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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Schrammstein-Formation
ID: 2008106
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Prescher (1981)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Elbtal-Gruppe
Chronostratigraphie: Unterconiacium (Coniacium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Oberturonium (Turonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Oberer Quader, Oberquader, Obere Quadersandsteine (Geinitz 1849–1850), Sandstein Stufe d und e (Lamprecht 1927, Seifert 1955), Herrenleite-Sandstein (Andert 1928), Schrammstein-Schichten, Rathewalde-Schichten (Prescher 1981), Schrammstein-Formation (Niebuhr et al. 2007).
Lithologie: Mittel- bis grobkörnige, kieselig zementierte Quarzsandsteine, die massiv bis dickbankig ausgebildet sind. Gelegentlich treten schräggeschichtete, bioturbate Feinsandsteine und konglomeratische Sandsteine auf. Zum Beckeninneren bei Pirna sind geringmächtige Tone und Mergel eingeschaltet.
Untergeordnete Einheit: Im Elbsandsteingebirge kann die Schrammstein-Formation in die Sandsteinhorizonte d (40-60 m, massive, gelegentlich schräggeschichtete Sandsteine, mittel- bis grobkörnig) und e (> 80 m, dickbankige, häufig schräggeschichtete oder bioturbate, mittelkörnige Sandsteine) und die Horizonte ?3 und ??? (jeweils 1-4 m, dünngebankte, häufig schräggeschichtete Sandsteine, fein- bis mittelkörnig, gelegentlich siltig, teilweise bioturbat) untergliedert werden. Zwischen Rathen und Pirna werden die Einheiten traditionell in den Zeichener Ton (4-6 m, graue Tonsteine, bioturbat, selten Mergel), Herrenleite-Sandstein (20-50 m, dickbankige Sandsteine, Basis mit Tonlagen, massiv oder schräggeschichtet, häufig Rinnenstrukturen, wandbildend), Brausnitzbach-Mergel (20-30 m, sandige Mergel, glaukonitisch, fossilreich) und Zatzschke-Mergel (> 60 m, sandige Mergel, glaukonitisch, fossilreich) unterteilt (Seifert 1955, Tröger 1997).
Liegendgrenze: Im Elbsandsteingebirge die Postelwitz-Formation mit Sandstein c3, in der Umgebung von Pirna die Postelwitz-Formation mit dem Oberquader.
Hangendgrenze: erosiv gekappt
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: mehr als 140 m
Typusprofile, etc.: Das Typusprofil, der natürliche Aufschluss der Schrammsteine, liegt östlich von Bad Schandau (TK 25: 5050 Bad Schandau) und schließt die Schrammstein-Formation von der Basis bis zum Sandstein e in etwa 95 m Mächtigkeit auf. Am benachbarten Großen Winterberg (TK 25: 5050 Bad Schandau) erreicht die Schrammstein-Formation ihre maximale Mächtigkeit von 140 m. Als Referenzprofile können die Übergangsfazies mit ihren kleineren Einheiten zwischen Wehlen und Pirna-Zeichen gelten, die am nördlichen Elbhang und in den nördlichen Seitentälern der Elbe vollständig aufgeschlossen sind. Kernproben und Fossilien der Bohrungen sind im Kernmagazin des Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie, Freiberg, eingelagert.
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Sudeten, Elbsandsteingebirge
Verbreitung (Ergänzung): Elbsandsteingebirge und Umgebung von Pirna
Zeitgleiche Einheiten: Der Schrammstein-Formation entsprechen die Strehlen- und Lückendorf-Formationen sowie die teplické souvrství (Teplice-Formation) und die unteren Teile der brezenské souvrství (Brezno-Formation) in der Tschechischen Republik.
Alterseinstufung: Biostratigraphisch verwertbare Fauna wurde aus dem Herrenleite-Sandstein, dem Sandstein d und dem Sandstein e nur punktförmig bekannt (Häntzschel 1928, Andert 1928, 1934, Seifert 1955, Tröger 1997). Eine Ausgliederung von Zonen und eine exakte Grenzziehung zwischen dem Turonium und Coniacium ist nicht möglich. Die Basis der Schrammstein-Formation bei Pirna, der Zeichener Ton, enthält eine Fauna des Oberturonium. In den höheren Teilen lässt sich lediglich die Cremnoceramus crassus- bzw. Inoceramus schloenbachi-Zone des Unterconiacium nachweisen.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: nach der Felsgruppe Schrammsteine im Elbsandsteingebirge bei Bad Schandau (Sachsen).

Fossilien: In der Schrammstein-Formation wurden neben dem Ammoniten Placenticeras d´orbignyanum noch folgende Inoceramen nachgewiesen: Mytiloides carpathicus, Inoceramus perplexus, Cremnoceramus inconstans und Cr. rotundatus.

Abgrenzungsprobleme: Mibus (1975) korrelierte lithostratigraphisch den Herrenleite-Sandstein der Schrammstein-Formation mit dem Quadersandstein c3 der Postelwitz-Formation des Elbsandsteingebirges. Nachfolgende sedimentologische Untersuchungen von Voigt (1995) machen allerdings die ursprüngliche Auffassung von Seifert (1955) wahrscheinlich, dass der Herrenleite-Sandstein dem Sandstein d der Schrammstein-Formation entspricht.
Literatur: Andert, H. (1928): Die Kreideablagerungen zwischen Elbe und Jeschken I. Das Elbsandsteingebirge östlich der Elbe. – Abh. Preuß. Geol. Landesanst., 112: 1–146, Berlin.
Andert, H. (1932): Die Kreidesandsteine von Hohnstein in der Sächsischen Schweiz. – Cbl. Min. Geol. Pal., B 5: 240-242, Stuttgart.
Andert, H. (1934): Die Kreideablagerungen zwischen Elbe und Jeschken, Teil III: Die Fauna der obersten Kreide in Sachsen, Böhmen und Schlesien. – Abh. Preuß. Geol. Landesanst., 159: 744 S., Berlin.
Geinitz, H.B. (1849–1850): Das Quadersandsteingebirge oder Kreidegebirge in Deutschland. – 292 S., Freiberg (Craz & Gerlach).
Geinitz, H.B. (1871–1875): Das Elbthalgebirge in Sachsen. Teil I - Der untere Quader. – Palaeontographica, 20 (I): 276 S., Teil II - Der mittlere und obere Quader. – Palaeontographica, 20 (II): 245 S., Cassel (Theodor-Fischer).
Häntzschel, W. (1928): Neue Aufschlüsse an der Lausitzer Hauptverwerfung bei Hohnstein (Sächs. Schweiz). – N. Jb. Min. Geol. Paläont., Beil., B 59: 80–116, Stuttgart.
Lamprecht, F. (1927): Schichtenfolge und Oberflächenformen im Winterberg-Gebiete des Elbsandsteingebietes. – Mitt. Ver. f. Erdkds.: 1–48, Dresden.
Mibus, H.P. (1975): Beitrag zur Kenntnis des Elbsandsteingebirges. – Abh. Staatl. Mus. Mineral. Geol., 22: 1–122, Dresden.
Niebuhr, B., Hiss, M., Kaplan, U., Tröger, K.-A., Voigt, S., Voigt, T., Wiese, F. & Wilmsen, M. (2007): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – SDGG, 55: 136 S., Hannover.
Prescher, H. (1981): Probleme der Korrelation des Cenomans und Turons in der Sächsischen und Böhmischen Kreide. – Z. geol. Wiss., 9 (4): 367–373, Berlin.
Seifert, A. (1955): Stratigraphie und Paläogeographie des Cenomans und Turons im sächsischen Elbtalgebiet. – Freiberger Forschungsh., C 14: 1–218, Berlin.
Tröger, K.-A. (1997): Mesozoisches Tafeldeckgebirge: Oberkreide. – In: Alexowsky, W., Wolf, L., Kurze, M. & Tröger, K.-A. (Hrsg.): Erläuterungen zu Blatt Pirna 5049: 27–44, Freiberg.
Voigt, T. (1995): Faziesentwicklung und Ablagerungssequenzen am Rand eines Epikontinentalmeeres. Die Sedimentationsgeschichte der Sächsischen Kreide. – Dissertationsschrift TU Bergakademie Freiberg: 130 S., Freiberg. [Unveröffentlicht]
Autor des Datenblattes: Tröger, K.-A. & Voigt, T.
Erstellt am: 17.04.2008
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.04.2008
Änderung Datensatz: 22.04.2008
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Litholex Recherche vom 23.10.2017, 17:16:07.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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