankfurt.
Niebuhr, B., Pürner, T. & Wilmsen, M. (2009): Lithostratigraphie der außeralpinen Kreide Bayerns. – SDGG, 65: 7-58; Hannover.
Oschmann, F. (1958): Geologische Karte von Bayern 1:25000, Erläuterungen zum Blatt Nr. 7038 Bad Abbach. – 184 S.; München (BGL).
Unger, H.J. (1984): Geologische Karte von Bayern 1 : 50 000. Erläuterungen zum Blatt Nr. L 7545 Griesbach im Rottal. – 245 S.; München (BGL).
Weidich, F. (1987): Neue stratigraphische Ergebnisse aus der Süddeutschen Kreide, 2: Die Weillohe-Mergel (Coniac) im Golf von Regensburg. – N. Jb. Geol. Paläont., Mh., 1987 (7): 440-448; Stuttgart.
Ziegler, J.H. (1957): Die Fauna des Cardientones der Oberpfalz und die Bedeutung der Foraminiferen für die Altersbestimmung (Coniac). – Geol. Bavarica, 30: 55-87; München (BGL).
Autor des Datenblattes: Niebuhr, B., Pürner, T. & Wilmsen, M.
Erstellt am: 22.09.2009
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 30.10.2009
Änderung Datensatz: 30.10.2009


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Litholex Recherche vom 26.07.2017, 00:49:54.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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