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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Salzberg-Formation
ID: 2008109
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Schroeder & Dahlgrün (1927)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: keine
Chronostratigraphie: Mittelsantonium (Santonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Salzberggestein (Stolley 1916), Übergangsbildungen zwischen oberen Emscher und Granulatensenon, Salzbergmergel (Voigt 1929), Schichten mit Inoceramus cardissoides und Inoceramus lobatus = Salzbergschichten (Schroeder & Dahlgrün 1927, Berger 1967), Salzberg-Formation (Niebuhr et al. 2007).
Lithologie: Die Salzberg-Formation besteht aus sandigen Mergeln und kalkig zementierten Feinsandsteinen, die häufig sehr fossilreich sind. Charakteristisch sind sehr feste, bis 30 cm mächtige Kalksandsteinbänke. Im gut dokumentierten Profil am Salzberg wurden durch Berger (1967) mehrere 5-10 m mächtige coarsening-upward-Zyklen dokumentiert, die mit Mergeln einsetzen und über Feinsandsteine bis in Grobsandsteine übergehen können. Am Harznordrand treten auch dünne Konglomeratlagen auf (überwiegend mit aufgearbeiteten Trias- und Kreide-Sedimenten).
Untergeordnete Einheit: keine
Liegendgrenze: Die Salzberg-Formation liegt konkordant auf der Emscher-Formation und der Halberstadt-Formation oder winkeldiskordant-transgressiv auf älteren Schichten (wachsender Hiatus am Harznordrand von Mittelconiac bis Keuper in Ost-West-Richtung). Die Basisgrenze wird mit dem Einsetzen der ersten Kalksandsteinbänke gezogen.
Hangendgrenze: Heidelberg-Formation
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: etwa 200 m
Typusprofile, etc.: Typusregion ist der Ostteil der Subherzynen Kreidemulde (TK 25: 4131 Derenburg, 4132 Blankenburg, 4232 Quedlinburg, 4233 Ballenstedt). Es existiert kein Typusprofil, in der die Unter- und Obergrenze der Salzberg-Formation aufgeschlossen ist. Das beste Referenzprofil liegt am namensgebenden Salzberg westlich von Quedlinburg, Sachsen-Anhalt (TK 25: 4232 Quedlinburg). Aufgeschlossen ist nur ein kleiner, sandreicher Abschnitt (25 m aus dem mittleren Abschnitt). Kleinere Aufschlüsse entlang des Salzberges lassen aber eine Rekonstruktion der Gesamtsituation zu. Ein vollständiges Referenzprofil liegt in der Bohrung Quedlinburg 1/79 vor (eingelagert im Kernlager des LFUG Sachsen-Anhalt in Halle), in der die Salzberg-Formation konkordant die Emscher-Formation überlagert.
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen-Anhalt
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland, Börden am Fuß der Mittelgebirge
Verbreitung (Ergänzung): Östliche Subherzyne Kreidemulde
Zeitgleiche Einheiten: Im zentralen und westlichen Teil der Subherzynen Kreidemulde wird zeitgleich die Emscher-Formation abgelagert. Die stratigraphischen Verhältnisse zur gröber ausgebildeten Sudmerberg-Formation am nordwestlichen Harzrand sind unklar (vermutlich keine direkte Verzahnung).
Alterseinstufung: Biostratigraphie: Die Salzberg-Formation umfasst das Mittelsantonium. Die Basis in den konkordanten Beckenprofilen ist jedoch nur selten aufgeschlossen und könnte deshalb möglicherweise untersantone Anteile enthalten. Biostratigraphisch umfasst die Salzberg-Formation die Gonioteuthis westfalica-Zone und die Inoceramen-Assoziation Cordiceramus cordiformis / Sphenoceramus pachti / cardissoides.

Sequenzstratigraphie: Die Salzberg-Formation setzt mit einer Transgression ein, die mit einer Verringerung der Korngröße im Vergleich zur Halberstadt-Formation einhergeht. Am Harzrand ist die Anhebung des Basisniveaus durch die transgressive Überlagerung einer Erosionsfläche direkt sichtbar. Der höhere Teil der Salzberg-Formation gehört zum highstand systems tract einer Sequenz, die noch die Heidelberg-Formation umfasst.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: nach dem Salzberg westlich von Quedlinburg (Sachsen-Anhalt).Fossilien: Die Salzberg-Formation ist fossilreich. Die Makrofauna besteht aus Brachiopoden (selten, in den mergeligen Abschnitten), Bryozoen, Serpuliden, Bivalven (sehr häufig), Gastropoden, Dentalien, Belemniten (sehr selten), Ammoniten (selten), Nautiliden (sehr selten) und Krebsresten. Die Ichnofauna wird durch Thalassinoides repräsentiert. Es überwiegen die Bivalven, die in einzelnen Kalksandstein-Bänken über 95 % der Gesamtfauna ausmachen. Bezeichnende Arten sind: Glycymeris geinitzi, Pterotrigonia glaciana, Lima canalifera, Chlamys virgatus, Entolium membranaceum, Liopistha aequivalvis und Goniomya designata (Schroeder & Dahlgrün 1927, Tröger & Voigt 2004).Abgrenzungsprobleme: Die Salzberg-Formation geht lateral ohne scharfe Grenze in die sandigen Mergel der Emscher-Formation über. Der südliche Teil der Subherzynen Kreidemulde wurde noch nicht durchteuft, so dass die Ausbildung in diesem Bereich offen bleibt.
Literatur: Berger, D. (1967): Zur Lithogenese der Salzbergschichten (Santon) bei Quedlinburg. – Hall. Jb. Mitteldt. Erdgesch., 8 (1966): 57–66, Halle.
Burmester, L. (1916): Die Molluskenfauna des Salzberges. – Jb. Preuß. Geol. Landesanst., 1915, 35 (II): 1–36, Berlin.
Niebuhr, B., Hiss, M., Kaplan, U., Tröger, K.-A., Voigt, S., Voigt, T., Wiese, F. & Wilmsen, M. (2007): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – SDGG, 55: 136 S., Hannover.
Riedel, L. (1938): Die Salzbergmergel und ihre Äquivalente in Westfalen. – Jb. Preuß. Geol. Landesanst., 58: 207–229, Berlin.
Schroeder, H. (1909): Unterer Emscher am Harzrand zwischen Blankenburg und Thale. – Abh. Preuß. Geol. Landesanst., N.F., 56: 59–64, Berlin.
Schroeder, H. (1929): Die Beziehungen von Emscher und Senon zur Aufrichtungszone und zum Harze zwischen Thale und Wernigerode. – Jb. Preuß. Geol. Landesanst., 49 (1928), Teil II: 1267–1334, Berlin.
Schroeder, H. & Dahlgrün, F. (1927): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Preußen und benachbarten Ländern. Blatt Derenburg, Nr. 2306. – 81 S, Berlin.
Stolley, E. (1916): Neue Beiträge zur Kenntnis der norddeutschen Oberen Kreide. Teil I-IV. – Jber. Niedersächs. Geol. Ver., 9: 69–108, Hannover.
Tröger, K.-A. (2000): Sachsen-Anhalt, östliche Subherzyne Kreide. – In: Stratigraphische Kommission Deutschlands (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland III. Die Kreide der Bundesrepublik Deutschland. Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 226: 109–117, Frankfurt.
Tröger, K.-A. & Voigt, T. (2004): Der Salzberg (Salzbergschichten; Mittelsanton). – In: Mutterlose, J. & Steffahn, J. (Hrsg.): Exkursionsführer: Die Kreide des Subherzynen und östlichen Niedersächsischen Beckens. Bochumer geowiss. Arb., 4: 22–25, Bochum.
Voigt, E. (1929): Die Lithogenese der Flach- und Tiefwassersedimente des jüngeren Oberkreidemeeres. – Jb. Hallescher Verb., Erforsch. mitteldt. Bodenschätze, N.F., 8: 136 S., Halle.
Voigt, T., Wiese, F., von Eynatten, H., Franzke, H.-J., Gaupp, R. (2006): Facies evolution of syntectonic Upper Cretaceous Deposits in the Subhercynian Cretaceous Basin and adjoining areas (Germany). – Z. dt. Ges. Geowiss., 157 (2): 203–244, Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Voigt, T. & Tröger, K.-A.
Erstellt am: 17.04.2008
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.04.2008
Änderung Datensatz: 22.04.2008
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Litholex Recherche vom 28.07.2017, 08:36:40.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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