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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Niederschöna-Formation
ID: 2008095
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Geinitz (1871–1875), revidiert durch Prescher (1957)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Elbtal-Gruppe
Chronostratigraphie: Obercenomanium (Cenomanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Mittelcenomanium (Cenomanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Niederschönaer Schichten, Untere Quadersandsteine, Schiefertone von Niederschöna (Geinitz 1871–1875), Crednerien-Schichten (Petrascheck 1899, Schander 1923), Stufe der Crednerien (Pietzsch 1962), Niederschöna-Formation (Niebuhr et al. 2007)
Lithologie: Überwiegend Sandsteine unterschiedlicher Körnung, die mit Konglomeraten und Tonsteinen wechsellagern. Die Sandsteine sind meist schräggeschichtet oder bilden unregelmäßige Wechsellagerungen mit laminierten Siltsteinen. Die Tonsteine weisen häufig einen hohen Gehalt an organischem Material auf und können in pelitreiche Kohlen übergehen. Konglomerate sind überwiegend an der Basis der Niederschöna-Formation ausgebildet. Sie bestehen aus kaum sortierten und meist nur angerundeten Quarz- und Lydit-Klasten in einer Matrix aus schlecht sortierten Sanden (früher als Grundschotter abgetrennt). Generell ist innerhalb der Niederschöna-Formation eine Korngrößen-Abnahme zum Hangenden zu beobachten.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die Niederschöna-Formation bildet lokal die Basis der Elbtal-Gruppe. Sie setzt auf dem tiefgründig verwitterten Grundgebirge des Saxothuringikums ein (präkambrische Granodiorite, variszisch geprägte Metamorphite des Erzgebirges und der Elbezone, Meissener Pluton, permokarbone Vulkanite und Sedimente).
Hangendgrenze: konkordant durch die Oberhäslich-Formation
Mittlere Mächtigkeit: stark schwankend
Maximale Mächtigkeit: in Bohrungen maximal 50 m
Typusprofile, etc.: Typusregion ist der Tharandter Wald, Sachsen. Das Typusprofil liegt im ehemaligen Steinbruch am Forsthaus von Niederschöna (Sachsen, TK 25: 5046 Freiberg), wo die Gesamtmächtigkeit der Formation aufgeschlossen ist. Als Referenzprofile können die Bohrungen Niederschöna 1/95 und 4/95 gelten (TK 25: 5046 Freiberg), die jeweils ein vollständiges Profil zeigen. Kernmaterial dieser beiden Bohrungen befindet sich im Geologischen Institut der Bergakademie Freiberg und im Kernlager des Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie.
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Erzgebirge
Verbreitung (Ergänzung): Sachsen. Tharandter Wald, Paulsdorfer Heide, Höckendorfer Heide, Dippoldiswalder Heide, Reinhardsgrimmaer Heide, Westausstrich der Elbtalkreide, in Paläotal-Strukturen im Untergrund der Elbtalkreide.
Zeitgleiche Einheiten: Aus fazieller Sicht ergibt sich eine geringe zeitliche Überlappung mit der Oberhäslich-Formation und der Mobschatz-Formation, da im Verlauf der Obercenomanium-Transgression die Flußtäler allmählich geflutet wurden. Die Niederschöna-Formation entspricht dem unteren Teil der perucko-korycanské souvrství (Peruc-Korycany-Formation) in der Tschechischen Republik, dem Namen Niederschöna- Formation (Geinitz 1871–1875) kommt jedoch die Priorität zu.
Alterseinstufung: Krutzsch (1963) korreliert die obere Niederschöna-Formation auf der Grundlage von schlecht erhaltenen Pollen (Normapolles) mit der tieferen Peruc-Korycany-Formation, die eindeutig eingestuft werden konnte (Mittelcenomanium nach Pacltová 1978). Eine Reichweite bis in das Obercenomanium ist möglich, aber biostratigraphisch nicht belegt.
Kommentar: Die chronostratigraphische Einstufung Obercenomanium ist fraglich.
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: nach der Ortschaft Niederschöna am Tharandter Wald (Sachsen).

Fossilien: Blätterlagen und Wurzelhorizonte treten vor allem in der oberen Niederschöna-Formation auf.

Environment: überwiegend Flusssedimente (Rinnen- und Auensedimente), Hangendteile marin (ästuarin) beeinflusst.

Sequenzstratigraphie: Voigt (1998) ordnet die Niederschöna-Formation dem transgressiven Systemzug der obercenomanen naviculare-Transgression zu. Die Anlage des Tales erfolgte nach diesem Modell bei einem Meeresspiegel-Tiefstand, bevor es im Verlauf des Basisniveau-Anstiegs mit fluviatilen Sedimenten aufgefüllt wurde.
Literatur: Geinitz, H.B. (1871–1875): Das Elbthalgebirge in Sachsen. Teil I - Der untere Quader. – Palaeontographica, 20 (I): 276 S., Teil II - Der mittlere und obere Quader. – Palaeontographica, 20 (II): 245 S., Cassel (Theodor-Fischer).
Krutzsch, W. (1963): Beitrag zur Kenntnis der Mikroflora der Niederschönaer Schichten. Eine kleine Mikroflora aus der Bohrung Königstein. – Ber. geol. Ges. DDR, A 8, H.2: 224–236, Berlin.
Niebuhr, B., Hiss, M., Kaplan, U., Tröger, K.-A., Voigt, S., Voigt, T., Wiese, F. & Wilmsen, M. (2007): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – SDGG, 55: 136 S., Hannover.
Pacltová, B. (1978): Significance of Palynology for the biostratigraphic division of the Cretaceous of Bohemia. – Paleontologická konference 77, Univerzita Karlova Praha 1978: 93–109, Praha.
Petrascheck, W. (1899): Studien über Faziesbildungen im Gebiet der sächsischen Kreideformation. – Abh. Naturwiss. Ges. Isis: 31–84, Dresden.
Pietzsch, K. (1962): Geologie von Sachsen. – 870 S., Berlin (VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften).
Prescher, H. (1957): Die Niederschönaer Schichten der sächsischen Kreide. Mit einem Anhang: Erläuterungen zur Karte des Cenomans und Turons im sächsischen Elbtalgebiet. – Freiberger Forschungsh., C 34: 96 S., Freiberg.
Schander, H. (1923): Die cenomane Transgression im mittleren Elbtalgebiet. – Z. dt. Geol. Ges., 75: 107–154, Berlin.
Voigt, T. (1998): Entwicklung und Architektur einer fluviatilen Talfüllung – die Niederschöna-Formation im Sächsischen Kreidebecken. – Abh. Staatl. Mus. Geol. Min. Dresden, 43/44: 121–139, Dresden.
Autor des Datenblattes: Tröger, K.-A. & Voigt, T.
Erstellt am: 17.03.2008
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.04.2008
Änderung Datensatz: 22.04.2008


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Litholex Recherche vom 27.07.2017, 02:38:00.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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