litholex_logo

Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



verlauf_blau

Name der Einheit: Meißen-Formation
ID: 2008094
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Prescher 1981
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Elbtal-Gruppe
Chronostratigraphie: Untercenomanium (Cenomanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Rotes Konglomerat von Meißen-Zscheila (Leonhard 1834), Meißner Schichten (Prescher 1981, Prescher & Tröger 1989), Meißen-Formation (Tröger 2003, Niebuhr et al. 2007)
Lithologie: Geringmächtige Konglomerate mit sandiger bis kalkiger Matrix. Die Konglomerate sind rotbraun bis rot gefärbt. Wesentlicher Bestandteil der Matrix sind überwiegend zerbrochene sowie stark abgerollte biogene Kalkskelette. Die bis zu 1 m großen Granit-Gerölle sind von dünnen Hämatit-Lagen überzogen. Im Geröllbestand treten seltener Rhyolithe, Pegmatite und Quarz auf. Die stratigraphische Stellung von fossilarmen fein- bis mittelkörnigen Grünsandsteinen in der Nachbarschaft der Klippenzone ist unklar, sie werden wegen ihrer lithologischen Ähnlichkeit vorläufig zur jüngeren Mobschatz-Formation gerechnet.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: diskordant auf karbonischem, tiefgründig verwittertem Granit des Meißener Plutons
Hangendgrenze: erosiv überlagert von der Mobschatz-Formation
Mittlere Mächtigkeit: bis 5 m
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Das Typusprofil liegt in Joachimstal in Meißen-Zscheila, Sachsen (TK 25: 4846 Meißen) an der Oberkante eines auflässigen Steinbruches an der Platanenstraße, wo die Meißen-Formation in voller Mächtigkeit aufgeschlossen ist.
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Erzgebirge
Verbreitung (Ergänzung): Elbetal nördlich von Dresden
Zeitgleiche Einheiten: Zeitgleiche Einheiten aus der Elbtal-Gruppe sind nicht sicher bekannt, möglicherweise Teile der Niederschöna-Formation.
Alterseinstufung: Die biostratigraphische Einstufung mittels Inoceramen, Ammoniten und Belemniten (Prescher & Tröger 1989, Spaeth & Köhler 1997, Köhler 2001) ergibt die Mantelliceras saxbii-Zone und die Ma. dixoni-Zone des höheren Untercenomanium.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: Die Formation wird nach der Stadt Meißen an der nordwestlichen Begrenzung der Elbtalkreide benannt.

Fossilien: Die roten Konglomerate enthalten reichlich Korallen, Spongien, Bryozoen, Brachiopoden, Bivalven (vor allem Austern, Pecteniden, Spondyliden) und Echiniden. Ammoniten (Scaphites obliquus, Schloenbachia varians, Turrilites scheuchzerianus) sowie Inoceramen (Inoceramus virgatus, In. cf. crippsi), auf denen die biostratigraphische Einstufung beruht, treten nur selten auf. Nur ein Belemnit (Neohibolites ultimus) wurde bisher nachgewiesen.

Environment: litorale Ablagerung in Erosionstaschen, überwiegend als Brandungskonglomerate.
Literatur: Köhler, S. (2001): Turrilites-Nachweis aus dem Untercenoman von Meißen. – Fossilien, 3 / 01: 163–164, Korb.
Leonhard, C.C. von (1834): Einige geologische Erscheinungen in der Gegend von Meißen. – N. Jb. Geol. Min.: 127–150, Stuttgart.
Niebuhr, B., Hiss, M., Kaplan, U., Tröger, K.-A., Voigt, S., Voigt, T., Wiese, F. & Wilmsen, M. (2007): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – SDGG, 55: 136 S., Hannover.
Prescher, H. (1981): Probleme der Korrelation des Cenomans und Turons in der Sächsischen und Böhmischen Kreide. – Z. geol. Wiss., 9 (4): 367–373, Berlin.
Prescher, H. & Tröger, K.-A. (1989): Die Meißner Schichten der sächsischen Kreide (Forschungsgeschichte, Litho- und Biostratigraphie). – Abh. Staatl. Mus. Min. Geol. Dresden: 155–167, Dresden.
Spaeth, C.C. & Köhler , S. (1997): Erstnachweis eines Belemniten aus dem Untercenoman von Meißen. – Fossilien, 4 / 97: 225–226, Korb.
Tröger, K.-A. (2003): The Cretaceous of the Elbe valley – a review. – Carnets de Géologie (Notebook in Geology). Article 2003 / 3: 1–14, Maintenon.
Autor des Datenblattes: Tröger, K.-A. & Voigt, T.
Erstellt am: 17.03.2008
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.04.2008
Änderung Datensatz: 22.04.2008
Anlage(n)PDF-Icon Die Anlagen als PDF-Dateien
können Sie mit dem Adobe Acrobat Reader plattformunabhängig ansehen und drucken. Laden Sie den kostenlosen Adobe Acrobat Reader entsprechend Ihrer Plattform- und Sprach-Version unter http://www.adobe.de/products/acrobat/download/readstep.html.
Größe der PDF-Datei: 0.211 MBytes!


Zurück zum Such - Ergebnis        Zurück zur einfachen Suche        Zurück zur erweiterten Suche        Diese Seite drucken

Logo Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Logo Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart Logo Geologischer Dienst NRW Logo Deutsche Statigraphische Kommission

© Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Litholex Recherche vom 20.11.2017, 14:16:28.

Die BGR und die DSK gestatten die Übernahme von Datensätzen in Datenbestände, die ausschließlich für den privaten Gebrauch eines Nutzers bestimmt sind. Die Übernahme und Nutzung der Daten zu anderen Zwecken bedarf der schriftlichen Zustimmung der BGR.

Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

1) Autor des Datenblattes
2) Name der Einheit
3) Änderung Datensatz
4) Datum der Recherche
5) ID