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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Schmilka-Formation
ID: 2008100
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Prescher (1981)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Elbtal-Gruppe
Chronostratigraphie: Mittelturonium (Turonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Unterturonium (Turonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Unterer Quadersandstein (Geinitz 1849–1850), Mittelquader, Cottaer Bildhauersandstein (Geinitz 1871–1875), labiatus-Quader (Wanderer 1909), Quadersandstein von Groß-Cotta, Cottaer Bildhauersandstein (Beck 1892), labiatus-Sandstein (Seifert 1955), Schmilkaer Schichten (Prescher 1981), Schmilka-Formation (Niebuhr et al. 2007)
Lithologie: Überwiegend kalkfreie Quarzsandsteine. Neben bioturbaten Feinsandsteinen im lateralen und vertikalen Übergang zur Brießnitz-Formation dominieren schräggeschichtete mittelkörnige Sandsteine, die nach Osten in massive, teilweise feinkonglomeratische Sandsteine übergehen.
Untergeordnete Einheit: Cottaer Bildhauersandstein = feinkörnige, vollständig bioturbate Quarzsandsteine mit Bankmächtigkeiten zwischen 0,50-3,5 m, selten schwach kalkig zementiert. Labiatus-Quadersandstein = mittel- bis grobkörnige Sandsteine mit ausgeprägten planaren Schrägschichtungen und massive, dickbankige Sandsteine. Beide untergeordnete Einheiten erhalten den Member-Status.
Liegendgrenze: Die Schmilka-Formation geht konkordant mit etwas unscharfer Grenze aus der Brießnitz-Formation hervor, die Basis wird an das Einsetzen gut sortierter Feinsandsteine gelegt. Die Schmilka-Formation überlagert im westlichen Elbsandsteingebirge diskordant variszischen Untergrund und karbonischen Granit.
Hangendgrenze: Konkordant überlagert durch die Räcknitz-Formation und die Postelwitz-Formation. Die Grenze zu sandigen Mergeln bzw. mergeligen Sandsteinen ist meist scharf.
Mittlere Mächtigkeit: nach Bohrungsergebnissen zwischen 55 und 125 m schwankend (Mibus 1975, Tonndorf 2000)
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Als Typusprofil wurden auflässige Steinbrüche (Teichsteinbrüche) im Elbtal bei Schmilka, Sachsen (TK 25: 5151 Reinhardtsdorf-Schöna) ausgewählt (Prescher 1981). Referenzprofile für den Cottaer Bildhauersandstein sind die Steinbrüche zwischen Pirna-Rottwerndorf und Cotta (mittlere und obere Teile der Schmilka-Formation); für den labiatus-Quadersandstein das obere Bielatal zwischen Schweizermühle und Ottomühle.
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Sudeten, Elbsandsteingebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Der höhere Teil der Brießnitz-Formation im Nordwesten des Sächsischen Kreidebeckens entspricht zeitlich der Schmilka-Formation. Die Fortsetzung der Schmilka-Formation in die nordböhmische Oberkreide stellt die belohorské souvrství (Bila-Hora-Formation) dar. Im Zittauer Gebirge entspricht ihr der tiefere Teil der Oybin-Formation.
Alterseinstufung: Eine reiche Inoceramen-Fauna gestattet die biostratigraphische Einstufung in das Unterturonium und basale Mittelturonium.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: nach der Ortschaft Schmilka in der Sächsischen Schweiz (Sachsen).

Fossilien: Während der Cottaer Bildhauersandstein recht reich an Fossilien ist, sind die Quadersandsteine relativ fossilarm. Häufiger sind neben inoceramiden Bivalven verschiedene Pinna- und Lima-Arten sowie Rhynchostreon suborbiculatum. Das Spurenfossil-Spektrum wird durch Thalassinoides und Ophiomorpha dominiert.

Environment: Die Schmilka-Formation wurde in einem offen marinen, strömungsgeprägten Milieu abgelagert (Voigt 1999). Die schräggeschichteten und am unmittelbaren Beckenrand konglomeratischen Küstensande (labiatus-Quadersandstein) gehen beckenwärts allmählich in bioturbate Feinsande des Vorstrandes (Cottaer Bildhauersandstein) über. Die Ablagerungsbedingungen wurden gelegentlich durch Stürme modifiziert.
Literatur: Beck, R. (1892): Erläuterungen zur geologischen Spezialkarte von Sachsen, Blatt 83, Section Pirna. 1. Aufl. – 120 S., Leipzig.
Geinitz, H.B. (1849–1850): Das Quadersandsteingebirge oder Kreidegebirge in Deutschland. – 292 S., Freiberg (Craz & Gerlach).
Geinitz, H.B. (1871–1875): Das Elbthalgebirge in Sachsen. Teil I - Der untere Quader. – Palaeontographica, 20 (I): 276 S., Teil II - Der mittlere und obere Quader. – Palaeontographica, 20 (II): 245 S., Cassel (Theodor-Fischer).
Mibus, H.P. (1975): Beitrag zur Kenntnis des Elbsandsteingebirges. – Abh. Staatl. Mus. Mineral. Geol., 22: 1–122, Dresden.
Niebuhr, B., Hiss, M., Kaplan, U., Tröger, K.-A., Voigt, S., Voigt, T., Wiese, F. & Wilmsen, M. (2007): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – SDGG, 55: 136 S., Hannover.
Prescher, H. (1981): Probleme der Korrelation des Cenomans und Turons in der Sächsischen und Böhmischen Kreide. – Z. geol. Wiss., 9 (4): 367–373, Berlin.
Seifert, A. (1955): Stratigraphie und Paläogeographie des Cenomans und Turons im sächsischen Elbtalgebiet. – Freiberger Forschungsh., C 14: 1–218, Berlin.
Tonndorf, H. (2000): Die Uranlagerstätte Königstein. – Bergbau in Sachsen, 7: 208 S., Freiberg (Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie).
Tröger, K.-A. (2001): Mesozoisches Tafeldeckgebirge: Oberkreide. – In: Alexowsky, W., Schneider, J.W., Tröger, K.-A. & Wolf, L. (Hrsg.): Erläuterungen zu Blatt 4948 Dresden, 4. Auflage: 41–64, Freiberg.
Voigt, T. (1995): Faziesentwicklung und Ablagerungssequenzen am Rand eines Epikontinentalmeeres. Die Sedimentationsgeschichte der Sächsischen Kreide. – Dissertationsschrift TU Bergakademie Freiberg: 130 S., Freiberg. [Unveröffentlicht]
Voigt, T. (1999): Ablagerungsbedingungen und Taphonomie der Schmilka-Formation (Unter-Turon) südlich von Pirna (Sächsisches Kreidebecken). – Greifswalder geowiss. Beitr., 6: 193–207, Greifswald.
Wanderer, K. (1909): Die wichtigsten Tierversteinerungen aus der Kreide des Königreiches Sachsen, mit 12 Tafeln und 11 Abbildungen im Text. – 80 S., Jena.
Autor des Datenblattes: Tröger, K.-A. & Voigt, T.
Erstellt am: 16.04.2008
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.04.2008
Änderung Datensatz: 22.04.2008
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Litholex Recherche vom 20.07.2017, 20:46:59.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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