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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Heimburg-Formation
ID: 2008112
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Schroeder (1927)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: keine
Chronostratigraphie: Obersantonium (Santonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Heimburg-Schichten, Schichten mit Marsupites ornatus und Actinocamax granulatus (Gonioteuthis granulata) (Schroeder 1927), Heimburg-Blankenburg-Folge (Jubitz 1957), Heimburg-Entwicklung (Ulbrich 1970), Heimburg-Formation (Niebuhr et al. 2007).
Lithologie: Kalkig zementierte, fossilreiche Feinsandsteine und untergeordnet sandige Mergel bilden die gut abgrenzbare Heimburg-Formation. Am Harznordrand treten auch dünne Konglomeratlagen auf (überwiegend mit aufgearbeiteten Trias- und Kreide-Sedimenten). Charakteristisch sind sehr feste, bis 30 cm mächtige Kalksandsteinbänke und kugelige frühdiagenetische Konkretionen von 10 cm bis 2 m Durchmesser. Nach Westen gehen die Kalksandsteine in sandige Mergel und mergelige bioturbate Sandsteine über.
Untergeordnete Einheit: keine
Liegendgrenze: Konkordant auf Heidelberg-Formation oder winkeldiskordant-transgressiv auf älteren Schichten (am Harznordrand von Heidelberg-Formation bis Keuper).
Hangendgrenze: Konkordante Überlagerung durch die Blankenburg-Formation (Jubitz 1957) oder winkeldiskordant durch die Ilsenburg-Formation (Schroeder 1927, Voigt et al. 2004).
Mittlere Mächtigkeit: Die Heimburg-Formation ist im unterirdischen Stollen Harzwerk mit knapp 40 m Mächtigkeit vollständig aufgeschlossen (Jubitz 1957).
Maximale Mächtigkeit: Die maximale aufgeschlossene Mächtigkeit liegt bei etwa 60 m (temporärer Aufschluss und Relief am Papenberg bei Blankenburg). Aus der Geometrie der Blankenburger Mulde ergibt sich eine Maximalmächtigkeit von bis zu 200 m.
Typusprofile, etc.: Typusregion ist der Ostteil der Subherzynen Kreidemulde zwischen Benzingerode und Blankenburg (TK 25: 4131 Derenburg, 4231 Blankenburg). Typusprofil ist der unterirdische Stollen des Harzwerkes (Klosterwerk, Jubitz 1957) in Blankenburg (TK 25: 4131 Derenburg), in dem die vollständige Heimburg-Formation mit konkordantem Liegendkontakt zur Heidelberg-Formation und konkordantem Hangendkontakt zur Blankenburg-Formation aufgeschlossen ist (Jubitz 1957).
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen-Anhalt
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland, Börden am Fuß der Mittelgebirge
Verbreitung (Ergänzung): Östliche Subherzyne Kreidemulde, auf das Gebiet zwischen Benzingerode, Heimburg und Blankenburg beschränkt.
Zeitgleiche Einheiten: In der Subherzynen Kreidemulde geht die Heimburg-Formation nach Westen allmählich in sandige Mergel der Emscher-Formation über.
Alterseinstufung: Biostratigraphie: Die Heimburg-Formation liegt vollständig in der Marsupites testudinarius-Zone bzw. in der unteren Sphenoceramus patootensiformis-Zone, Obersantonium, die bereits in der obersten Heidelberg-Formation nachweisbar ist.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: nach der Ortschaft Heimburg am Nordrand des Harzes (Sachsen-Anhalt).

Die Heimburg-Formation setzt mit einer ausgeprägten Transgression über steilgestellten mesozoischen Sedimenten nördlich der Harznordrandstörung ein.

Fossilien: sehr fossilreich – Bivalven (zahlreich), Gastropoden, Belemniten, Ammoniten, Korallen, Rudisten, Wirbeltierreste, zahlreiche gut erhaltene Pflanzenreste (Credneria).
Literatur: Erdmannsdörfer, O. H., Fliegel, G. & Schroeder, H. (1930): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Preußen und benachbarten Ländern. Blatt Blankenburg, Nr. 2380. – 69 S., Berlin.
Jubitz, K.-B. (1957): Stratigraphie und Tektonik der Aufrichtungszone und des Vorlandes. – Exkursionsführer Geol. Ges. DDR, 26.-29. April 1957 in Wernigerode, 5–37, Berlin.
Niebuhr, B., Hiss, M., Kaplan, U., Tröger, K.-A., Voigt, S., Voigt, T., Wiese, F. & Wilmsen, M. (2007): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – SDGG, 55: 136 S., Hannover.
Patzelt, G. (2000): Probleme der Fazies, Milieuinterpretation und Paläotektonik des höheren Santons im Subherzyn. – Z. geol. Wiss., 28 (3/4): 425–439, Berlin.
Schroeder, H. (1927): Obere Kreide. – In: Schroeder, H. & Dahlgrün, F. (Hrsg.): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Preußen und benachbarten Ländern. Blatt Derenburg, Nr. 2306: 1–81, Berlin.
Schroeder, H. (1929): Die Beziehungen von Emscher und Senon zur Aufrichtungszone und zum Harze zwischen Thale und Wernigerode. – Jb. Preuß. Geol. Landesanst., 49 (1928), Teil II: 1267–1334, Berlin.
Stolley, E. (1916): Neue Beiträge zur Kenntnis der norddeutschen Oberen Kreide. Teil I-IV. – Jber. Niedersächs. Geol. Ver., 9: 69–108, Hannover.
Tröger, K.-A. (2000): Sachsen-Anhalt, östliche Subherzyne Kreide. – In: Stratigraphische Kommission Deutschlands (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland III. Die Kreide der Bundesrepublik Deutschland. Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 226: 109–117, Frankfurt.
Ulbrich, H.( 1970): Mitteilungen zur Stratigraphie des Santon und Campan des mittleren Teils der Subherzynen Kreidemulde. – Freiberger Forschungsh. C 267: 47–71, Leipzig.
Voigt, E. (1929): Die Lithogenese der Flach- und Tiefwassersedimente des jüngeren Oberkreidemeeres. – Jb. Hallescher Verb., Erforsch. mitteldt. Bodenschätze, N.F., 8: 136 S., Halle.
Voigt, T., Eynatten, H. von & Franzke, H.-J. (2004): Late Creatceous unconformities in the Subhercynian Cretaceous Basin (Germany). – Acta Geol. Pol., 54 (4): 637–694, Warschau.
Voigt, T., Wiese, F., Eynatten, H., Franzke, H.-J., Gaupp, R. (2006): Facies evolution of syntectonic Upper Cretaceous Deposits in the Subhercynian Cretaceous Basin and adjoining areas (Germany). – Z. dt. Ges. Geowiss., 157 (2): 203–244, Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Voigt, T. & Tröger, K.-A.
Erstellt am: 17.04.2008
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.04.2008
Änderung Datensatz: 22.04.2008
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Litholex Recherche vom 17.10.2017, 09:38:33.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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