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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Mobschatz-Formation
ID: 2008096
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Tröger (2003)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Elbtal-Gruppe
Chronostratigraphie: Obercenomanium (Cenomanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Grünsandsteine des Elbstollns (Geinitz 1871–1875), Mergel und Tone im Liegenden der Pennricher Sandsteine (Uhlig 1941), Mobschatzer Schichten (Tröger 2003), Mobschatz-Formation (Niebuhr et al. 2007)
Lithologie: Über einem geringmächtigen Basalkonglomerat und kalkig zementierten, mittel- bis feinkörnigen Quarzsandsteinen mit hohen Glaukonit-Gehalten folgen glaukonitische, siltige bis feinsandige Mergelsteine, die durch intensive Bioturbation vollständig homogenisiert wurden.
Untergeordnete Einheit: keine
Liegendgrenze: konkordant auf der Niederschöna-Formation, mit Schichtlücke auf der Meißen-Formation und diskordant auf Gesteinen des variszischen Untergrundes
Hangendgrenze: konkordant überlagert von der Dölzschen-Formation
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: in Bohrungen bis 10 m (Voigt et al. 2006)
Typusprofile, etc.: Typusprofile sind Aufschlüsse im Grund zwischen Mobschatz und Leuteritz und am nördlichen Einschnitt der Autobahn Dresden–Chemnitz bei Leuteritz (TK 25: 4947 Wilsdruff). Referenzprofile sind die vollständigen Profile in den Bohrungen Gauernitz 2/92 (TK 25: 4947 Wilsdruff) und Gröbern 2/91 (TK 25: 4846 Meißen). Material dieser beiden Bohrungen liegt im Geologischen Institut der TU Bergakademie Freiberg.
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Sudeten, Elbsandsteingebirge
Verbreitung (Ergänzung): im nordwestlichen Teil der Elbtalkreide zwischen Dresden, Meißen und Freiberg
Zeitgleiche Einheiten: Die Mobschatz-Formation verzahnt sich in einem schmalen Bereich mit der Oberhäslich-Formation (TK 25: 4947 Wilsdruff). In der südlich anschließenden Böhmischen Kreide entspricht die Mobschatz-Formation den mittleren Teilen der perucko-korycanské souvrství (Peruc-Korycany-Formation).
Alterseinstufung: Die makrobiostratigraphische Einstufung mittels Calycoceras naviculare und Inoceramus pictus pictus (Seifert 1955) belegen wie die Foraminiferen-Fauna (Rotalipora cushmani, Gavlinella cenomanica, Hedbergella delrioensis; Tröger 1989, Ortmann 1994) obercenomanes Alter.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: nach der Ortschaft Mobschatz am südwestlichen Elbe-Hang bei Dresden (Sachsen)

Abgrenzungsprobleme: Die Grenze zur überlagernden Dölzschen-Formation ist häufig unscharf. In Bohrungen ist eine starke Abnahme des Karbonatgehalts zum Hangenden zu beobachten, der in der überlagernden Dölzschen-Formation allmählich zunimmt (Voigt & Tröger 1996). Die Grenze kann an die Basis des ersten tonig-mergeligen Horizonts gelegt werden.

Environment: an der Basis transgressive Strand- und Vorstrand-Ablagerungen, zum Hagenden bioturbate Vorstrand-Ablagerungen.
Literatur: Geinitz, H.B. (1871–1875): Das Elbthalgebirge in Sachsen. Teil I - Der untere Quader. – Palaeontographica, 20 (I): 276 S., Teil II - Der mittlere und obere Quader. – Palaeontographica, 20 (II): 245 S., Cassel (Theodor-Fischer).
Niebuhr, B., Hiss, M., Kaplan, U., Tröger, K.-A., Voigt, S., Voigt, T., Wiese, F. & Wilmsen, M. (2007): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – SDGG, 55: 136 S., Hannover.
Ortmann, B. (1994): Sedimentationsraten und Redoxpotential im Bereich des Cenomanian–Turonian Event: Ichnofazies und Geochemie der Bohrung Gröbern. – Diplomarbeit TU Bergakademie Freiberg: 65 S., Freiberg. [Unveröffentlicht]
Tröger, K.-A. (1989): Eine obercenomane Foraminiferen-Fauna aus Mergeln von Meißen Zscheila. – Z. geol. Wiss., 17 (10): 989–998, Berlin.
Tröger, K.-A. (2003): Fazielle Differenzierungen des marinen Ober-Cenoman im Tharandter Wald zwischen Freiberg und Dresden sowie ihre Ursachen. – Göttinger Arb. Geol. Paläont., Sb 5: 95-102, Göttingen.
Uhlig, A. (1941): Die Cenoman-Turone Übergangszone in der Gegend von Dresden. – Mitt. Reichsstelle Bodenforsch. Zweigstelle Freiberg, H.2: 73 S., Freiberg.
Voigt, T. & Tröger, K.-A. (1996): Sea-level changes during Late Cenomanian and Early Turonian in the Saxonian Cretaceous Basin. – In: Spaeth, C. (Hrsg.): New Developments in Cretaceous Research Topics. Proceedings of the 4th International Cretaceous Symposium 1992, Mitt. Geol.-Paläont. Inst. Univ. Hamburg, 77: 275–290, Hamburg.
Voigt, S., Gale, A. & Voigt, T. (2006): Short-termed carbon cycle, climate and sea level variations during the Cenomanian-Turonian Boundary Event in NW Europe. – Cret. Res., 27: 1–23, Amsterdam.
Autor des Datenblattes: Tröger, K.-A., Horna, F., Voigt, T.
Erstellt am: 16.04.2008
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.04.2008
Änderung Datensatz: 22.04.2008


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Litholex Recherche vom 20.07.2017, 20:44:38.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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